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Full text of "Meddelelser om Grønland"

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I. 

DRACHEN- UND FESSELBALLONAUFSTIEGE 

AUSGEFÜHRT AUF 

DER DANMARK-EXPEDITION 1906—1908 

VON 

ALFRED WEGENER 



,909 



XLII. 



INHALT 

Seite 

I. Einleitung 5 

Lokalität 5 

Plan und Umfang der Aufstiege 5 

Kostenberechnung 6 

Beiträge 7 

Die Winde 8 

Die Drachen ! 10 

Drachenschuppen 11 

Draht 13 

Die Ballons 14^ 

Das Wasserstoffgas 15 

Pilotballons 17 

Beleuchtung im Winter 18 

Registrier-Instrumente 18 

Mitarbeiter 22 

II. Ergebnisse der Aufstiege 23 

III. Diskussion der Beobaclitungen 50 

Temperatur 50 

Windzunahme mit der Höhe 55 

Drehung des Windes mit der Höhe . 57 

Gang der relativen Feuchtigkeit mit d. Höhe 59 

Zusammenfassung d. mittl. Ganges d. met. El. m. d. Höhe 60 

Temperaturschichtung bei Refraktionsstörungen 62 

Die Höhe der Föhnwolken 64 

Die Höhe des Nebels 67 

Der Zustand der Atmosphäre bei Föhn 69 

Der Ostwind 73 



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1* 




I. EINLEITUNG. 



D 



ie im Folgenden behandelten Drachen- und Fesselballonaufstiege 
sind in den Jahren 1906 — 08 auf der Danmark-Expedition 
nach der Nordostküste Grönlands, die unter Leitung des dabei ver- 
unglückten Mylius-Erichsen stand, an deren Winterstation im Dan- 
marks-Havn bei Kap Bismarck, auf 76^/4° nördl. Breite ausgeführt 
worden. Sie stellen die ersten systematischen Versuche dieser Art 
im Rahmen einer Polarexpedilion dar, wesAvegen ein ausführlicherer 
Bericht über die benutzte Ausrüstung sowie die damit gemachten 
Erfahrungen gegeben werden soll. 

Lokalität. Zuvor seien nur noch einige Worte über den Ort, 
an dem die Aufstiege stattfanden, eingeschaltet. Nicht nur Kap Bis- 
marck selber, sondern auch das ganze Germania-Land nördlich und 
nordwestlich davon bis zu einer Linie, die 50 km westlich der 
Station liegt, besteht aus flachen, stark moutonnierten und vegetations- 
losen Hügeln von wenigen Hundert Metern Höhe, durch welche der 
Wind nur unwesentlich beeinflusst wird. Die höchsten Kuppen in 
der näheren Umgebung der Station sind der Thermometertjeld mit 
einer Höhe von 132 m in 1 km Entfernung im NE, der Harefjeld 
mit 177 m in 2,7 km Entfernung im W, und ein dritter Rücken von 
425 m Höhe in 7 — 8 km Entfernung im N. Die Lage der Station ist 
also als sehr frei zu bezeichnen. Erst 50 km westlich derselben 
steigt das Land bis zu 7 — 800 m Höhe und bildet hier ein durch 
Fjorde und Seen allerdings stark zerrissenes Plateau von ca. 30 km 
Breite, an welches sich ein люп N nach S strömender 40 km breiter 
Arm des Inlandeises anschliesst, dessen Oberfläche fast nirgends 
500 m wesentlich übersteigt. Nach Überschreitung desselben, also in 
rund 120 km Entfernung von der Station, trifft man zum ersten Male 
auf höhere Gebirgszüge, deren Gipfel zwischen 1500 und 2000 m 
liegen, und in deren Rücken das Inlandeis bald noch höher ansteigt. 

Die Station selbst lag 5 m über dem Meeresspiegel. 

Plan und Umfang der Aufstiege. Was den geplanten Um- 
fang dieser Versuche betrifft, so konnte mit dem knappen zur Ver- 



6 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

fügung stehenden Material an die Durchführung täglicher Aufstiege 
nicht gedacht werden, ganz abgesehen davon, dass die vielen ander- 
weitigen Aufgaben der Expedition einen so grossen Aufwand auf 
einem ganz neuen und darum unsicheren Gebiete nicht gestatteten. 
Dagegen wurde versucht, etwa 10 Aufstiege in jedem Monat durch- 
zuführen, womit man erwarten konnte, noch ein zuverlässiges Bild 
der mittleren Verhältnisse zu erhalten. Auch dieser Plan hat sich, 
wie die folgenden Zahlen zeigen, nur in den günstigen Monaten durch- 
führen lassen. Abgesehen von den Ausfällen, die durch Teilnahme 
des Verfassers an Schlittenreisen entstanden (November 1906, April 
und Mai 1907), konnte das Programm auch sonst infolge allzu 
starken Anwachsens der Schwierigkeiten (Winter 1906—07) sowie 
infolge Ausgehens des Materials (Dezember 1907 — Mai 1908) nicht 
innegehalten werden. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht 
über die Zahl der ausgeführten Aufstiege sowie die mittleren Höhen 
derselben. 

Jan. Febr. März April Mai Juni Juli Aug. Sept. Okt. Nov. Dez. 
Zahl derAufstiege 1906 8 11 12 

— 1907 6 10 6 4 1 10 13 10 10 11 9 

— 1908 8 5 

Mittlere Höhe 615 875 530 578 565 1126 1183 1200 938 1024 876 130 

Maximalhöhe 1170 1720 775 1130 565 2000 2275 3110 1740 2370 1500 180 

Die Gesamtzahl der Aufstiege beträgt 125, nämlich 99 Drachen- 
und 26 Ballonaufstiege. Die mittlere Höhe sämtlicher Aufstiege ist 
964 m, die der Drachen allein 843, die der Ballons 1423. Die Maximal- 
höhe der Drachenaufstiege ist 3110, die der Ballonaufstiege 2480 m. 

Bei der Beurteilung dieser Höhen ist zu berücksichtigen, dass 
man im Allgemeinen auf Handbetrieb angewiesen war, bei welchem 
erfahrungsgemäss die Erreichung von Höhen über 1000 m mit erheb- 
lichen Schwierigkeiten verbunden zu sein pflegt. 

Kostenberechnung. Bei der Auswahl der Ausrüstung ent- 
standen manche Zweifel, indem es auf der einen Seite wegen der 
Knappheit der Mittel notwendig war, die sonst auf Drachenstationen 
üblichen Einrichtungen stark zu reduzieren, andererseits aber bei 
dem Mangel an unter ähnlichen Bedingungen gesammelten Erfah- 
rungen zu befürchten war, dass diese Einschränkungen zu einem 
gänzlichen Fehlschlagen der Versuche führen würden. Es darf mit 
Genugtuung konstatiert werden, dass dies nicht der Fall war, dass 
sich vielmehr die Ausrüstung trotz ihres primitiven Karakters als 
recht zweckmässig erwiesen hat, wenn sich auch im Einzelnen wich- 
tige Fingerzeige für Verbesserungen ergeben. Wir geben im Fol- 
genden eine Übersicht über die Ausrüstungsstücke und ihre unge- 
fähren Kosten: 



I. Einleitung. 7 

Handwinde m. Einrichtung z. Verbindung mit einem Motor 750 M. 

25 Draclien 1000 - 

40000 m Gussstalildralit 630 - 

3 Ballons aus gefirnisstem Baumwollstoff, à 20 cbm Inhalt 240 - 

33 Pilotballons aus Papier 100 - 

4 Meteorographen nach Teisserenc de Bort 500 - 

2 — — Hergesell 365 - 

Luftpumpe m. Zubehör, z. Prüfung der Meteorographen 100 - 

Quecksilber-Barometer m. tiefer Teilung 200 - 

100 Stahlflaschen mit je 5 cbm Wasserstoff 6250 - 

Ventilator (z. Aufblasen u. Reparieren der Ballons), Füllschlauch aus gefir- 
nisstem Baumwollstoff, 1 m Druckschlauch m. Ansatzschraube f. d. Gas- 
flaschen, kurzes Füllrohr aus Zinkblech, 2 Sandsäcke, Verpackungsplan, 

2 Handrollen z. Herablaufen der Drachen, mehrere Holzrollen, Temperatur- 
prüfungsgefäss, Reserveteile der Drachen und Ballons, grobes Handwerks- 
zeug z. Herstellung der Spleisse etc., feines Handwerkszeug z. Reparieren 

der Meteorographen, Registrierpapier etc 200- 

Summa 10335 M. 

Im Einzelnen waren die Ausgaben, welche die Expedition hatte, 
bisweilen geringer als die hier angegebenen Zahlen, wofür als Ent- 
gelt allerdings noch die Transportkosten kommen, deren Angabe 
aber hier ohne Interesse ist. 

Beiträge. Bei der Beschaffung der die Hauptausgabe bildenden 
Wasserstoff-Flaschen leistete Herr James Simon in Berlin in dankens- 
wertester Weise einen Beitrag von 1000 Mark. Durch Wiederver- 
kauf der zurückgebrachten leeren Flaschen dürfte übrigens ein Teil 
der Kosten dieses Ausrüstungsteiles zurückerhalten werden. Weiter 
ist die Expedition Herrn Teisserenc de Bort zu Paris zu Dank ver- 
pflichtet, welcher ihr 2 seiner Drachenmeteorographen kostenlos 
leihweise zur Verfügung stellte und 2 weitere ihr zum Selbstkosten- 
preis überliess. Die 3 Ballons, sowie der grösste Teil der Drachen, 
wurden mit der gütigen Erlaubnis des Direktors Herrn Geheimrat 
Assmann vom Diachentischler des Aeronautischen Observatoriums 
zu Lindenberg gleichfalls zum Selbstkostenpreis geliefert. Auch muss 
der wesentlichen Förderung mit Dank gedacht werden, welche diesem 
Unternehmen von Seiten Herrn Professor Koppens in Hamburg zu 
Teil wurde, welcher nicht nur den Bau der nach seinen Angaben 
konstruierten Winde bei der dortigen „Eimsbütteler Maschinenfabrik" 
persönlich überwachte, sondern der Expedition auch 5 Drachen des 
in Hamburg gebräuchlichen Typs zum Herstellungspreise übermittelte. 
Bei der Beschaffung der kleineren Ausrüstungsgegenstände wurde 
Verfasser endlich durch seinen damals am Aeronautischen Obser- 
vatorium zu Lindenberg tätigen Bruder sowie die übrigen Beamten 
dieses Instituts auf dankenswerteste unterstützt. 

Ohne die Opferwilligkeit und Hülfsbereitschaft, welche diesem 
Unternehmen allerorts im In- und Auslande entgegengebracht wurde. 



8 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



wäre dasselbe höchst wahrscheinlich an der Kürze der Vorbereitungs- 
zeit gescheitert, und kann Verfasser deswegen nicht umhin, auch 
an dieser Stelle noch einmal seinen Dank sowie den der Expedition 
für alle hierbei geleistete Hülfe auszusprechen. 

Im Folgenden sollen die Teile der Ausrüstung und die mit ihnen 
gemachten Erfahrungen im Einzelnen besprochen werden. 

Die Winde. Das mitgenommene Windenmodell der Eimsbüt- 

teler Maschinen- 
fabrik (siehe Ab- 
bildung) hat sich 
in Grönland ebenso 
bewährtwie früher 
an anderen Stellen. 
Den neueren Er- 
fahrungen zufolge 
war es mit einer 
Trommel aus Guss- 
stahl versehen, die 
selbst für höhere 
Aufstiege, als sie in 
Grönland zur Aus- 
führung kamen, 
genügen dürfte. In 
dem unteren Teil 
des Gestells ist 
eine zweite Achse 
mit einer Stufen- 
scheibe ange- 
bracht, welche ge- 
stattet, die Winde 
mit einem Motor 
in Verbindung zu 
ijraciienwinde. setzen. Obwohl 

nämlich die Mittel 
eine Beschaffung eines eigenen Motors nicht erlaubten, hatte man 
doch mit der Möglichkeit gerechnet, die Winde mit einem der beiden 
Petroleummotore der Motorboote in Verbindung zu setzen. Dieser 
Gedanke erwies sich allerdings an Ort und Stelle als unausführbar, 
dagegen gelang es, auf kürzere Zeit das Automobil, welches die Ex- 
pedition zu Versuchszwecken mitgenommen hatte, als Triebkraft zu 
benutzen (siehe Abbildung), und bei 13 Sommeraufstiegen, darunter 
dem höchsten, hat es eine wesentliche Hülfe geleistet. Alle übrigen 
Aufstiege jedoch wurden mit Handbetrieb ausgeführt. Es ist gewiss 




I. Einleitung. 9 

nicht überflüssig, auch an dieser Stelle noch einmal auf die Mühselig- 
keit eines solchen Handbetriebes hinzuweisen. Aufstiege über 1500 m 
Höhe ohne Hülfe eines Motors verlangen stets einen solchen Aufwand 
an Zeit sowohl wie Arbeitskraft, wie er bei regelmässigem Arbeiten 
jedenfalls nicht geleistet werden kann, und bei dem man obendrein 
oft im Zweifel sein wird, ob die Ausbeute den Anstrengungen ent- 
spricht. Auch in dem vorliegenden Falle wäre die Mitnahme eines 
Motors am Platze gewesen, und das Resultat wäre dadurch zweifellos 
erheblich verbessert worden. 

Die Aufstellung der Winde im Freien ohne jeden Schutz, die 




Automobil als Motor. 



gerade zuerst grosse Bedenken erregte, erwies sich als vortrefflich. 
Sie wurde auf einer unbedeutenden Geländeerhöhung neben dem 
Wohnhause aufgestellt, welche vom Winde stets schneefrei gehalten 
wurde. Hätte sie in einem Hause gestanden, so hätte man sie zwei- 
fellos nach jedem Schneesturm ausgraben müssen, und während der 
Aufstiege selber, die ja oft bei Schneetreiben stattfanden, wäre sie 
zugeschneit. Gerade ihre freie Exposition bewirkte, dass der Wind 
sie dauernd von Schnee frei hielt. 

Um elektrische Schläge zu vermeiden, wurde anfangs die Winden- 
trommel durch einen Kupferdraht zur Erde abgeleitet. Nachdem 
jedoch bei Spleissungen, während die Drachen in der Luft standen, 
und ähnlichen Gelegenheiten niemals eine Spur von elektrischen 






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10 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Schlägen gespürt worden war, geriet diese Ableitung in Verfall und 
wurde auch nicht wieder hergestellt, da sich niemals irgend welche 
elektrichen Erscheinungen zeigten. 

Die Drachen. Von den 25 mitgenommenen Drachen waren 
20 am Aeronautischen Observatorium zu Lindenberg nach dem dort 
gebräuchlichen geradflächigen Hargrave-Modell konstruiert (siehe Ab- 
bildung), während die übrigen 5 in Hamburg nach dem „Modell der 
Deutschen Seewarte", und zwar einige mit und einige ohne Flügel, 
gebaut waren (Abbildung). Ihre Grössen variierten von 3 bis zu 
7 Quadratmeter Tragfläche. Abgesehen von den kleinen 3 m^ (Har- 




Lindenberaei" Drachen. 



grave-) Drachen, von deren Benutzung man auch in Lindenberg schon 
längst zurückgekommen ist, haben sich alle mitgenommenen Drachen 
gut bewährt. Ob das Lindenberger Modell gegenüber dem Ham- 
burger den Vorzug verdient oder umgekehrt, konnte nicht entschieden 
w^erden. In Bezug auf das Fliegen scheinen beide gleichwertig zu 
sein. Ein Unterschied besteht nur in der Art des Zusammenlegens, 
indem sich das Lindenberger Modell nur auf eine Fläche, das Ham- 
burger auf eine Linie zusammenlegen iässt. Wenngleich nun dieser 
Umstand für europäische Verhältnisse zu Gunsten der Hamburger 
Konstruktion zu sprechen scheint, weil die vollkommene Zusammen- 
legbarkeit die Rücksendung abgerissener Drachen erleichtert, ist in 
Grönland doch eher das Umgekehrte der Fall. Da abgerissene 



I. Einleitung. 



11 



Drachen fast stets verloren waren, so kamen Transportfragen nicht in 
Betracht, wohl aber das Aufbauen und Wiederzusammenlegen selbst, 
das bei dem Lindenberger Modell eben aus demselben Grunde ein 
wenig leichter ist als bei dem Hamburger. Da die Drachen meist 
erst vor jedem Aufstieg im Freien aufgebaut und nach Beendigung 
desselben wieder zusammengelegt werden mussten, was nicht mit 
Handschuhen geschehen konnte und bei tiefen Temperaturen wegen 
der unvermeidlichen Frostbeschädigungen zu einer wahren Plage 
wurde, so wurde eine wenn auch noch so kleine Erleichterung dieser 
Arbeit sehr fühlbar, und man gab aus diesem Grunde dem Linden- 





^::;.:i 



Hamburger Drachen. 



berger Modell den Vorzug. Nachdem jedoch durch Bau eines geeig- 
neten Schuppens zur Aufnahme fertig aufgestellter Drachen diesem 
Misstande abgeholfen war, fiel dieser Unterschied der beiden Typen 
wieder fort. 

Die Anzahl der Drachen erwies sich als ausreichend. Ein Fehlen 
der selten benutzten 6 kleinsten (3 m"^), die wie schon erwähnt sich 
schlecht bewährten, hätte sich noch nicht in störender Weise bemerk- 
bar gemacht. Kleinere Reparaturen wurden meist gleich nach 
erfolgter Beschädigung vorgenommen , ausserdem wurde aber im 
Sommer 1907 der ganze Vorrat durchgesehen und repariert, was 
einen Matrosen etwa 1 Woche lang in Anspruch nahm. 

Drachenschuppen. Da ein beträchtlicher Teil der Verluste 



12 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



an Drachen auf das Fehlen eines Unterstellschuppens zurückzuführen 
ist, so würden sich bei Mitnahme eines solchen die Verhältnisse noch 
günstiger stellen. Das Fehlen eines Schuppens machte sich sehr 
bald fühlbar und erschwerte das Arbeiten ausserordentlich. Darum 
wurde alles Mögliche versucht, um einen solchen zu improvisieren. 
Die vorhandenen Holzvorräte zu diesem Zweck anzugreifen wagte 
man einstweilen nicht, da sich noch nicht übersehen Hess, wieviel Holz 
die in Pustervig zu errichtende zweite meteorologische Station erfor- 
dern würde. So wurde der Versuch gemacht, aus den am Lande 
aufgestapelten Proviantkästen unter Benutzung eines alten Segels als 




Drachenscluippen. 



Dach ein Drachenhaus zu improvisieren. Der erste Schneesturm 
zerriss das Segel, stürzte die eine Wand dieses Hauses um und zer- 
schmetterte mit den herabstürzenden schweren Proviantkästen voll- 
ständig die 3 im Hause befindlichen Drachen. Nach dieser Erfahrung 
machte man den Versuch, ein Schneehaus für die Drachen zu bauen. 
Zunächst gelang es nicht, die Hunde fernzuhalten, welche einbrachen 
und mehrere Drachen zerstörten. Als dann 3 Schneestürme unmittel- 
bar auf einander folgten, frass sich der Wind ein Loch durch die 
Schneewand der Luvseite und füllte das ganze Haus bis zur Decke 
fest mit Schnee, unter dessen zusammensinkenden Massen die darin 
befindlichen Drachen völlig zerdrückt wurden. Nachdem dies noch 
ein zweites Mal geschehen war, musste auch dieser Versuch auf- 



I. Einleitung. 13 

gegeben werden, und man kehrte wieder zur alten Methode des 
Aufbauens und Zusammenlegens zurück, die dann den Sommer 1907 
hindurch beibehalten wurde. Erst Anfang Herbst dieses Jahres, als 
nach Erbauung der Station Pustervig noch ein hinreichender Vorrat 
an Holz übriggeblieben war, wurde ein solider kleiner Holzschuppen 
erbaut (Abbildung), der ca. 3 Drachen in gebrauchsfertigem Zustand 
Aufnahme gewähren konnte. Die Tür, die durch einen elastischen 
Balken von aussen fest über die Öffnung gepresst war und beim 
Öffnen jedes Mal ganz abgenommen und bei Seite gestellt wurde, 
war an einer Seite angebracht, welche vom Winde bestrichen wurde, 
wodurch das lästige Ausgraben nach jedem Schneesturm erspart 
wurde. Dieser Schuppen hat in der Zeit, wo er in Gebrauch war, 
die Arbeit ausserordentlich erleichtert. Leider musste diese aber 
schon kurz nach seiner Erbauung wegen Mangels an Registrier- 
instrumenten eingestellt werden und konnte erst in Sommer 1908 
von neuem aufgenommen werden, so dass dieser Vorteil nicht mehr 
voll ausgenutzt werden konnte. 

Draht. Als Leine wurde gehärteter Gussstahldraht benutzt, der 
in bekannter Güte und zu besonders ermässigten Preisen von der 
Firma Felten und Guillaume (Carlswerk in Mühlheim am Rhein) 
geliefert worden war. Die mitgenommene Menge von 40000 m erwies 
sich als mehr als ausreichend. Im einzelnen waren vorhanden : 

4000 m von 0,9 mm Durchmesser 

10000 - — 0,8 — — 

20000 - — 0,7 — — 

6000 - — 0,6 - — 

Von diesen befanden sich stets 12000 m in Gebrauch, nämlich 

2000 m von 0,9 mm Durchmesser 
4000 - — 0,8 - — 

4000 - — 0,7 - — 

2000 - — 0,6 — — 

wobei der dickste Draht zu unterst auf der Windentrommel lag. 
Nur der 0,6 mm-Draht wurde ganz aufgebraucht, so dass er schliess- 
lich durch 0,7 mm ersetzt werden musste. Da der gesamte Draht- 
yerlust aber nur 6200 m betrug, blieben beträchtliche Reservemengen 
des dickeren Drahtes unbenutzt. Es wäre im vorliegenden Falle 
vorteilhafter gewesen, weniger von 0,8 und 0,7 mm, dafür aber mehr 
0,6 mm zu nehmen. Es erschien aber bei den diesbezüglichen 
Überlegungen fraglich, ob ein Arbeiten mit dem dünnsten Draht 
unter den zu erwartenden Bedingungen überhaupt möglich sein 
würde, da derselbe grosse Sorgfalt in der Behandlung erfordert. In 
der Tat stellten sich in der kalten Jahreszeit soviel Übelstände dabei 



14 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



heraus, dass man schliesslich zu 0,7 mm überging, in den Sommer- 
monaten aber steht der Verwendung dünneren Drahtes nichts im 
Wege, und wurde deshalb das Ausgehen desselben unangenehm 
empfunden. 

Der ständige Aufenthalt des Drahtes im Freien auf der Winden- 
trommel führte keineswegs zu einer besonderen Schädigung durch 
Rosten. In den 3 Vierteljahren, in welchen die Temperatur dauernd 

unter Null war, 
trat überhaupt 
kein nennenswer- 
tes Rosten auf, und 
selbst im Sommer 
war dies bei der 
Seltenheit der Nie- 
derschläge sehr un- 
bedeutend. 

Zur Befestigung 
der Hülfsdrachen 
wurden der Billig- 
keit halber selbst- 
gefertigte „DlNES"- 
Klemmen benutzt, 
wie sie u. a. von 
Herrn KOPPEN in 
„Die Drachensta- 
tion der Deutschen 
Seewarte" (= Ann. 
d. Hydr. u. mariti- 
men Meteorologie, 
Febr. 1906, pg. 64) 
beschrieben wor- 
den sind. Die 50 m 
langen Verbin- 
dungsdrähte der 
Hülfsdrachen waren auf einer kleinen Holzrolle aufgerollt, die mit 
einer Baumschraube an einer Kiste neben der Winde befestigt war. 
Die Ballons. Die 3 Ballons à 20 cbm Inhalt waren am Aero- 
nautischen Observatorium zu Lindenberg aus gefirnisstem Baum- 
wollstoff hergestellt (Abbildung). In den Sommermonaten bewährten 
sie sich gut. Sobald jedoch die Temperatur dauernd unter — 15° 
sank, wurden sie durch Gefrieren des Firnisses brüchig und erhielten 
beim Füllen, wenn dies überhaupt möglich war, unzählige Löcher, 
so das schliesslich das Arbeiten mit ihnen auf die wärmere Jahres- 




Ballonautstiei 



I. Einleitung. 15 

zeit eingeschränkt werden musste. Es liegt nahe anzunehmen, dass 
sich ein anderer Dichtungsstoff" finden müsste, der auch bei — 40° 
nicht oder wenigstens nicht so spröde gefriert wie Firniss. Während 
der Expedition konnten keine Versuche hierüber angestellt werden, 
doch ist kein Grund einzusehen, warum sich dies nicht auch daheim 
im Laboratorium ausprobieren Hesse. Vermutlich dürften die aller- 
dings viel teureren gummierten Stoff'e sich besser für starke Kälte 
eignen. ^) 

Schon der dritte Ballonaufstieg führte zum Verlust des Ballons 
infolge des gefürchteten Rotierens, wodurch schliesslich der Draht zer- 
dreht wird. Um eine Wiederholung dieses allerdings bei Windstille 
ausgeschlossenen Ereignisses zu vermeiden, wurde von da ab stets 
zwischen Ballon und Draht eine starke, ca. 10 m lange Schnur ein- 
geschaltet, welche eine grosse Zahl von Rotationen aufnehmen konnte, 
so dass der Aufstieg meist beendet war, bevor sich die Drehung mit 
nennenswerter Kraft auf den Draht selbst übertrug. Ausserdem 
wurde noch ein kleines eisernes Rotationsgelenk eingeschaltet, Avelches, 
wenn es funktionierte, das Rotieren des Ballons überhaupt unabhängig 
vom Draht machte und so jedenfalls eine weitere Sicherung bot. 
Über den Nutzen bezw. die Notwendigkeit desselben konnten jedoch 
keine sicheren Wahrnehmungen gemacht werden. Ein Abreissen ist 
bei diesen Vorsichtsmassregeln nicht wieder erfolgt. 

Das Wasserstoffgas. Das zur Füllung nötige Wasserstoffgas 
wurde, wie schon oben erwähnt, in Stahlflaschen unter einem Druck 
von 150 Atmosphären komprimiert mitgenommen, deren Unterbrin- 
gung an Bord wegen der Explosionsgefahr zu besonderen Vorsichts- 
massregeln nötigte. Aus Platzgründen mussten sie dort an einer Stelle 
untergebracht werden, an welcher die Temperatur unter ungünstigen 
Umständen bis auf -{- 40° С steigen konnte. Da der Druck erst bei 
ca. -|-60°C von 150 auf 180 Atmosphären steigt, die Flaschen aber 
auf 200 geprüft sind, so erschien dies unbedenklich ; eine grössere 
Gefahr wurde in der Möglichkeit des Ausströmens durch undichte 
Ventile gesehen, was zu Ansammlungen von Knallgas im Schiffsraum 
und eventuell zu einer Explosion führen konnte. Von dem Leiter 
der Expedition wurden daher alle Mitglieder auf diese Gefahr auf- 
merksam gemacht und geeignete Bestimmungen über den Gebrauch 
von Feuer im Lastraum getroffen, sowie durch Durchbrechung des 
Decks für eine gute Ventilation bezw. Abzug etwa sich sammelnder 
Gase aus dem Lastraum gesorgt. 

Im Frühjahr nach der ersten Überwinterung wurden sämtliche 
Flaschen an Land gebracht und dort auf einer Bretterunterlage neben 

^) Herr RiCHARz macht micli freundlichst darauf aufmerksam, dass bei —79° aller- 
dings auch Kautschuk spröde wird. 



16 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



einander gelegt (Abbildung), an einer Stelle, wo sich weder im Winter 
Schnee noch im Frühjahr Schmelzwasser ansammelte. Hier blieben 
sie bis zur Heimreise liegen. Auch bei ihnen trat wegen der Selten- 
heit flüssiger Niederschläge kein nennenswertes Rosten ein. 

Das in ihnen enthaltene Gas (500 cbm) wurde vollständig auf- 
gebraucht und war gerade ausreichend, um den Bedarf in einer der 
Häufigkeit der Drachenaufstiege entsprechenden Ausdehnung zu 
decken. Da wegen Mangels einer Ballonhalle der Ballon nach jedem 
Aufstiege entleert werden musste, wurden sehr regelmässig zu jedem 
Aufstieg 4 Flaschen (20 cbm) verbraucht, wobei oft jedoch ein kleiner 




tuiiuns^ des bauoiis aus den Gasflascbeii 



Rest gespart werden konnte, durch welchen die Aufsendung der 
kleinen, nur 1 cbm fassenden Pilotballons möglich wurde. Hätte 
eine Ballonhalle zur Verfügung gestanden, so wären noch zahlreichere 
Ballonaufstiege mit gebrauchtem Gas ausführbar gewesen, namentlich 
in der ersten Zeit, in welcher die Ballons noch sehr dicht hielten. 

Bei der Beschaffung der Gasflaschen hatten sich wegen des hohen 
Preises derselben gerechtfertigte Bedenken geregt, und es war nament- 
lich in Erwägung gezogen worden, ob nicht die andere Methode der 
Herstellung an Ort und Stelle vorzuziehen wäre, die für dasselbe 
Quantum Gas immerhin einige Tausend Mark billiger gekommen 
wäre. Lediglich wegen Mangels an Zeit mussten diese Verhandlungen 
schliesslich abgebrochen werden, ohne dass man zu einem abschlies- 



I. Einleitung. 



17 



senden Urteil hierüber gekommen wäre. Doch kann es keinem Zweifel 
unterliegen, dass an Ort und Stelle die Entnahme des Gases aus 
Flaschen am bequemsten ist. 

Von den 100 Gasbehältern war kein einziger leer, und obwohl 
der Druck niemals nachgeprüft wurde, so zeigte sich doch stets bei 
der Füllung des Ballons, dass nennenswerte Gasverluste aus den 
Flaschen nicht stattgefunden hatten. 

Pilotballons. Die schon früher erwähnten Pilotballons (Abbil- 
dung) wurden freigelassen und mit 2 Theodoliten verfolgt, und sollten 
dazu dienen, die Luftströmungen in den höheren Schlichten, die mit 




Piiotballüu. 



dem Drachenaufstieg nicht mehr erreicht wurden, zu untersuchen. 
Indesssen stellte sich bald heraus, dass die Höhen, bis zu denen diese 
Ballons verfolgt werden konnten, den Erwartungen nicht entsprachen, 
was schliesslich dazu veranlasste, nach 10 derartigen Aufstiegen 
diese Arbeit einzustelllen. Der Grund für das Versagen der Methode 
dürfte hauptsächlich in dem Fehlen geeigneter Verfolgungs-Theodo- 
liten zu suchen sein, da die allein zur Verfügung stehenden kleinen 
HiLDEBRANDT'schen Reisetlicodoliten sich für diese Zwecke schlecht 
eignen. Doch schien auch das zu langsame Steigen der Ballons mit 
die Schuld zu tragen, da sie bei dem in der Höhe stets frischen 
Nordwestwind schon bei Erreichung massiger Höhen weit abgetrieben 
wurden und deshalb allzu früh im Dunst des Horizonts verschwanden. 

XLH. 2 



18 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

Von einer Mitteilung dieser Versuche soll aus dem angegebenen 
Grunde abgesehen werden. 

Beleuchtung im Winter. Es erwies sich als ein empfind- 
licher Mangel, dass nicht von vornherein brauchbare Beleuchtungs- 
vorrichtungen für die Winteraufstiege geschaffen waren. Zuerst wurden 
verschiedene kleine Petroleumlaternen benutzt, welche aber vom 
Winde beständig ausgeblasen wurden und so eine Quelle neuer 
Schwierigkeiten zu allen anderen der Kälte, des Schneetreibens u. s. w. 
hinzufügten. Eine geringe Besserung wurde geschaffen, als eine der 
grossen Schiffslaternen zur Benutzung herangezogen wurde, die sowohl 
windsicherer als lichtstärker war, allein die Dunkelheit blieb andauernd 
eine ernste Schwierigkeit, deren Beseitigung bei künftigen derartigen 
Unternehmungen besondere Aufmerksamkeit zu schenken sich ver- 
lohnen würde. Die Winternacht dauert auf Kap Bismarck vom 
1. November bis Mitte Februar, und wenn auch bisweilen in dieser 
Zeit die kurze Mittagsdämmerung noch dazu benutzt werden konnte, 
um wenigstens die Vorbereitungen des Aufstiegs noch ohne künstliche 
Beleuchtung auszuführen, so ist letztere doch während des weitaus 
grössten Teils dieser Zeit unentbehrlich. Wie wenig es gelang, dieser 
Schwierigkeit Herr zu werden, geht unmittelbar aus der geringen 
Zahl der geglückten Aufstiege hervor. Im dunkelsten Monat Dezem- 
ber glückten nur 2 ganz niedrige Aufstiege, ausserdem wurden aber 
noch 5 vergebliche Versuche gemacht, wobei zu berücksichtigen ist, 
dass man sich ja von vornherein nur bei günstigem Wetter ent- 
schloss, einen Aufstieg zu versuchen. Verfasser schrieb damals in 
sein Tagebuch: „Selbst wenn man mit den speziellen Schwierigkeiten 
von Nachtaufstiegen daheim bekannt ist, so kann man sich nur schwer 
einen Begriff davon machen, welch eine Energie nötig ist, um die 
bei unseren primitiven Einrichtungen so umständlichen Hantierungen 
des Herausholens und Zusammensetzens des Drachens, des Ein- 
bindens des Apparates, der Temperatur- und Windablesungen u. s. w. 
in stockdunkler Nacht bei Temperaturen unter —20° und dichtem 
Schneetreiben und einer Windstärke, die man, obwohl sie nur selten 
weit über 10 — 15 m p. s. beträgt, in arktischen Gegenden mit Recht 
als Sturm zu bezeichnen pflegt, auszuführen. Das Resultat ist fast 
immer, dass man nach kurzer Zeit mit erfrorenen Fingern, Zehen oder 
Nase, mit vom Schnee zugeklebten Augen und mit ausgelöschter 
Laterne das Haus aufzusuchen gezwungen ist". 

Regist rier -Instrumente. Wie schon aus der oben ange- 
führten Liste hervorgeht, standen 4 Meteorographen nach Teisserenc 
DE Bort (Nr. 334, 335, 336 und 337) zur Verfügung, sowie 2 solche 
nach Hergesell (No. 104 und 106, das erstere mit Anemometer). Der 
zuerst in Gebrauch genommene Apparat „Hergesell 106" wurde am 



I. Einleitung. 19 

4. Oktober 1906 beim Abreissen des Ballons durch Herabstürzen auf 
die Felsen zerschmettert. Sein Nachfolger wurde „Teisserenc de 
Bort 335", mit welchem die weitaus grösste Zahl aller Aufstiege zur 
Ausführung gelangte. Im Sommer 1907 wurde neben ihm „Herge- 
sell 104" in Gebrauch genommen, zunächst nur bei Ballonaufstiegen, 
da bei dieser Konstruktion der Thermograph gegen Strahlung geschützt 
ist, später auch bei Drachenaufstiegen, um die Windschätzungen 
durch das an diesem Apparat befindliche Anemometer zu kontrol- 
lieren. Nachdem er jedoch schon am 6. Juli bei einem solchen 
Drachenaufstieg durch Abriss verloren gegangen war, wurde wieder 
„Teisserenc de Bort 335" ausschliesslich benutzt, bis dieser Apparat 
infolge wiederholter Berührung mit Seewasser schliesslich am 18. Au- 
gust durch Rost so stark mitgenommen wurde, dass die Uhr nicht 
mehr ging und er ausrangiert werden musste. Bei späteren Ver- 
suchen, die Uhr wieder in Gang zn setzen, wurde die Achse der 
Unruhe zerbrochen, ein Schaden, der sich auf der Expedition nicht 
reparieren Hess. Der nun in Gebrauch genommene „Teisserenc de 
Bort 337" ging am 7. Oktober durch Abriss bei einem Drachenauf- 
stieg verloren, sein Nachfolger Nr. 334 auf gleiche Weise am 21. No- 
vember. Dieser Apparat wurde im folgenden Sommer, am 1. Juli 
1908, von den Grönländern der Expedition gelegentlich einer Jagd- 
exkursion unversehrt und mit deutlich erhaltener Registrierkurve 
auf dem Treibeise im SE von Kap Bismarck wiedergefunden. Der 
späte Termin der Wiederauffindung brachte es jedoch mit sich, dass 
aus derselben ausser der geborgenen Registrierung weiter kein Nutzen 
mehr zu ziehen war. Nach dem Abriss vom 21. November 1907 
wurde der letzte noch ungebrauchte Apparat „Teisserenc de Bort 
336" in Gebrauch genommen, um bereits 7 Tage darauf gleichfalls 
durch Abriss verloren zu gehen. Eine unter reger Beteiligung in 
der Mittagsdämmerung des folgenden Tages unternommene „Drachen- 
jagd" verlief bei dem schwachen Lichte erfolglos, und so mussten 
die Aufstiege eingestellt werden, weil kein brauchbares Registrier- 
instrument mehr vorhanden war. Alle Versuche, die havarierte 
Unruhe im Apparat „Teisserenc de Bort 335" durch eine andere zu 
ersetzen, scheiterten, dagegen gelang es schliesslich, den bei dem 
Abriss des Ballons arg mitgenommenen Apparat „Hergesell 106" 
wieder soweit zu reparieren, dass er gebrauchsfähig wurde. Dieser 
Apparat wurde im Winter 1907 — 08 vollständig durchgeprüft, und 
im Sommer 1908 sind mit demselben noch 13 Aufstiege ausgeführt 
worden. 

Die Prüfung, die unter den beengten Verhältnissen der Über- 
winterung nicht ganz leicht war, geschah auf folgende Weise: Unter 
der Glocke der Luftpumpe, an welche ein Quecksilberbarometer mit 

2* 



20 ■ Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

tiefer Teilung angeschlossen war, wurde der Luftdruck in mehreren 
Stufen von 750 his auf 641 mm erniedrigt und hierdurch die Korrek- 
tionskurve bestimmt. Dasselbe geschah für die Temperatur, indem 
Spiritus in einem mit schlechtleitenden Wänden versehenen Temperatur- 
prüfungsgefäss durch Hinaussetzen ins Freie abgekühlt, und der Ther- 
mograph des Apparats in die Flüssigkeit getaucht wurde, deren 
Temperatur gleichzeitig mit einem empfindlichen Thermometer be- 
stimmt wurde. Durch successives Aufwärmen auf Zimmertemperatur 
wurden Bestimmungen in geeigneten Intervallen zwischen —26° und 
-f-9° erhalten. Endlich wurde das Haarhygrometer einer Prüfung 
unterzogen, indem es unter der Glocke der Luftpumpe zuerst der 
gewöhnlichen Zimmerfeuchtigkeit (57 ^'/o), dann der Sättigung (100 "/o) 
und endlich der Natrium-Trocknung (40 "/o) ausgesetzt wurde, w^obei 
ein gleichfalls hineingestelltes KoppE'sches Haarhygrometer als Ver- 
gleichsinstrument diente. Es zeigte sich im wesentlichen überall nur 
eine Änderung der Standkorrektion, während die Korrektionskurven 
als solche dieselben geblieben waren. 

Bei den Aufstiegen wurde stets besondere Sorgfalt auf die Anfangs- 
und Schlusseinstellung des histruments verwendet, wodurch erreicht 
wurde, dass die Ausgangswerte vor und nach dem Aufstieg fast 
immer die erforderliche Übereinstimmung zeigten. Das Instrument 
wurde dazu an der englischen Hütte, meist unter derselben zwischen 
den Stativbeinen angebracht und Vi Stunde lang sich selbst über- 
lassen, worauf durch Ablesung des Stationsthermometers und -Hygro- 
meters Temperatur und Feuchtigkeit bestimmt und gleichzeitig eine 
Marke auf der Registrierung gemacht wurde. Bei der Anbringung 
an der englischen Hütte erwäes es sich als notwendig, darauf zu achten, 
dass der Apparat in derselben Weise gegen den Wind orientiert war 
wie im Drachen, und dass er gegen direkte Sonnenstrahlung geschützt 
war. Das Barometer wurde nicht für die Aufstiege abgelesen, die 
diesbezüglichen Werte sind vielmehr erst bei der Auswertung aus 
den Aufzeichnungen des Stationsbarographen entnommen. 

Im Winter wurden die Feuchtigkeitsregistrierungen unbrauchbar, 
da die Haarhygrometer in der Kälte zu träge wurden. In einigen 
Fällen konnte noch eine Abnahme oder Zunahme konstatiert werden, 
doch Zahlen werte zu geben erschien unmöglich. Wie es scheint, 
wurden die Hygrometer auch dadurch ungünstig beeinflusst, dass 
die Instrumente im Hause aufbewahrt werden mussten und immer 
erst kurz vor Beginn des Aufstieges herausgebracht wurden. 

Nur eins der Registrierinstrumente, nämlich „Hergesell 104", 
besass ein Anemometer, und auch dies Instrument ging schon nach 
kurzem Gebrauch verloren, so dass nur bei 5 Drachenaufstiegen vom 
Sommer 1907 überhaupt eine Registrierung des Windes erhalten 



I. Einleitung. 21 

wurde. Trotzdem dürften die Windangaben im allgemeinen als 
recht zuverlässige zu betrachten sein. Es verhält sich hier ähnlich 
wie bei der Schätzung des Windes am Erdboden : man schätzt schon 
bei geringer Übung sehr sicher und hat sich nur vor dem Einschlei- 
chen systematischer Fehler in Acht zu nehmen. Verfasser war die 
Methode der Windschätzung in der Höhe nach dem Zuge der Dra- 
chen und deren ganzem Verhalten von seiner früheren Tätigkeit am 
Aeronautischen Observatorium zu Lindenberg sehr geläufig, und da 
in Grönland mit denselben Drachen gearbeitet wurde, traten auch 
nur selten Schwierigkeiten oder wesentliche Unsicherheiten auf, zu- 
mal da meist nur wenige oder gar nur 1 Drachen benutzt wurde. 
Oft wurde die Schätzung schon während des Aufstiegs ausgeführt, 
stets aber wurden sorgfältige Notizen über den Zug, den Höhen- 
winkel und das Verhalten der Drachen gemacht, w^elche nachträglich 
unter Berücksichtigung der verwendeten Zahl und Grösse der Drachen 
ein hinreichendes Bild der Windverhältnisse geben. Bei dieser Um- 
setzung war die von Dr. Kurt Wegener in „Die Technik der Dra- 
chen und Ballonaufstiege" (= Ergebn. d. Arb. d. kgl. Aeronaut. Obs. 
bei Lindenberg d. Jahres 1905 (I) pg. 126) gegebene Tabelle für die 
Züge der verschiedenen Drachen bei verschiedenen Windgeschwindig- 
keiten von Nutzen, indem ihre zeitweise Heranziehung vor etwa sich 
einstellender systematischer Über- oder Unterschätzung der Wind- 
geschwindigkeiten schützte. Bei den 5 Aufstiegen, welche eine Regi- 
strierung derselben enthalten, wurde diese erst nach erfolgter Schätzung 
ausgewertet, wobei die Schätzung an keiner Stelle korrigiert zu werden 
brauchte. 

Die Russregistrierung, für welche alle Instrumente eingerichtet 
waren, hat sich wegen ihrer Einfachheit gut bewährt. Bemerkens- 
wert ist, dass die Registrierung selbst in solchen Fällen, w^ der Russ 
fast ganz durch Treibschnee abgefegt oder durch Seewasser abge- 
waschen war, noch deutlich zu erkennen war, und zwar in solchen 
Fällen oft negativ, also schwarz auf weissem Grunde. Die im 
November durch Abriss verlorene Registrierung, welche alle Winter- 
stürme und die Schneeschmelze im folgenden Sommer im Treibeise 
durchgemacht hatte, w^ar noch in brauchbarem Zustande erhalten; 
das Papier hatte sich von der Trommel gelöst, der Russ war aber 
durch die Feuchtigkeit fixiert werden. 

Da sich Mängel der Registrierungen oder der ganzen Anordnung 
dieser Experimente meist erst bei der Auswertung zeigen, wurden 
die Aufstiege in der ersten Zeit sofort ausgewertet. Später Hess sich 
dies zwar wegen Zeitmangels nicht mehr durchführen, allein von 
Zeit zu Zeit wurde immer wieder eine Auswertung zur Kontrolle 
vorgenommen, besonders wenn ein neues Instrument in Gebrauch 



22 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

genommen wurde, oft auch, wenn das Ergebnis des Aufstiegs ein 
besonderes Interesse hatte. 

Mitarbeiter. Zum Schluss dieser Vorbemerkungen sei es 
Verfasser gestattet, seiner zahh-eichen Helfer und Mitarbeiter bei 
diesen Experimenten zu gedenken, namentlich der beiden Maschinen- 
meister Weinschenck und Koefoed, die fast bei allen Aufstiegen 
mitgearbeitet haben und auch eine Anzahl von Aufstiegen allein zur 
Ausführung brachten. Die meisten Aufstiege erforderten und fanden 
aber noch weitere Hülfskräfte zu ihrer Bewältigung, und es dürften 
nicht viele unter den Expeditionsmitgliedern gänzlich unbeteiligt 
an den im Folgenden zu gebenden Resultaten sein. 



II. ERGEBNISSE DER AUFSTIEGE. 





Erkläniui] 


der 


Zeichen und Abkürzungen. 


* 


Fallender Schnee. 








A Graupeln. 


~~^ 


Fliessendei- (treibender) Sclinee. 


= Nebel. 


m 


Schneedecke. 








Ф Sonnenring. 


© 


Regen. 








^ Mondring. 


_LL 


Reif. 








Sonnen hof. 


V 


Rauhreif. 








^ Mondhof. 


OO 


Glatteis. 
Eisnadeln. 








r^ Regen- und Nebelbogen 
>4 Nordlicht. 



Die Stärke der Erscheinung wird durch die Exponenten — 2 gekennzeichnet. 

Die Bewölkung (Bew.) wird von (wolkenfrei) bis 10 (ganz bedeckt) angegeben. 
Der Exponent gibt die Dicke der Wolken an (0 = sehr dünn, 2 = sehr dick). 

Wolkenarten: ci = Cirrus, ci-str = Cirro-Stratus, ci-cu = Cirro-Cumulus, a-cu =^ 
Alto-Cumulus, a-str = Alto-Stratus, streu = Strato-Cuniulus, cu = Cumulus, str =: 
Stratus, fr-str = Fracto-Stratus, fr-cu =; Fracto-Cumulus, ni = Nimbus, cu-ni = Cu- 
mulo-Nimbus, fr-ni =^ Fracto-Nimbus, P. B. ^ Polarbanden (langgestreckte parallele 
Wolkenstreifen, die perspektivisch an 2 Punkten des Horizonts polähnlich zusammen- 
zulaufen scheinen). 

Wind : W = West, N = Nord, E = Ost, S = Süd, С = Calme, WzN = West zu Nord. 







Nr. 1. 


1. September 1906. l Drachen (4 m^), 750 m Draht. 


Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

% 


Wind Bemerkungen 
m p. s. 


9» 51 
10 06 
10 30 

10 40 

11 13 


5 

200 

360 

200 

5 


775.1 

757 
742 

775.4 


+ 5.7 
4-3.9 

+ 2.0 

+ 2.9 

+ 4.2 


^ mit der 
( Höhe 
i zuneh- 
} mend 


NW 7 

NNW 8 
NzW 6-5 

NNW 8 
S 3 


Bew. 6 — 8' a-cu, str-cu, letztere 
sehr langsam aus NNW, zunehmend, 
Basis 800 m (Gipfel der 1000 m hohen 
Koldewey-Insel ist verdeckt). Wind 
unten abflauend, gegen Schluss auf 
kurze Zeit nach S umschlagend. 
In der Maximalhöhe starke Wind- 
abnahme, so dass der Drachen nicht 
höher zu bringen ist. 



9" 06 

9 10 

9 16 

10 30 

10 58 

11 06 
11 18 



9''36 

9 43 

9 46 

10 00 

10 32 

10 46 

11 04 



Nr. 2. 9. September. 



5 


762.5 


-2.3 


71 


200 


744 


— 3.0 


72 


500 


716 


-3.3 


63 


950 


677 


-5.0 


54 


500 




-3.3 


56 


200 




-1.9 


(>58) 


5 


702.0 


-0.8 


72 



2 Drachen 


8 


WzN 4 




WzN 6 




WzN 9 


( 


WNW 4—7 




WNW 8 




WNW 5-6 




WNW 5 





m-), 3120 m Draht. 

Bew. 2 — 1" str-cu im S, Fahne über 
der grossen Koldewey-Insel, Höhe 
ca. 15—1800 m. Bei ca. 800 m starke 
Windabnahme. Wind unten verän- 
derlich, frischt gegen 10"^ auf, flaut 
aber später wieder ab. 



Nr. 3. 10. September. 1 Drachen (4 m^), 1850 m Draht. 



5 


759.7 


+ 0.8 




200 


742 


+ 0.4 


55 


500 


714 


+ .3.7 


«42) 


1000 


671 


+ 1.7 


33 


500 




+ 4.0 


31 


200 




+ 0.5 


(>38) 


5 


7éÔ.2 


+ 1.2 


59 



W 


15 


W 


20 


WzN 


19 


WzN 


16 


WNW 


18 


WNW 


IS 


W 


12 



Bew. 1" a-str. Inversion zwischen 
350 und 500 von - 1.0 auf + 3.7 (im 
Abstieg von +0.2 bei 280 m auf + 4.0 
bei 500, hier jedoch in 2 Stufen ge- 
teilt, die durch Temperaturabnahme 
getrennt sind). Beim Abstieg sind 
Luftwogen bei der Inversion re- 
gistriert. Oberhalb 500 m erhebliche 
Windabnahme. 



24 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 4. 16. September 1906. 2 Drachen (8 m^), 1850 m Draht. 



Zeit 


See- 
höhe 


Luft- 
druck 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 


Bemerkungen 




m 


mm 


С 


o/o 


m p. 


s. 




1147 


5 


772.0 


- 4.0 


77 


WNW 


8 


Bew. 10— 9> a-str, fr-str. Geringe 


11 56 


200 


753 


- 5.0 


71 


WNW 


8 


Inversion mit Windabnahme bei 


12 37 


500 


725 


— 6.0 


80 


NW 


5 


400 m. Oberhalb 800 m Isothermie. 


12 42 


855 


693 


- 8.4 


99 


NNW 


5-G 


Untere Grenze des fr-str wahrschein- 


12 47 


500 




- 6.4 


«90) 


NW 


5 


lich nahezu erreicht. 


12 57 


200 




- 5.3 


76 


NW 


6 




1p02 


5 


77i.9 


- 3.5 


74 


NW 


6 





Nr. 5. 22. September. 1 Ballon, 2500 m Draht. 



3p 55 



5 


769.1 


- 6.3 


77 


200 


750 


- 6.9 


<70 


500 


722 


- 6.8 


<64 


1000 


677 


— 8.3 


«58) 


1340 


648 


- 8.1 


48 


1000 




- 9.4 


48 


1000 




- 9.4 


45 


500 




— 7.0 


>46 


200 




- 7.3 


>50 


5 


769.0 


— 8.5 


87 



SW 


2 !l 


SSW 


2 


SW 


3—4 


WSW 


5 


w 


5-6 


WSW 


5 


WSW 


5 


SW 


2 


S 


1 


E 


3 



Bew. zunehmend 1 — 6" ci-str, ci. 
Unmittelbar über dem Boden eine 
ca. 150 m (im Abstieg 250) dicke 
feuchte Schicht, in welcher sich _i_l 
an den Draht setzt. Überall äusserst 
schwaches Temperaturgefälle, Inver- 
sionen hauptsächlich zwischen 1150 
und der Maximalhöhe von — 9.5*' 
auf — 8.1, sowie im Abstieg zwischen 
Erde und 400 (im Aufstieg nur 
Isothermie). Wind unten wechselnd, 
stets schwach. 



Nr. 6. 23. September. 1 Ballon, 2200 m Draht. 



9-34 


5 


760.0 


— 10.2 


95 


9 38 


200 


741 


-11.6 


100 


9 42 


500 


713 


(- 5.1) 


«63) 


9 48 


1000 


670 


— 0.3 


<47 


9 52 


1345 


642 


+ 2.6 


40 


9 57 


1000 




+ 0.9 


36 


10 11 


500 




- 1.3 


35 


10 26 


200 




(- 10.3) 


О 56) 


10 34 


5 


759.4 


— 10.3 


100 







Nr. 


7. 25. September. 


2p 50 


5 


734.5 


- 7.1 


78 


3 00 


200 


716 


- 8.8 


72 \ 


3 06 


500 


689 


-11.2 


72 


3 12 


1000 


646 


-13.4 


80 


3 15 


1020 


644 


-13.3 


84 


3 20 


1000 




— 13.0 


81 


3 32 


500 




-10.8 


85 


3 40 


200 




- 8.6 


73 


3 45 


5 


734.6 


— 7.4 


78 



E 


0-2 


SE 


2 


S 


3 


SW 


5—6 


S\\^ 


5-6 


SW 


5-6 


S 


3 


С 




с 




1 Drachen 


W 


5 



WNW 8-10 
böig. 



W 8—9 



Bew. 10'-^\ obere Grenze bei 
200 m, darüber Inversion und Feuch- 
tigkeitsabnahme bis zur Maximal- 
höhe. Die eingeklammerten Tem- 
peraturen und Feuchtigkeiten sind 
durch Nachhinken stark gefälscht. 



(4 m^), 2000 m Draht. 

Bew. 8"-! a-str, str-cu, ni (im S 
über der Koldewey-Insel). Inversion 
von - 13.1 auf — 12.3 zwischen 850 
und 900 (beim Abstieg von — 13.6 auf 
— 12.4 in derselben Höhe). Feuchte 
Schicht (92 «/o) zwischen 600 und 
850 m. Im Abstieg sind bei der 
Inversion Temperaturwellen (Luft- 
wogen) registriert. 



Nr. 8. 26. September. 2 Drachen (11 m^), 3550 m Draht. 



9=^56 
10 03 

10 08 

11 22 
11 28 

11 44 

12 08 
12 12 
12 26 



5 


739.8 


— 7.2 


68 


200 


722 


- 7.6 


68 


500 


694 


- 9.9 


67 


1000 


650 


— 12.1 


75 


1170 


636 


— 13.6 


78 


1000 




- 12.5 


84 


500 




— 10.1 


83 


200 




- 7.5 


«80) 


5 


739.9 


- 6.5 


74 



w 

WNW 

NW 
NW 
NW 
NW 
NW 
WNW 



6 

7 
7 
6 
5-6 
6 
7 
7 



Bew. 3" ci-str, ci-cu, a-cu (aus N), 
str-cu. Geringe Inversion mit Feuch- 
tigkeitsabnahme und Windabnahme 
zwischen 700 und 800. 



II. Ergelmisse der Aufstiege. 



25 







Nr. 9. 4. 


Oktober 


1906. 1 


Ballon, 3100 m Draht. 


Zeit 


See- 
hölie 


Luft- 
druck 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 




Bemerkungen 




m 


mm 


С 


"/o 


m p. s 






10'' 04 


5 


751.8 


- 5.2 


55 


W 


2 


Bew! 7° ci-str. Inversion zwischen 


10 07 


200 


733 


— 6.0 


60 


N^^' 


2 


500 und der Maximalhöhe, verbun- 


10 09 


500 


706 


— 7.2 


58 


NN^^' 


5 


den mit Linksdrehung und Zunahme 


10 12 


1000 


662 


- 5.6 


54 


\N'N\\^ 


6 


des Windes. Beim Einholen reisst 


10 16 


1500 


621 


- 3.6 


52 


w 


6 


der Ballon ab, der Apparat fällt aus 


10 18 


16Я5 


611 


— 2.9 


50 


w 


6 


600 m Höhe auf das Land und л\'1га 


10 21 


1500 




- 4.8 


51 


w 


6 


schwer beschädigt. Keine Schluss- 


10 25 


1000 




- 5.0 


52 


WNW 


6 


einstellung. 







Nt 


.10. 6. 


Oktober. 


9-12 


5 


752.9 


- 7.6 


51 


9 27 


200 


734 


- 8.4 


43 


9 50 


500 


707 


— 10.2 


44 


9 58 


200 




— 8.9 


41 


10 10 


5 


752.8 


- 7.9 


60 



1 Drachen (4 m^), 900 m Draht. 



WNW 4 


-5 


W 


6 


W 


6 


^^^ 


6 


w 


3 



Nr. 11. 10. Oktober. 1 Drachen 



9» 04 
9 10 
9 20 
9 30 
9 40 



5 


753.8 


-11.2 


70 


200 


735 


— 12.1 


59 


465 


710 


-13.0 


56 


200 




-11.5 


51 


5 


754.1 


-10.9 


58 1 







Nr. 


12. 10. Oktober. 


1P14 


5 


755.8 


— 9.8 


52 


1 25 


200 


737 


— 9.5 


51 


1 50 


500 


709 


-13.0 


55 


2 05 


200 




— 11.5 


60 


2 30 


200 




-11.3 


55 


2 40 


500 




- 14.9 


60 


2 58 


1000 


664 


— 17.2 


70 


8 40 


1500 


621 


-19.2 


59 


3 48 


2000 


580 


-22.1 


66 


3 50 


2100 


573 


-18.3 


66 


3 53 


2000 




-20.3 


71 


4 20 


1500 




— 19.2 


66 


4 28 


1000 




- 17.4 


71 


4 32 


500 




— 14.3 


74 


4 42 


200 




-10.8 


61 


4 53 


5 


757.3 


-11.9 


59 



2i'10 


5 


753.3 


-18.9 


61 


2 20 


200 


734 


— 18.8 


56 


2 25 


300 


724 


— 17.8 


51 


2 30 


200 




-18.6 


50 


2 40 


5 


753.2 







Nr. 14. 17. Oktober. 



w 


6 


WNW 


6 


WN^^' 


5 


WNW 


6 


NW 


6 


3 Drachen 


N\\' 


6 


NNW 


7 


NW 


7 


NW 


о 


NW 


6 


NW 


7 


NW 


7 


NW 


8 


NW 


10 


NW 


10 


NW 


10 


NNW 


6 


N 


4 


N 


4 


N 


5 


NNW 


2 


1 Drachen 


NW 


5 


WNW 


6 


W 


4 


WNW 


6 


NW 


4 


4 Drachen 



Bew. abnemend 10—7"-' a-str, 
str-cu (Wogen N— S). Isothermie bis 
ca. 80 m Höhe. Von ca. 300 m ab 
wieder Feuchtigkeitszunahme. 



4 m-), 1000 m Draht. 

Bew. abnehmend 7 — 4"-^ str-cu 
(aus N), Wind unten aus wechselnder 
Richtung. 



Bew. 4 — 2" str-cu. Zwischen Erde 
und ca. 50 m Inversion, beim Auf- 
stieg sehr gering, beim Abstieg auf 
— 9.7°. Weitere Inversion mit Wind- 
zunahme zwischen 2000 und der 
Maximalhöhe, mit starken Tempera- 
turschwankungen (Luftwogen).^^'ind 
überall sehr wechselnd, mit starken 
vertikalen Komponenten, die direkt 
an den Drachen zu beobachten sind 
(z. B. Ansteigen auf 75" Winkelhöhe 
fast ohne Zug!). Unten um VU^' S 
5 m p. s., um 4'/ji' fast С, sonst zwi- 
schen N und W schwankend. 



Nr. 13. 15. Oktober, l Drachen (4 m'^), ca. 800 m Draht. 



8" 57 
9 00 
9 05 
9 35 
10 05 

10 18 

11 00 



5 


751.1 


— 18.4 


62 


200 


732 


— 19.2 


67 


500 


703 


— 20.9 


70 


1000 


657 


— 21.9 


74 


1000 




- 20.9 


75 


1500 


614 


-25.4 


90 


2000 


573 


-27.2 


80 



WNW 




6 


WNW 




8 


WNW 




9 


WNW 


7 


-8 


\\'ХЛ\^ 


7 


— S 


NWzW 7- 


-9 


N\\^ 


7 


-9 



Bew. 1" a-str. Inversion bis zur 
Maximalhöhe. Windmaximum bei 
200 m. 



(16 m^), 6800 m Draht. 

Bew. abnehmend 8"-' — 5" ci, a-str, 
fr-str, Ф um 10'. Zwischen 1500 
und 1550 beim Aufstieg geringe 
Inversion mit Windzunahme und 
Feuchtigkeitsfall (wohl obere Wol- 
kengrenze), beim Abstieg statt dessen 
eine geringe Inversion bei 1050 m, 



26 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 14. 17. Oktober 1906. Fortsetzung. 



Zeit 



Luft- 
druck 



Tem- 


Rel. 
Feuch- 


peratur 


tigkeit 


C" 


o/„ 



Wind 
m p. s. 



Bemerkungen 



11=40 

1 11 

2 08 
2 34 

2 56 

3 06 
3»16 



2370 

2000 

1500 

1000 

500 

200 



544 


-29.8 


■ 81 




-25.7 


72 




- 23.7 


60 




- 20.9 


>51 




-20.2 


55 




-19.2 


52 


748.3 


-19.1 


49 



NW 7—9 

NW 8—10 
NW 8—10 
WNW 12 
WNW 15 
WNW 15 
WNW 13 



mit Temperaturschwankungen. Hier 
auch Feuchtigkeitsminimum. Beim 
Einholen frischt der Wind überall 
auf, so dass 2 Hülfsdrachen her- 
untergelaufen werden müssen (Zug 
bis 60 kg!). Beim Zurückbringen 
der heruntergedrückten Drachen 
bekommt man Frostschäden im Ge 
sieht. Ein Teilnehmer ist abends 
krank infolge Überanstrengung. 







Nr. 


15. 18. 


Oktober. 


12»58 


5 


750.0 






1 00 


200 


731 


— 13.8 


64 


1 05 


500 


702 


-14.9 


60 


1 12 


825 


673 


-18.0 


64 


1 35 


500 




-15.7 


66 


1 50 


200 




— 14.6 


66 


2p 13 


5 


750.6 


- 12.9 


85 



1 Drachen (4 m'-), 2300 m Draht. 



NW 


10 


NNW 


16 


NNW 


12 


NNW 


12 


NNW 


12 


NW 


10 



Bew. 10' ni z:X\ '>^'\ Luft »ur auf 
wenige km sichtig. Von 600 m 
bis zur Ma.ximalhöhe Feuchtigkeits- 
zunahme. Wolkcnbasis wohl nicht 
erreicht. 







Nr. 


16. 20. 


Oktober 


li'29 


5 


766.1 


— 19.2 


66 


1 50 


200 


746 


-19.9 


65 


2 00 


400 


726 


-20.4 


71 


2 12 


200 




— 19.9 


68 


2 20 


5 


766.0 


— 19.4 


71 



1 Drachen (4 m'-), 900 m Draht. 



WNW 

W 

W 

W 
WNW 3—4 



3-4 

5-6 
5-6 
5-6 



Bew. 
ten. 



7" 1 a-str, mehrere Schieb- 







Nr. 


17. 22. 


Oktober. 


2p 19 


5 


750.2 


-18.4 


73 


2 22 


200 


731 


-19.4 


) Reg. 
{ un- 
fbrauch- 
) bar 


2 35 

3 00 


500 
200 


702 


— 20.7 
-19.0 


3 05 


5 


751.4 







1 Drachen (4 m^), 1100 m Draht. 



9'' 58 
10 00 
10 25 
10 30 
10 46 

10 50 

11 10 
11 30 
11 38 
11 50 
11 58 



1p45 

1 50 

2 15 
2 25 
2 30 



NNW 8—9 

NWW 1f^ 

NW ^-P 
NW| b«'g 
WNW 7 



Bew. 3"-! str-cu. Wind überall 
böig (vormittags Schneesturm mit 
IVmp.'s.), abflauend. Das Baro- 
meter steigt in unregelmässigen 
Wellen. 



Nr. 18. 23. Oktober. 2 Drachen (8 m'-'), 3260 m Draht. 



5 


751.4 


- 15.7 


73 


200 


732 


— 16.4 


70 


.500 


704 


-18.9 


80 


1000 


658 


-19.4 


84 


1500 


615 


— 16.6 


90 


1575 


609 


-16.9 


93 


1500 




-36.6 


90 


1000 




-16.6 


87 


500 




— 19.2 


85 


200 




-17.4 


73 


5 


751.1 


-15.5 


73 



NNW 

N 

N 
NNE 
NNE 
NNE 
NNE 
NNE 

N 

N 
NW 



9 
9 

10 
15 
15 
15 
15 
15 
10 
9 



Bew. 10^ ni ^° «• °. Geringe Invei'- 
sion unmittelbar unterhalb 200 m. 
Ferner Inversion von — 20.6 auf 
— 16.6 zwischen 830 und 1500 m, 
unterbrochen durch Isothermie zwi- 
schen 1150 und 1300 m. Im Abstieg 
liegt die Inversion zwischen 700 und 
1300 m (- 19.9 auf - 16.1), die un- 
terbrechende Isothermie zwischen 
800 und 1100 m. Die Inversion ist ver- 
bunden mit Feuchtigkeitszunahme 
sowie Zunahme und Bechtsdrehung 
des Windes. 



Nr. 19. 24. Oktober. 1 Drachen (4 m'-), 1000 m Draht. 



5 


750.9 


— 14.0 


80 


200 


732 


— 13.8 


79 


490 


705 


-12.7 


83 


200 




-14.1 


79 


5 


751.3 


-13.6 


80 



NNW 10 

NNW 8 

NNW 7 

NNW 8 

NNW 9 



Bew. 10- ni «■". Inversion zwi- 
schen Erde und 100 m auf -13.2". 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



27 



Nr. 20. 11. November 1ÎK)6. l Drachen (4 m^), 2000 m Draht. 



Zeit 



12'»33 
12 35 
12 45 
1 10 
1 40 
1 45 
1p49 



See- 
höhe 



Luft- 
druck 



5 


764.1 


200 


745 


500 


716 


960 


674 


500 




200 




6 


764.1 



Tem- 
peratur 

С 



Rel. 
Feuch- 
tigkeit 



Wind 
m p. s. 



12.1 
12.8 
15.1 
18.7 
15.3 
13.5 
13.0 



61 

о 48) 
О 50) 
>77 

83 

73 

70 



NW 
NNW 
NNW 
NW 
NW 
W^NW 
WSW 



Bemerkungen 



10 Bew. 9^ str-cu. Feuchtigkeitswerte 

10 beim Aufstieg wegen Nachhinkens 

9 zu niedrig. Während des Aufstiegs 

9 dreht der Wind und nimmt an 

8 Stärke ab. 



11*00 
11 20 



5 

ca. 80 



Nr. 21. 10. Dezember. 



1P45 


5 


747.4 


2 35 


180 


729 


2 45 


5 


746.8 



20.7 


100 


20.4 


100 


19.8 


100 



1 Drachen (4 m'-'), 450 m Dralit. 
NE 6 — 7 Bew. 101 j^} .j,. о Inversion zwi- 
E 4 sehen Erde und 50 m auf — 19.3". 

ENE 5—6 Darüber Windabnahme. — Aufstieg 
bei künstlicher Beleuchtung. 



Nr. 22. 

750.6 



20. Dezember, l Drachen (4 m-), 250 m Draht. 

- 31.0 . . I WNW 
-27.6 .. I WNW 



Bew. 2" a-str. Windmaximum von 
7 m p. s. bei 50 m Höhe. — Künst- 
liche Beleuchtung. 



Nr. 23. 8. .Januar 1907. 1 Drachen (4 m-), 1050 m Draht. 



91' 20 


5 


747.6 


9 25 


200 


729 


9 50 


500 


700 


10 00 


200 




10 10 


5 


747.6 



16.Я 
16.8 
17.0 
16.5 
16.6 



Heg. 

un- 

jrauch- 

bar 



WNW 


7 


WNW 


8 


NNW 


6 


WNW 


7 


WNW 


6 



Bew. 10- ni ^" «■"-'. Geringein- 
version zwischen Erde und lUO m. 
Aufstieg bei künstlicher Beleuch- 
tung. 



Nr. 24. 14. Januar. 1 Drachen (4 m^), 800 m Draht. 



I-'IS 

1 40 

2 10 
2 15 
2 25 



1P12 



15 
20 
30 
42 
50 
Ol 



1p02 



5 


750.8 


200 


731 


460 


706 


200 




5 


750.6 



19.7 
20.1 
22.3 
20.1 
20.4 



I Reg. 
l un- 

( brauch- 
bar 



NNW 4-8 
N^ 

N i 3 - 15 
NJ 

NNW 10 



Bew. 3" a-str, bisweilen ^''. Wind 
überall sehr böig, zwischen und 
15 m p.s., einzelne Stösse bis 1 7 m p. s., 
dann =:>-^ und 30-35 kg Zug. In 
den Windstillen (unten minutenlang 
C) fällt der Draht regelmässig in un- 
kontrollierbarer Länge aufs Eis. — 
Künstliche Beleuchtung. 



Nr. 25. 23. Januar. 1 Drachen (4 m^), 1750 m Draht. 



5 


748.5 


200 


728 


500 


699 


680 


681 


500 




200 




5 


748.7 



27.4 
■26.7 
■ 28.5 
29.3 
29.2 
26.6 
27.5 



Zun. 
] Abu. 



NW 
WNW 
WNW 
WNW 
WNW 
WNW 

NW 



8 
15 
10 

7 
10 
15 

7 



Bew. abnehmend 4 -2" a-str, ^". 
Beim Aufstieg Inversion zwischen 
Erde und 200 m wie angegeben, im 
Abstieg dafür zwischen Erde und 
50 m auf — 25.3". Eine weitere In- 
version scheint in der Maximalhöhe 
erreicht zu sein, hier auch Abnahme 
des Windes und der Feuchtigkeit. 



Nr. 26. 24. Januar. 1 Drachen (4 m^), 2100 m Draht. 



5 


758.2 


— 24.7 




200 


738 


— 25.0 




500 


709 


-26.7 


Heg. 


630 
500 


696 


-27.8 
- 26.5 


1 un- 
brauch 
bar 


200 




-24.3 




5 


758.5 


- 24.4 





NW 
WNW 
WNW 

NW 
WNW 
WNW 

NW 



8 
15 
15 

6 

15 
15 

7 



Bew. 4" a-str, Föhnwolken. In- 
version auf — 23.5" in den unter- 
sten ca. 30 m. Zwischen 100 und 
500 m starker Wind. 



28 



Drachen- und F'esselballonaufstiege. 



Nr. 27. 25. Januar 1907. 1 Drachen (4 m'^), 2350 m Draht. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 


Reh 
Feuch- 
tigkeit 

o/o 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


2p 14 
2 16 
2 20 
2 28 
2 30 
2 40 
8 50 
4 00 
4 13 


5 

200 

500 

1000 

1170 

1000 

500 

200 

5 


763.5 

743 

713 

6G5 

649 

764.3 


-25.9 

— 26.5 

-28.5 
-33.2 

— 34.5 

— 32.8 

— 28.0 
-26.9 
-26.5 


Reg. 
un- 
brauch- 
bar 


NW К) 

NW 15 

NW 16 

NNW 18 

NNW 18 

NNW 18 

NW 16 

NW 15 

WNW 5 


Bew. 4'' a-str, Föhnwolken (im W), 
fr-cu (über der Kold. L), i^". Schon 
den ganzen Tag über periodische 
Schwankungen der^^Чndstärke. Beim 
Abstieg hat es in den untersten 100 m 
abgeflaut, so dass der Drachen zu- 
letzt herunterfällt. Bald nach Schluss 
frischt der Wind unten wieder auf.— 
Teilweise künstliche Beleuchtung. 



3"'44 
3 48 
3 50 

3 52 

4 00 



1145 
12 00 
12 10 
12 13 

12 20 



1p40 
1 42 

1 44 

2 00 

3 17 



Nr. 28. 30. .Januar. 1 Ballon, 300 m Draht. 



5 


766.1 


200 


746 


250 


740 


200 




5 


766.0 



— .31.0 
-27.6 
-27.0 
-27.3 
ca.— 31.0) 



{ un- 
[brauch- 
I bar 



NNE fast С 



SSE 
SSE 
SSE 



Bew. 3" str-cu, langsam aus S zu- 
nehmend. — Beim Füllen zerreisst 
der erste Ballon. Der zweite muss 
erst in der Messe aufgethaut und 
ausgebreitet werden, wird dann 
hinausgetragen und sehr schnell ge- 
füllt. — Aufstieg bei künstlicher Be- 
leuchtung. 



Nr. 29. 4. Februar. 1 Drachen (7 m«), 1050 m Draht. 



5 


759.3 


200 


740 


340 


726 


200 




5 


759.5 



21.2 
20.6 
22.0 

20.8 



I Reg. 
( un- 
(brauch- 
I l)ar 



N 5-9 

N 5-12 

N 4-7 

N 5-12 



Bew. 4 — 3" a-str, str-cu, meist l^^ 
AVind überall sehr böig, der Drachen 
fällt abwechselnd herunter und zieht 
dann Avieder 50 kg. Mit der Höhe 
Windabnahme. Inversion bis ca. 
50 m, hier W4ndmaximum. — Beim 
Zusammensetzen des Drachens be- 
kommt ein Teilnehmer Fusskrämpfe 
in Folge der Kälte, ein anderer 
Frostschäden. 



Nr. 30. 6. Februar. 1 Drachen (6 m^), 2700 m Draht. 



5 


746.2 


200 


727 


500 


698 


920 


658 


5 


747.7 



23.4 
24.6 
26.3 

28.8 
23.4 



I Heg. 
l un- 
brauch- 
I bar 



NW^ 

N 

N 

N 

W^SW 



12 
18 
18 
12 



Bew. 102 j^i ^2 ^ 2 Während 
des ganzen Aufstieges unten NW 
12 m p. s., erst zum Schluss flaut es 
ab. Windmaximum von 22 m p. s. 
bei 300 m. Oberhalb 800 beträcht- 
liche Abnahme. Durch den Treib- 
schnee ist der Russ völlig von der Re- 
gistriertrommel entfernt, die Kurve 
aber trotzdem sichtbar. Beim Ab- 
stieg ist die Uhr stehen geblieben. 
Beim Zusammensetzen des Drachens 
bekommt man Frostschäden an den 
Fingerspitzen. 



Nr. 31. 8. Februar. 1 Drachen (6 m^), 2650 m Draht. 



1P30 


5 

200 

500 

1000 


755.1 


ca.2pi5 


1400 


620 


2 46 


5 


754.5 



(— 



28.6 
28.9) 
29.7) 
31.2) 
32.3 
27.6 



NW 


8 


NNW 


9 


NNW 


10 


N 


10 


N 


10 


NW 


10 



Bew. 4" a-str, z^". Uhr gleich beim 
Aufstieg stehen geblieben. Tiefster 
Druck und niedrigste Temperatur 
sind als zusammengehörig betrach- 
tet, die übrigen Temperaturen sind 
interpoliert. Die Maximalhöhe ist 
durch Winkelmessung kontrolliert. 
— Beim Einholen bekommt man 
Frostschäden im Gesicht. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



29 







Nr. 32. 


11. Februar 190 


7. 2 Drachen (10 m-), 5200 m Draht. 


Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 

C» 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

'Vo 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


10-10 
10 13 
10 16 
10 20 

10 25 

11 20 
11-15 


о 

200 

500 

1000 

1500 

1720 

5 


755.1 

59è 
755.1 


-20.1 
- 22.7 




NWzN 7—8 
NNW 10 
NNW 10 
NzW 9 
NzW 9 
NzW 9 
С 


Bew. 8-9' str, a-str (Wogen SSW- 
NNE), Föhnwolken. Basis des str 
ca. 1400 m., Apparat und die ober- 
sten 1050 m Draht sind mit Reif 
bedeckt. Wind unten schon um 
\V^ nur noch 4 m p. s., um 11^4 
schwacher E (!), am Schluss G. Im 
Einholen fallen beide Drachen bei 
Erreichen der unteren stillen Luft- 
schicht (nur 100 m dick!) aufs Meer- 
eis. — Temperatur- und Feuclitig- 
keitsregistrierung versagen wegen 
Zusammenhakens der Federn. 







Nr. 


33. 16. Februar. 


1P15 


5 


747.0 


— 17.5 




1 18 


200 


728 


-19.5 




1 23 


500 


699 


— 20.4 


Regist. 


1 30 


1000 


653 


— 17.6 


wegen 
Rauh- 


1 32 


1040 


650 


-17.9 


reifes 


1 40 


1000 




-19.9 


un- 


2 40 


500 




- 19.5 


brauch- 


3 10 


200 




-19.5 




4 37 


5 


748.0 







1 Drachen (6 m'-), 3670 m Draht. 



NW 


7 


NNW 


10 


NNW 


15 


NzW 


15 


NzW 


15 


NzW 


15 


NNW 


15 


NNW 


15 


NW ca. 


8böig 



Bew. 9'^ str. Basis 700 m, zum 
Schluss Bew. 10^ ni * ^ bisweilen 
H^'^. Beim Aufstieg Inversion von 

20.6 auf — 17.;5 zwischen 600 und 
950, im Abstieg zwischen 750 und 
Maximalhöhe von — 21.8 auf — 17.9, 
mit Temperaturschwankungen (Luft- 
Avogen). Im Abstieg ausserdem ge- 
ringe Inversion zwischen 200 und 
300 m. Instrument, Drachen und 
Draht schwer mit Rauhreif belastet 
(Drachenschnüre 1 cm dick), Dra- 
chen zieht schliesslich mehr als 
60 kg (Grenze des Zugmessers) und 
muss mit 3 km Draht herunter- 
gelaufen werden. 



Nr. 34. 17. Februar, l Drachen (4 m-), 2600 m Draht. 



1p28 
1 30 
l 35 

1 45 

2 00 
2 37 



5 


756.0 


-23.7 




200 


736 


-23.5 


Heg. 
un- 


500 


707 


-22.8 


1000 


660 


-23.1 


brauch- 
bar 


1050 


656 


— 23.0 


5 


755.9 







NzW 


14 


N 


20 


N 


20 


N 


17 


N 


16 


NzW 


15 



Bew. 30 fr-str, a-str, =^1—. Um 
2p unten 17 m p. s. gemessen. Bei- 
nahe isotherm bis zur Maximalhöhe. 
Bei 950 m starke Windabnahme. 
Das Aspirations-Psychrometer wird 
durch den Wind auf die Erde ge- 
schleudert und zerbricht. Der Dra- 
chen stürzt beim Einholen mit ca. 
60 kg Zug herab. Beim Zurückholen 
gehen 2 Mann fehl und finden das 
Schiff erst nach längerem Suchen. 
Fast alle Beteiligten bekommen 
Frostschäden im Gesicht. 



Nr. 35. 



1 Drachen (4 m'-), 1940 m Draht. 



1p07 



5 


759.9 


-27.5 


84 


200 
200 


740 


-25.4 
-24.2 


\ Abn. 


500 


710 


-26.4 


\ Zun. 


900 


672 


- 27.9 


500 




-25.7 




200 




— 23.9 




5 


759.8 


-27.1 





NW 


6 


NNW 


5 


NNW 


5 


N 


9 


NzE 


10 


N 


9 


NNW 


6 


NNW 


9 



Bew. 3" a-str. Starker Flimmer 
an den Koldewey-Inseln. Beim Auf- 
stieg Inversion zwischen Erde und 
200 m wie angegeben, beim Abstieg 
zwischen Erde und 30 m auf — 23.1". 
Überall zeitliche Schwankungen der 
Temperatur. Windmaximum von 
7 m p. s. (im Aufstieg) bei ca. 50 m, 
Minimiun von 4 — 5 m p. s. bei 210. 
Drachen wird durch Einholen höher 



30 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 35. 19. Februar 1907. Fortsetzung. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 

CO 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

o/o 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 














geworfen und findet oben wieder 
mehr Wind. Kurz nach Schkiss 
unten fast C. — Der Drachen reisst 
unmittelbar über der Erde ab (Kink 
im Draht) und havariert schwer 
beim Herabfallen. 



2p 0.3 
2 12 
2 15 



3p Ol 

3 06 

12 

22 
27 
31 
35 



2p 25 
2 27 
2 30 
2 40 
2 50 
2 56 



Nr. 36. 23. Februar, l Ballon, 410 m Draht. 



5 


744.4 


-27.8 




200 


725 


- 25.5 




260 


719 


— 25.5 





N 


1 

1-2 


N 


1-2 



Bew. .З"-" a-cu, a-str, str-cu. In- 
version bis 200 m wie angegeben, 
darüber Isothermie und Windände- 
rung. Wind unten abflauend, Tem- 
peratur fallend. — Beim Füllen ist 
der Ballon durch Brechen des ge- 
frorenen Firnisses so undicht ge- 
worden, dass er sich trotz grösster 
Schnelligkeit des Arboitens nicht 
halten kann, sondern herunterfällt. 
Er wird sofort repariert und nach- 
gefüllt (siehe nächsten Aufstieg). 



Nr. 37. 23. Februar. 1 Ballon, 1330 m Draht. 



5 


744.3 


— 29.6 




200 


724 


-26.3 


[ Abn. 


500 


695 


-25.0 


700 


677 


-23.5 


500 




- 25.3 




200 




— 26.5 




5 


744.3 


— 30.3 


94 



N 


1 


ESE 


2 


SE 


3 


ESE 


2 


N 


1 


NNW 


Ч2 



Bew. 30 a-str, Wogen N— S. Im 
Aufstieg Inversion bis 220 m auf 

— 26.0» ^im Abstieg bis 250 m auf 

— 25.4"), darüber Abnahme um ca. 
^/4" bis 300 m, weitere Isothermie 
bis 400 m ; darüber weitere Zunahme 
bis zur Maximalhöhe. Bis ca. 250 m 
leichler Nordwind, darüber starke 
Drehung. Die kleine Tempcratui'- 
abnahme, welche die Inversion un- 
terbricht, scheint durch Wellen- 
bewegungen und vertikales Durch- 
einanderwirbeln der Luft an der 
Grenzfläche der beiden verschieden 
strömenden Luftschichten hervor- 
gerufen zu sein. 



Nr. 38. 26. Februar. 1 Drachen (3 m^), 2090 m Draht. 



5 

200 
500 
840 
500 
200 



757.0 
737 

707 
674 



27.9 
27.6 

28.4 

29.0 

■28.4 

26.5 



Reg. 
[ un- 

I brauch- 
bar 



NWzW 12-13 
N Wz W 20-22 
NWzW 18 
NWzW 17 
NWzW 18 
NWzW 20-22 



Bew. 3^ a-str ^"-4 Zwischen Erde 
und 200 m geringe Inversion wie an- 
gegeben. Windmaximum von ca. 22 
m p. s. bei 150 m. — Beim Aufbauen 
des Drachens werden mehrere kleine 
Reparaturen nötig, die über eine 
Stunde dauern (!). Das Arbeiten 
draussen liegt an der Grenze des 
Möglichen. Beim Einholen reisst in 
50 m über der Erde die Fesselung, 
der Drachen fällt aufs Meereis, wo 
er vom Winde auf die hohe Kante 
gestellt und wie eine Scheibe fort- 
gerollt wird. Trotz sofortiger .lagd 
im Dauerlauf verschwindet er vor 
uns im Schneetreiben, und wird erst 
nach längerem Suchen auf der an- 
deren Seite des Hafens in Lee einer 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



31 



Nr. 38. 26. Februar 1907. Fortsetzung. 



Zeit 



See- 
höhe 



Luft- 
druck 



Tem- 
peratur 



Rel. 
Feuch- 
tigkeit 



Wind 
m p. s. 



Bemerkungen 



10» 09 
10 20 
10 30 
10 40 
10 45 

10 55 

11 02 



1P12 
1 16 
1 30 
1 38 
1 43 



9» 50 

9 55 

10 10 

10 25 

10 35 



8-49 
8 27 

8 55 

9 03 
9 09 



5 
200 
425 
200 

5 



Eisscholle sehr zertrümmert wieder 
gefunden. Der Apparat, der lieraus- 
gefallen war, wurde gleichfalls leicht 
beschädigt wiedergefunden. Regi- 
strierung durch Treibschnee etwas 
ausgewischt. Keine Schlussablesung. 



Nr. 39. 6. März, 1 Drachen (6 m^), 1500 m Draht. 



5 


754.2 


— 28.6 


84 


200 


734 


- 27.5 


an- 


500 


704 


- 30.4 


schei- 


775 


677 


-31.2 


l nend 
keine 


500 




-30.1 


Ände- 


200 




- 27.0 


rung 


5 


754.5 


^27.9 


83 



NNW 


8 


NW 


7 


NW 


8 


^^^NW 


9 


NW 


S 


NW 


7 


\V}i\y 


5 



Bew. 7 — 6^ ^"j str (erreicht), ci, 
ф", bisweilen ^". Zwischen Erde 
und 100 m Inл'ersion auf — 27.2" 
(im Abstieg etwas verstärkt), ferner 
geringe Inversion zwischen 500 und 
58ü m, verbunden mit geringer Wind- 
zunahme, möglicherweise obere 
Grenze des str. In den Wolken 
sammelt sich etwas Schnee im Ap- 
parat. 



Nr. 40. T.März. 1 Drachen (4 m^), 1150 m Draht. 



5 


7.57.4 


-26.9 


84 


200 


737 


*) 




420 


715 


— 26.5 


Abn. 


200 




-26.5 




5 


757.4 


— 26.1 


86 



WNW 


11 


WNW 


10 


^^'NW 


4 


WNW 


10 


NWzW 


8 



Bew. 8 — 9'^^' a-str, ^". Inversion 
zwischen Erde und 70 m auf — 25.2". 
Zwischen 300 m und Maximalhöhe 
Inversion von - 27.2" auf — 26.5" 
(wohl nicht erschöpft), verbunden 
mit starkem Abflauen des Windes. 
Am Schluss dreht der Wind unten, 
so dass um 2i' NNW 8 m p. s. ge- 
messen wird. 

*) Wegen zu schnellen Steigens des 
Drachens nicht auswertbar. 



Nr. 41. 16. März. 1 Drachen (4 m^), 1230 m Draht. 



753.0 

734 

712 

753.1 



18.1 
15.1 
16.4 
15.8 
17.9 



I Reg. 
[ un- 

I brauch- 
bar 



^^^NW 


9 


WNW 


9 


WNW 


5 


WNW 


9 


WNW 


9 



Bew. 1" str-cu, ^". Stark wech- 
selnde, bisweilen sehr schöne Spie- 
gelungen (nach oben) auf dem Meer- 
eise. Inversion zwischen Erde und 
260 m auf — 15.0", unterbrochen 
durch geringe Isothermie bei ca. 
100 m. Hier Windmaximum von 
ca. 10 m p. s. Oberhalb der Inver- 
sion starke Windabnahme bis zur 
Maximalhöhe. 



Nr, 42, 18. März, 1 Drachen (4 m'-), 1230 m Draht. 



5 


753.5 


-22.1 


91 


200 


734 


— 18.2 


1 Reg. 
[ un- 
rlirauch- 
j bar 


500 
200 


705 


-16.6 
-19.1 


5 


753.5 


— 22.4 





WNW 




6 


NW 


8 


-9 


NWzN 




7 


NW 


8 


-9 


С 







Bew. 3" a-cu, str, ^", anfangs ~t". 
1т^ф". Inversion bis zur Maximal- 
höhe, Temperaturen in allen Höhen 
schwankend. Wind unten flaut gleich 
nach Beginn ab, um 8'l4 kommt 
schwacher Südwind auf, der später 
in SW und С übergeht. Beim Ab- 
stieg zeigt sich, dass diese Schicht 
nur 50 m dick ist. Als der Drachen 
sie erreicht, fällt er herunter und 
havariert. Bald nach Schluss kommt 
auch unten wieder WNW auf. 



32 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 43. 20. März 1907. Î Drachen (4 m^), 1780 m Draht. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

o/o 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


1p42 
1 45 

1 50 

2 00 
2 10 
2 20 
2 24 


5 

200 
500 
760 
500 
200 
5 


753.0 
734 

705 
681 

753.1 


— 17.2 

*) 

— 19.3 

— 20.7 
-19.7 

— 17.7 

— 17.2 


69 

Reg. 
l un- 
rbrauch- 
l>ar 

68 


WNW 7 
NW 10 
NW 8 

NWzN 5-8 
NW 8 
NW 10 

WNW 6 


Bew. 30 fr-str. Von 700 m bis 
zur Maximalhöhe Isothermie mit 
Schwankungen der Temperatur und 
des Windes, wahrscheinlich obere 
Grenze des fr-str. 

*) Zu kurze Zeit nach dem Her- 
ausbringen des Apparates aus dem 
Hause. Apparat ansclieinend noch 
nicht abgekühlt. 







Nr. 44. 2S 


. März. 


8=^00 


5 


741.4 


-19.4 




8 50 


200 


722 


*) 


\ Reg. 
l, un- 
fbrauch- 
} bar 


9 05 


300 


712 


-21.1 


9 08 


200 




-20.6 


9 14 


5 


741.5 


— 19.4 





1 Draclien (4 m'-), 880 m Draht. 



6p 18 
6 20 
6 23 

6 '33 

6 35 

7 28 
7 35 
7 40 



Nr. 45. 9. April. 



5 


761.6 


-17.4 




200 


742 


- 17.3 


Ab- 


500 


713 


-18.3 


1000 


667 


*) 


J nähme 


1130 


656 


— 17.9 


1000 




- 16.6 




500 




- 1S.9 




200 




— 19.2 




5 


762.4 


-17.9 





NWzN 


4 


WNW 


7 


WNW 


5 


WNW 


6 


NWzN 


2 


Drachen ( 


NNW 


7 


NNW 


10 


NNW 


13 


NNW 


16 


NNW 


16 


NNW 


13 


NNW 


10 



Bew. 10"-i ni -»0 фо. 

*) Zu kurze Zeit nach dem Her- 
ausbringen des Apparates aus dem 
Hause. 



Bew. 3" a-str. Im Aufstieg In- 
version zwischen Erde und 100 m 
auf — 16.3'', im Abstieg verschwun- 
den. Ausserdem Inversion zwischen 
200 und 300 m auf — 17.0 (im Auf- 
stieg, im Abstieg auf — 17.6). Zwi- 
schen 600 m und der Maximalhöhe 
weitere Inversion von ca. — 19.5" 
auf ca. — 17.0, mit starken Schwan- 
kungen der Temperatur und Luft- 
wirbeln, die den Drachen nach 
mehreren Kopfsprüngen auf den 
Rücken werfen. Alle Inversionen 
sind mit Windzunahme verbunden. 

*) Zu schnell durchstiegen. 







Nr. 4G. 12 


. April. 


IPIO 


5 


778.6 


— 22.0 




1 20 


200 


758 


— 21.4 


] Reg. 
1 un- 
rbrauch- 
J bar 


1 23 


•290 


749 


— 21.8 


1 2b 


200 




— 21.4 


1 29 


5 


778.6 







1 Drachen (4 m2), 600 m Draht. 







Nr. 47. 19 


April. 


3p 08 


5 


752.9 


— 22.0 




3 10 


200 


733 


— 21.3 


geringe 


3 18 


500 


704 


— 23.9 


3 40 
3 50 


690 
500 


686 


— 24.7 

— 23.7 


/ Ab- 
nahme 


4 05 


200 




— 21.3 




4 20 


5 


752.5 


-22.0 





12'"25 
12 40 



w 


4 


w 


6 


w 


5 


w 


5 


WNW 


ö 


Drachen 


WNW 


6 


WNW 


8 


WNW 


8 


WNW 


5 


WNW 


8 


WNW 


8 



w 



4 ■ 



Bew. P a-str. Geringe Inversion 
zwischen Erde und 30 m, darüber 
fast isotherm. 



Bew. 7 str-cu, ci-str. Zwischen 
Erde und 100 m Inversion auf —21.0. 
In der Maximalhöhe sprunghafte 
Windabnahme, so dass der Drachen 
auch durch Einholen nicht hoch- 
zuwerfen ist. 



Nr. 48. 23. April. 1 Drachen (6 m^), ca. 500 m Draht. 



о 

200 



752.4 
734 



— 12.3 

— 12.8 



WNW 12 

NNW 5—8 



Bew. 3" ci-cu, a-cu. Föhn (um 2p 
bei demselben ^^Чnd 61 "In relative 
Feucht.). \N'^ind sehr böig, mit der 
Höhe abnehmend und stark drehend. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



33 



Nr. 49. 10. Mai 1907. 1 Drachen (6 m-'), 1240 m Draht. 



Zeit 


See- 
höhe 


Luft- 
druck 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 




Bemerkungen 




m 


mm 


CO 


ö/o 


m p. s. 






10=^23 5 


772.4 


- 7.8 




AVNW 


6 


Bew. 1° ci-str. 


10 28 


200 


753 


— 8.0 




NW 


6 




10 40 


500 


725 


- 9.3 


Reg. 


NNW 


6 




10 42 


565 


719 


- 9.9 


un- 


NNW 


6 




10 44 


500 




- 9.5 


bar 


NNW^ 


G 




10 52 


200 




— 8.3 




NW 


6 




10 56 


5 


772.4 


- 7.0 




WNW 


6 





Nr. 50. 13. Juni. 1 Ballon, 2400 m Draht. 



8p 40 
8 42 
8 44 
8 47 
8 52 

8 56 

9 00 
9 20 
9 28 
9 31 
9 34 



5 


756.9 


i- 0.6 


100 


200 


739 


+ 1.3 


100 


500 


712 


+ 2.5 


<74 


1000 


669 


(+ 2.3) 


62 


1500 


628 


(+ 0.1) 


48 


1670 


617 


(- 1.5) 


42 


1500 




- 1.3 


43 


1000 




-^ 0.9 


56 


500 




+ 2.3 


55 


200 




+ 1.6 


>85 


5 


757.0 


+ 0.4 


100 



ESE 


1 


E 


1—2 


SE 


1—2 


SSE 


1-2 


S 


1—2 


S 


1-2 


S 


1-2 


SSE 


1-2 


SE 


1-2 


E 


1—2 


östlich fast С | 



Bew. 4" a-cu, ci, von 9i' ab tritt 
str (gehobener ^) auf. obere Grenze 
auf 300 m geschätzt (hier auch 
Feuchtigkeitssprung in der Regi- 
strierung). Inversion auf -\- 2.8" bei 
750 m, unterbrochen durch Isother- 
mie (im Abstieg geringe Abnahme) 
zwischen 300 und 500 m. — Die ein- 
geklammerten Temperaturen sind 
wohl infolge Nachhinkens zu hoch. 



Nr. 51. 15. Juni. 1 Drachen (6 m'-j, 2440 m Draht. 



4P 25 


5 


754.0 


4- 6.3 




NNW 


0-8 


4 27 


200 


736 


+ 4.8 


45 


NNW 


10 


4 30 


500 


710 


+ 3.4 


44 


NNW 


12 


4 36 


1000 


667 


+ 1.1 


41 


NNW 


10 


4 50 


1260 


646 


- 0.3 


34 


NNW 


10 


5 10 


1000 




+ 1.4 


31 


NNW 


10 


5 25 


500 




+ 2.8 


31 


NW^ 


12 


5 30 


200 




-^ 4.6 


32 


N\\' 


10 


5 33 


5 


754.0 


+ 5.7 


42 


WSW 


7-8 



Bew. 4" ci; Föhn, unten oft ab- 
flauend auf C, bisweilen in schwachen 
östlichen Wind übergehend. Im Auf- 
stieg Inversion zwischen 800 und 
1000 m von -1-0.7 auf -f 1.1", im 
Abstieg zwischen 700 und 850 m von 
-f 1.7 auf -1- 2.3". 



Nr. 52. 16. Juni. 1 Drachen (6 m-), 1940 m Draht. 



10'' 27 


5 


756.2 


+ 5.9 


48 


10 29 


200 


738 


-f 4.7 


44 


10 35 


500 


712 


+ 2.5 


43 


11 00 


900 


677 


4- 0.5 


43 


11 30 


500 




-f 3.0 


42 


11 45 


200 




+ 5.7 


42 


12»10 


5 


756.3 


+ 6.2 


49 



N\\^ 
NNW 

NNW 
NNW 
NNW 

NNW 

N^^^ 



8—9 
12 
11 

8 
11 
12 

7 



Bew. 1" a-str (am E-Horizont). Der 
Wind hat Föhncharakter, ist aber 
gleichmässiger als beim vorigen Auf- 
stieg. — Sehr geringe Inversion, im 
Aufstieg zwischen 500 und 550 m, 
im Abstieg 600 und 650 m, verbunden 
mit Windabnahme. 



XLII. 



Nr. 53. 16. Juni. 1 Ballon, 2540 m Draht. Automobil als Motor. 

Bew. 0. Inversion zwischen Erde 
und 400 m auf -\- 5..")", und zwischen 
700 und 860 m von + 4.3 auf + 4.6" 
(im Abstieg auf -f 4.3" in derselben 
Höhe, unterer Wert nicht angebbar). 
Die eingeklammerten Temperaturen 
sind wahrscheinlich zu hoch infolge 
Trägheit des Thermographen bei zu 
geringer Aspiration. Beim Abstieg 
bleibt die Uhr des Instruments in 
ca. 700 m Höhe stehen. 

3 



8p 10 


5 


757.2 


+ 2.7 


73 


8 20 


200 


739 


■+- 4.9 


60 


8 25 


500 


713 


+ 4.8 


52 


8 29 


1000 


670 


(+ 4.2) 


41 


8 35 


1500 


630 


(+ 1-3) 


42 


8 38 


1630 


619 


(- 0.6) 


43 


8 39 


1500 




— 0.7 


43 


8 50 


1000 




-J- 3.2 


33 




500 
200 


/ Uhr stehen j 


jeblieben 


9 18 


5 


757.3 


-f 3.4 


72 1 



С 




С 




NW 


1 


NW 


3 


NW 


2 


NW 


2 


N\\^ 


2 


NW 


3 



34 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 54. 18. Juni 1907. 1 Ballon, 2500 m Draht. 



Zeit 


See- 
höhe 


Luft- 
druck 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 


Bemerkungen 




m 


mm 


С 


"/n 


m p. s. 




6p 43 


5 


753.1 


+ 0.1 


100 


SSE \ fast 


Bew. 10^ ^^--, darüber Inversion, 


6 45 


200 


735 


— 0.3 


100 


S / С 


im Aufstieg zwischen 200 und 1000 m 


6 48 


500 


708 


+ 4.5 


70 


SSW 2 


wie angegeben, im Abstieg zwischen 


6 55 


1000 


666 


(+6.5) 


45 


SW 2 


100 und 600 m von +1.2 auf + 5.9o. 


7 05 


1500 


626 


(+ 5.2) 


37 


WSW 2—3 


Schmelzendes Eis am Draht. Die ein- 


7 15 


1800 


603 


(+ 1Л) 


36 


WSW 2—3 


geklammerten Temperaturen sind 


7 20 


1500 




+ 0.7 


36 


WSW 2-3 


wahrscheinlich zu hoch, 


7 30 


1000 




+ 3.6 


35 


SW 2 




7 42 


500 




+ 5.4 


40 


SSW 2 




7 50 


200 




+ 1.5 


>6Ü 


S \ fast 




8 07 


5 


752.7 


+ 1-'^ 


100 


S / С 





Nr. 55. 20. Juni. 4 Drachen (19 m'-), 6800 m Draht. Automobil als Motor. 



ю-оэ 


10 12 


10 15 


10 45 


11 15 


1 15 


1 50 



3i'50 



5 

200 

500 

1000 

1500 

2000 

1500 

1000 

500 

200 

5 



749.0 
731 

705 
664 
624 

587 



749.8 



-3.4 
+ 6.4 
+ 9.0 
+ 7.4 
+ 4.1 
>+ 1.1) 
+ 3.4 
+ 7.4 
+ 7.6 

*) 
+ 4.6 



73 

50 
43 
27 
26 
26 
29 
31 
38 
40 
76 



NW 


7 


WNW 


10 


WzN 


15 


W 


8 


WzN 


8 


WzN 


7 


WzN 


6 


WNW 


6 


WNW 


4 


WNW 


3 


С 





Bew. 0. Inversion zwischen Erde 
und 700 m auf + 9.6", unterbrochen 
durch geringe Abnahme bei 150 m 
(im Aufstieg; beim Abstieg mangelt 
durch Herunterfallen des Drachens 
die Aspiration). F'erner sehr geringe 
Inversion bei 1100 m. Endlich be- 
ginnt bei 1600 m (+ 3.8") eine neue 
Inversion, deren Betrag nicht fest- 
stellbar ist, da von ca. 1800 m ab 
Temperatur- und Druckfedern zu- 
sammenkleben. Die Temperatur in 
2000 m Höhe ist aus demselben 
Grunde jedenfalls zu niedrig. Wäh- 
rend des Abstieges flaut der Wind 
in allen Höhen stark ab. Um 12™45 
herrscht unten fast C, um I'IOSE 
2 — 3 m, um li'45 schwacher SSW. 
später wieder C. Alle Drachen fallen 
trotz schnellsten Einholens her- 
unter, der oberste Hülfsdrachen 
muss auf dem Lande jenseits des 
Hafens abgenommen werden. 

*) Wegen mangelnder Aspiration 
(Herunterfallens des Drachens) nicht 
brauchbar. 



Nr. 56. 21. Juni. 1 Drachen (5 m-), 550 m Draht. 



11-30 


5 


753.7 


+ 3.1 


79 


11 50 


200 


736 


+ 4.1 


60 


12-50 


5 


753.8 


+ 2.9 


77 



E 

NEzN 
EzN 



7 

4 

6-5 



Bew. 0. Typische Verhältnisse für 
Ostwind. Mit der Höhe Abnahme 
und Linksdrehung des Windes. In- 
version bis zur Maximalhöhe (wohl 
nicht erschöpft). 



Nr. 57. 23. Juni. 1 Drachen (5 m'^), 1200 m Draht. 



2p 46 


5 


757.6 


+ 5.7 


63 


2 50 


200 


740 


+ 3.5 


60 


3 00 


500 


713 


+ 2.2 


60 


3 15 


200 




+ 3.0 


70 


4 00 





757.5 


+ 4.7 


71 



NE 
NE 

NNE 
NE 
NE 



6 
5 
3—4 
5 
6 



Bew. 8"-^ci,a-cu, Str. TypischeVer- 
hältnisse für Ostwind. Von 200 m 
ab geringe Inversion mit anschlies- 
sender Isothermie bis 350 m, ver- 
bunden mit Feuchtigkeitsfall und 
Windabnahme. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



35 



\l'. 58. 25. Jani 1907. 1 Ballon. 1400 m Draht. Automobil als Motor. 



Zeit höhe 



Luft- 


Tem- 


druck 


peratur 


mm 


C" 



Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

"/o 



Wind 
Ш p. s. 



Bemerkungen 



8p 42 
8 46 
8 50 

8 55 

9 00 
9 05 
9 20 



5 


757.0 


+ 2.9 


200 


739 


+ 2.0 


500 


712 


+ 3.3 


790 


687 


+ 1.5 


500 




-L 3.3 


200 




+ 1.9 


5 


75é.9 


+ 2.2 



94 
96 
90 
88 
99 
96 
96 



südlich 



/fast 



\ С 

3 
4 
3 

)südlich|^^* 



NNE 
NNE 
NNE 



Bew. 2° ci-str, str-cu, ^ nähert 
sich langsam aus S und E. Zwischen 
200 und 350 m Inversion auf + 3.7", 
verbunden mit Feuchtigkeitsfall 
(wohl obere Grenze der ^-Schicht). 



Nr. 59. 27. Juni. 1 Drachen (5 m-), 1050 m Draht. Automobil als Motor, 



1P28 

1 35 

2 00 
2 20 
2 38 



1 5 


761.3 


+ 1.1 


86 


! 200 


743 


0.0 


100 


310 


733 


4- 2.1 


83 


200 




0.0 


97 


5 


761.2 


+ 0.6 


96 



ESE 
ENE 
NE 
ENE 
ESE 



6 

7 
4-5 

7 
6 



Bew. 5"-' a-cu, a-str, str-cu, fr-str 
(im S und E als ^ auftretend), mit 
zurückbleibenden Köpfen. Von 220 m 
bis zur Maximalhöhe Inversion von 
— 0.1" auf -1-2.1", verbunden mit 
Drehung und Abnahme des Windes 
und Feuchtigkeitsfall (obere Grenze 
des fr-str bezw. ^ wohl bei 250 m). 



6p 50 
7 30 

7 58 



Nr. 60. 1. Juli. 1 Drachen (5 m'^), 600 m Draht. 



5 


758.2 


+ 1.3 


90 


200 


740 


^ 0.1 


81 


5 




+ 0.8 


95 



EzS 
ENE 
EzS 



Bew. 10"-^ str, fr-str, a-str. Zwi- 
schen ca. 100 m und der Maximal- 
höhe Isothermie, verbunden mit ge- 
ringer Feuchtigkeitsabnahme und 
Windabnahme. Windmaximum von 
6 m p. s. bei 100 m. 



Nr. 61. 4. Juli. 1 Drachen (5 m2), 2000 m Draht. Automobil als Motor. 



8» 38 


5 


761.9 


+ 


6.2 


60 


9 00 


200 


744 


+ 


6.9 


50 


9 15 


500 


717 


+ 


4.1 


52 


9 33 


1000 


674 





0.1 


61 


9 34 


1065 


669 


— 


0.2 


62 


9 35 


1000 




— 


0.1 


63 


10 05 


500 




+ 


4.4 


56 


10 10 


200 




+ 


7.3 


52 


10 30 


5 


7éi.7 


+ 


7.9 


50 



6 



W 

NW 

NW 8 
I zuerst 

NW 10 
( dann 
INNW 6 

NW 8 

NW 6 

WNW 4 



Bew. 1" ci, a-str. Das scheinbare 
Steigen der Temperatur bis 200 m 
Höhe dürfte zeitlicher Änderung zu 
verdanken sein, also keine Inver- 
sion. Während der Drachen in der 
Maximalhöhe ist, flaut der Wind 
hier unter Drehung stark ab, so 
dass schleunigst eingeholt werden 
muss. 



Nr. 62. 6. Juli. 2 Drachen (11 m'-), 4150 m Draht. Automobil als Motor. 



12°'59 

1 30 

2 00 

2 30 

3 00 
3p 30 



5 


759.2 


+ 10.7 


51 


200 








500 








1000 








1500 








2000 









NNW 

N 

NW 

NW 

NNW 

NNW 



4-5 

5-6 

7 

8 

12 

14 



Bew. 8" a-str (Decke), str-cu. Wind 
unten schwach und sehr wechselnd. 
Um 2i'30 VV, um 2i'45 WNW. — Ap- 
paratdrachen abgerissen , Drachen, 
Apparat und 500 m Draht verloren. 



Nr. 63. 12. Juli. 1 Drachen (5 m^), 1900 m Draht. 



7p 20 
7 30 
7 35 

7 50 

8 00 
8 05 
8 20 



5 


767.9 


+ 5.8 


80 


200 


750 


4- 4.6 


81 


500 


723 


+ 3.8 


79 


795 


697 


+ 2.1 


83 


500 




+ 3.8 


83 


200 




+ 4.3 


85 


5 


767.9 


+ 5.8 


80 



NNW 

N 

N 
NzE 

N 

N 
NzW 



II Bew. 10- ni О"- Geringe hiver- 
1} sion zwischen 350 und 500 m, ver- 



9 
15 
14 ! bunden mit geringem Feuchtigkeits- 

7 1 fall. Oberhalb 500 m starke Wind- 
13 abnähme. 
14 



36 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

Nr. 64. 14. Juli 1907. 1 Ballon, 2400 m Draht. Automobil als Motor. 



Zeit 


See- 
höhe 


Luft- 
druck 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 


Bemerkungen 




m 


mm 


C" 


»/,, 


m 


P.S. 




1p45 


5 


765.5 


-|_ 


3.5 


85 


südl. 


faste 


Bew. 7'^-' a-cu, str-cu, ^ (von S 


1 53 


200 


747 


4- 


4.9 


76 


S 


3 


her in den Hafen hineintreibend, 


1 58 


500 


720 


J_ 


3.9 


74 


S 


2 


um З'ЧЗ die Station erreichend). 


2 03 


1000 


677 


4- 


2.2 


70 


SW 


1 


Zwischen ca. 50 und 180 m Inver- 


2 12 


1500 


637 


— 


1.5 


69 


W 


2 


sion auf -|- 5.0" (obere Grenze der 


2 22 


2000 


598 


— 


2.4 


70 


SW 


1 


^-Schicht bei ca. 100 m). Ferner 


2 30 


2275 


578 


+ 


4.7 


40 


S 


1 


Inversion zлvischen 1400 und 1600 m 


2 32 


2000 




(+ 


0.2) 


(43) 


SW 


1 


von — 2.5" auf — 0.5° (im Abstieg 


2 36 


1500 






2.0 


55 


w 


2 


von — 2.8 auf + 0.1" in derselben 


2 40 


1000 




+ 


1.8 


68 


SW 


1 


Höhe), und endlich von 2080 m bis 


2 45 


500 




+ 


3.8 


72 


s 


2 


zur Maximalhöhe von — 2.8" auf 


2 48 


200 




+ 


4.8 


75 


s 


3 


+ 4.7" (im Aufstieg; Abstiegswerte 


3 13 


5 


7è5.4 


_L 


2.2 


96 


südl. 


faste 


wegen Nachhinkens unbrauchbar), 
verbunden mit starkem Feuchtig- 
keitsfall (wohl obere Grenze des 
str-cu). — Die Abstiegswerte für 
2000 m sind infolge Nachhinkens des 
Instruments unbrauchbar. 



945 

9 55 

10 02 

10 08 
10 40 



4P 36 



40 
45 
30 
00 
55 
8 00 

8 45 

9 55 



Nr. 65. 16. Juli. 1 Drachen (5 m-), 1000 m Draht. 



7p 46 


5 


763.8 


+ 6.2 


58 


7 50 


200 


746 


-f 9.2 


50 


8 10 


375 


730 


+ 7.4 


41 


8 20 


200 




-f- 8.8 


42 


9 02 


5 


764.2 


+ 6.5 


57 



W 


6 


WNW 


6 


AVNW 


5 


WNW 


5 ! 


WNW 


3-4 



Bew. 2 — 3" a-str, FöhnAvol ken (ver- 
schwindend, im W). Inversion zwi- 
schen Erde und 150 m auf -•- 9.3" 
im Aufstieg, -1-9.1" im Abstieg, 
darüber Feuchtigkeitsabnahme und 
Windabnahme. Wind flaut überall 
mit der Zeit ab. 



Nr. 66. 18. Juli. 1 Drachen (5 m-'), 900 m Draht. 



5 


759.3 


+ 2.2 


87 


200 


741 


4- 2.3 


96 


290 


733 


+ 2.0 


100 


200 




+ 1.3 


100 


5 


759.3 


+ 2.2 


87 



ESE 
E 

NE 

E 

ESE 



7- 



ci(aus 
aus E, die 



Bew. 4' zunehmend auf 6 
SW), str (gehobener ^ 
obersten Fetzen aus NE. Zwischen 
200 m und der Maximalhöhe starke 
wogenartige Schwankungen derTem 
peratur, wahrscheinlich obere Grenze 
des str bei 300 m. 



Nr. 67. 23. Juli. 2 Drachen (10 m-'), 2400 m Draht. 



о 


760.4 


-f 9.0 


48 


200 


743 


-f 13.9 


40 


500 


716 


+ 11.6 


38 


500 




+ 10.8 


39 


800 


69i 


-^ 7.3 


44 


500 




+ 7.6 


44 


200 




+ 8.4 


46 


200 




4- 7.1 


60 


5 


763.3 


+ 2.3 


86 



W 


6 


WNW 


8 


NW 


8 


NW 


8 


NW 


8 


ENE 


4 


E 


6 


E 


6 


ESE 


5-6 



Bew. abnehmend 3" — ci-cu Im 
Aufstieg Inversion zwischen Erde 
und 150 m auf — 14.2", im Abstieg 
zлvischen Erde und 200 m wie an- 
gegeben. Wind unten flaut gleich 
nach Beginn ab, um 5'' G, dann E 
4—5 m p. s., um Gi' 50 E 7 m p. s., so 
dass derHülfsdrachen bei 100-200 m 
in gutem E-Wind, der Apparat- 
drachen gleichzeitig in 700 m in 
gutem NW-Wind steht. Beim Ein- 
holen fällt der Apparatdrachen von 
600 bis 150m frei herab, л\о er 
wieder im E-Wind zu stehen kommt. 
— Während des Aufstiegs kommt 
der Draht unter die Eisschollen des 
Hafens und muss unter dem Eise hin- 
durch eingeholt werden. Apparat- 
drachen wird auf dem Eise gelandet. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



37 



Xr. 68. 25. Juli 1907. 2 Drachen (10 m-), 3450 m Draht. Automobil als Motor. 



Zeit 



See- 
höhe 



Luft- 
druck 



Tem- 
peratur 

C» 



Rel. 
Feuch- 
tigkeit 



Wind 

m p. s. 



Bemerkungen 



S'' 30 

8 55 

9 00 
9 30 
9 45 
9 55 



10 05 

10 30 

11 00 
11 10 
11 20 



5 


765.3 


+ 5.0 


54 


200 


747 


+ 7.2 


45 


500 


721 


+ 5.7 


42 


1000 


678 


+ 5.3 


30 


1500 


637 


^ 2.4 


25 


1(^0 


626 


+ 1.3 


24 


1500 




+ 2.4 


23 


1000 




-f- 3.5 


26 


500 




-f 5.7 


33 


200 




+ 7.4 


34 


5 


765.3 


-'r 6.7 


47 



WzS 

W 

W 
WzN 
WzN 
WzN 
WzN 
WzN 
WzN 
WzN 
WzN 



6 

7 
7 
7 
6 
7 
7 
5—6 



Bew. 1 — 2" ci. 2л\'18сЬеп Erde und 
100 m Inversion, im Aufstieg auf 
+ 7.7", im Abstieg auf + 8.2". Bei 
1000m nahezu isotherm. Hierauch 
Windminimum. 



Nr. 69. 26. Juli. 1 Ballon, 2500 m Draht. Automobil als Motor. 

Bew. 2—3" a-str (im SE), eu. In- 
version zwischen 200 und 500 m 
(im Aufstieg nicht erkennbar, weil 
die Temperatur bei 200 m hier ge- 
fälscht (zu hoch) zu sein scheint). 
Darüber NNW-Wind. Ferner Inver- 
sion zwischen 1350 und 1500 m von 
-J- 0.7" auf die angegebenen Werte, 
verbunden mit Windabnahme. 



10=^53 


5 


768.8 


+ 6.7 


61 


11 05 


200 


751 


(+ Î.6) 


53 


11 07 


500 


724 


4 6.6 


54 


11 10 


1000 


681 


+ 3.3 


56 


U 18 


1500 


640 


+ 1-7 


60 


11 25 


2000 


601 


— 0.6 


53 


11 32 


1500 




+ 1.3 


53 


11 40 


1000 




+ 2.6 


58 


11 47 


500 




+ 8.5 


59 


11 50 


200 




^ 7.9 


56 


12'"15 


5 


769.2 


+ 8.0 


51 



S 


faste 


S 


1 


С 




NNW 


3 


NNW 


1-2 


NNW 


1-2 


NNW 


1-2 


NNW 


3 


С 




SSE 


1 


SSE 


1 







Nr. 70. 27 


. Juli. 


2p 25 


5 


770.6 


-r 6.6 


57 


2 28 


200 


752 


+ 6.6 


51 


2 48 


405 


734 


+ 5.2 


56 


2 55 


200 




-^ 6.6 


51 


3 20 j 


5 


770.6 


4 6.4 


58 



1 ^Drachen (6 m«), 1000 m Draht. 



8p 00 
8 07 
8 10 
8 15 
8 20 
8 25 
8 28 
8 34 
8 38 
8 45 

8 55 

9 00 
9 15 



6p 40 
6 42 
6 46 
6 50 



54 
00 
10 
15 



W 
W 
W 
W 
WzN 



5-6 
6 
4 

7 



Bew. l'' ci, str-cu. Zwischen Erde 
und 100 m luA'ersion auf + 7.0". Fer- 
ner sehr geringe Inversion zwischen 
200 und 250 m. 



Nr. 71. 27. Juli. 1 Ballon, 2850 m Draht. Automobil als Motor. 



5 


771.4 


+ 8.0 


52 


200 


753 


-b 8.5 


49 


500 


727 


+ 5.8 


49 


1000 


684 


+ 1.7 


53 


1500 


643 


+ 1.0 


54 


2000 


604 


— 1.1 


49 


2200 


589 


(- 2.6) 


46 


2000 




- 2.1 


47 


1500 




- 0.3 


54 


1000 




-b 1-7 


64 


500 




+ 5.8 


64 


200 




4- 7.8 


60 


5 


771.5 


+ 8.8 


48 



W fast С 

С 

С 
NW 

NNW 
N 
N 
N 
NNW 
NW 
\ nörd- / fast 
/ lieh \ С 
NNW 1 



Bew. 1" a-str. Im Aufstieg Inver- 
sion zwischen Erde und 200 m, im 
Abstieg nicht erkennbar. Zwischen 
1000 und 1200 m Isothermie, ver- 
bunden mit geringer Windzunahme. 
Temperatur in Maximalhöhe Avohl 
wegen Trägheit zu hoch. 



Nr. 72. 29. Juli. 1 Ballon, 2350 m Draht. Automobil als Motor. 



5 


771.0 


-\- 2.8 


83 


200 


753 


+ 2.6 


75 


500 


725 


+ 4.1 


71 


1000 


682 


+ 3.0 


62 


1500 


641 


+ 1.1 


50 


2000 


603 


— 1.5 


55 


2280 


582 


— 0.8 


36 


2000 


■ ■ 


- 0.4 


35 



SE 
SE 



Bew. 3—4" ci-str. Im Aufstieg 
Inversion zwischen 200 und 600 m 
von -~ 2.6" auf + 4.4", im Abstieg 
zwischen 180 und 400 m von -»- 2.9 
auf —5.5". Ausserdem bei 2100 m 
Inversion um ca. 2" mit starkem 
Feuchtigkeitsfall, die beim Aufstieg 
ziemlich scharf markiert ist, wäli- 



38 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 72. 29. Juli 1907. Fortsetzung. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 

C» 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

»/o 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


7p 20 
7 27 
7 30 

7 35 

8 20 


1500 

1000 

500 

200 

5 


77i.O 


+ 0.6 
+ 3.0 
+ 5.0 
+ 3.1 
+ 3.2 


45 
43 

48 
52 

77 


С 
С 
С 

ESE 1 
ESE 2 


rend beim Abstieg statt dessen die 
Schicht zwischen 1800 und 2200 m 
1 fast isotherm ist. 



Nr. 73. 3. August. 4 Drachen (17 m-), 7500 m Draht. Automobil als Motor. 

Bew. abnehmend 9 — 4''-i Föhn- 
wolken (photographiert), ci. Beim 
Aufstieg zwischen Erde und 200 m 
Inversion wie angegeben. Überall 
starke zeitliche Änderungen. Die 
obere Grenze der Föhnwolken liegt 
bei ca. 1250 m, Temperatur hier sehr 
schwankend (bisweilen geringe In- 
version), desgl. Wind, so dass alle 
Drachen in dieser Höhe unstabil 
лverden. Zum Schluss zeitliche Wind- 
abnahme, namentlich unten, unter 
Drehung über N nach ENE, ver- 
bunden mit starkem Temperaturfall 
und Ansteigen der rel. Feuchtig- 
keit. — Beim Einholen reisst ein 
Hülfsd rächen ab. 



2p 37 


5 


756.7 


+ 8.2 


52 


2 45 


200 


739 


+ 10.5 


48 


2 50 


500 


713 


-f 8.7 


47 


3 15 


1000 


670 


+ 3.5 


54 


3 45 


1500 


630 


+ 1.0 


60 


4 05 


1500 




Ч- 1.9 


49 


4 18 


2000 


592 


— 0.7 


48 


4 25 


2500 


555 


- 4.6 


51 


4 30 


3000 


521 


- 7.8 


60 


4 35 


3110 


514 


- 8.1 


64 


4 50 


3000 




- 7.6 


72 


5 05 


2500 






- 4.8 


77 


5 35 


2000 






— 3.4 


Reg. 


5 40 


1500 






— 2.4 


6 00 
6 15 


1000 
1500 






- 0.6 

- 2.4 


/ ver- 
wischt 


6 20 


2000 






— 4.9 


52 


7 00 


2000 






- 3.8 


45 


7 50 


2000 






— 2.9 


50 


8 15 


1500 






- 1.6 


71 


9 00 


1000 






- 1.2 


100 


9 15 


500 






+ 2.1 


79 


9 25 


200 






+ 4.8 


64 


10 10 


5 


76 


0.8 


-i- 5.5 


80 



WNW 


11 


NW 


11 


NNW 


11 


NNW 


11 


NNW 


12 


NNW 


12 


NNW 


13 


NNW 


14 


NNW 


15 


NNW 


15 


NNW 


15 


NNW 


14 


NNW 


13 


Keine 


Angaben 


NNW 


12 


NNW 


12 


NNW 


12 


NNW 


11 


NNW 


10 


NNW 


9 


N 


7 


ENE 


8 



10-''19 
10 35 
10 42 

10 50 

11 31 



Nr. 74. 8. August. 



1 5 


754.6 


^ 7.6 


52 


200 


7.37 


+ 6.4 


57 


335 


725 


+ 5.6 


61 


200 




+ 6.4 


61 


5 


754.8 


+ 7.T 


53 



1 Drachen (4 m'-'), 750 m Draht. 
NNW 3—6 



N| 3-7 

N , wech- 
N I seine! 



Bew. 4" a-str, fr-str. 
sehr variierend 



Windstärke 



7p 30 
7 45 
7 50 

7 55 

8 00 
8 10 
8 20 
8 35 
8 45 

8 52 

9 00 
9 03 
9 48 



Nr. 75. 10, August. 1 Ballon, 2500 m Draht. Automobil als Motor. 

Bew. abnehmend 3 — 1" a-str. In- 
version zwischen Erde und 500 m 
wie angegeben. Bei 2100 m sprung- 
hafte Zunahme der Feuchtigkeit, ver- 
bunden mit schwachem NNE-Wind 
und einer sehr geringen Inversion. 



5 


758.6 


-h 


1.9 


67 


200 


741 


+ 


2.8 


62 


500 


714 


-b 


4.0 


60 


4000 


671 


+ 


3.9 


51 


1500 


631 


+ 


3.1 


41 


2000 


593 


+ 


1.6 


33 


2300 


571 


— 


1.4 


60 


2000 




+ 


1.0 


43 


,1500 




_!_ 


2.7 


36 


1000 




_L 


3.7 


32 


500 




+ 


4.9 


32 


200 




+ 


4.8 


33 


5 


758.6 


+ 


1.0 


81 



NNE 


1 


NNE 


1 


С 




С 




С 




NNE 


1 


С 




С 




С 




NNE 


1 


NNE 


1 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



39 



Xr, 7(). 12. Auü;iist 1907. 1 Ballon, 500 m Draht. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


7p 20 
7 30 
7 34 
7 38 
7 55 


5 
200 
415 
200 

5 


753.7 
736 

717 

753.7 


+ 3.6 
+ 5.3 

+ 6.9 
+ 5.8 
+ 2.5 


77 
70 
60 
62 
85 


С 

N 3 
N 5 
N 3 
SE fast С 


Bew. 9* ni, str-cu. Inversion, 
Windzunahme und Feuchtigkeitsfall 
bis zur Maximalhöhe. In den unter- 
sten 100 m С oder sehr schwacher SE. 



Nr. 77. 18. Ausiist. 2 Drachen (8 m^). 3100 m Draht. 



1p02 
1 20 
1 40 

1 50 

2 00 
2 00 



5 


745.7 


^- 3.8 


57 


200 


728 


-^ 3.4 


73 


500 


702 


+ 2.1 


100 


1000 


659 


+ 0.1 


100 


1350 


631 


- 0.5 


100 


5 


745.6 


+ 4.9 


71 



WNW 
NW 
NW 
NW 
NW 

NWzW 



9 
12 
15 
12 
12 

9 



Bew. lO'-'^ ni, p""'- Wolkenbasis 
bei ca. 500 m, hier Windmaximum 
und starke ^^'irbelbildung. Der 
Hülfsdrachen macht in dieser Höhe 
dauernd Kopfsprünge und reisst 
schliesslich ab. Beim Einholen macht 
auch der Apparatdrachen an dieser 
Stelle Kopfsprünge und fällt auf 
das jetzt schwer zu passierende Eis 
des Hafens. Erst um 8i' geborgen. 
Apparat durch Seewasser stark 
mitgenommen. Abstiegskurve un- 
brauchbar. 



Nr. 78. 20. August. 1 Drachen (4 m'^), 1100 m Draht. 



2p 00 



5 


752.6 


^ 3.5 


65 


200 


735 


+ 2.9 


56 


500 


708 


+ 0.7 


68 


530 


705 


+ 0.5 


73 


500 




+ 0.5 


73 


200 




4- 2.9 


60 


5 


752.7 


+ 3.7 


62 



WzN 
WNW 
WNW 
WNW 
WNW 
WNW 

WzN 



Bew. 8"-i a-str (aus S), fr-str. Bei 
500 m starke Windabnahme, wohl 
nahe dem oberen Rande der fr-str- 
Schicht. 



Nr. 79. 22. August. 1 Drachen (4 m^). 900 m Draht. 



12-41 


5 


758.6 


-f 2.3 


58 


1 02 


200 


740 


+ 1.9 


47 


1 18 


405 


722 


+ 0.8 


52 


1 20 


200 




+ 1.6 


47 


1P53 


5 


758.4 


+ 2.7 


58 



w 
w 
w 
w 
wsw^ 



Bew. 1 — 2" ci (aus SW), a-str (über 
der Koldewej'-Insel). Von 200 m ab 
Zunahme der Feuchtigkeit und Ab- 
nahme des Windes. 



Nr. 80. 24. August. 1 Ballon, 2180 m Draht. 



7p 20 


5 


759.8 


- 0.9 


71 


7 22 


200 


742 


- 1.1 


61 


7 25 


500 


714 


- 1.6 


53 


7 29 


1000 


671 


— 2.0 


46 


7 33 


1500 


630 


— 2.1 


38 


7 40 


2000 


592 


~ 3.0 


47 


7 50 


2480 


557 


- 5.4 


38 


7 55 


2000 




- 3.8 


48 


8 00 


1500 




- 1.7 


34 


8 05 


1000 




- 2.0 


38 


8 10 


500 




— 1.6 


43 


8 15 


200 




— 1.4 


47 


8 35 


5 


759.9 


— 1.7 


100 



ESE 



ESE 



Bew. l'' ci , a-str. Kurz nach 
Schluss Beginn von ^-Bildung in 
100—200 m Höhe an der Koldewej^- 
Insel. Starke Neueisbildung auf dem 
Meere. Im Aufstieg Inversion von 

— 2.1 auf — 1.4" zwischen 950 und 
1200 m, im Abstieg von —2.1 auf 

— 1.7" zwischen 950 und 1500 m. 



40 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 81. 27. August 1907. 1 Ballon, 1070 m Draht. 





See- 


Luft- 


Tem- 


Rel. 






Zeit 


höhe 


druck 


peratur 


Feuch- 
tigkeit 


Wind 


Bemerkungen 




m 


mm 


C° 


4o 


m p. s. 




7p 20 


5 


762.2 


+ 1.2 


64 


С 


Bew. 2" str-cu. Inversion zwischen 


7 32 


200 


744 


4- 2.5 


60 


SW 2 


Erde und 200 m wie angegeben. 


7 36 


500 


717 


+ 1.4 


53 


W 3 


Schwache Luftspiegelung nach oben 


7 40 


830 


688 


- 1.0 


60 


NWzN 4 


am Horizont. [Gleichzeitig Nivelle- 


7 44 


500 




+ 1.4 


58 


W 3 


ment.] 


7 50 


200 




+ 2.5 


55 


SW 2 




8 50 


5 


762.3 


— 0.5 


75 


С 









Ni 


.82. 31. 


August. 


10'' 38 


5 


764.7 


- 0.8 


80 


11 18 


2(Ю 


746 


— 0.5 


74 


11 20 


250 


742 


- 0.6 


74 


12-25 


5 


764.1 


+ 2.0 


55 



1 Drachen (7 m-), 500 m Draht. 



WzN 


5 


NW 


5 


NW 


5 


WNW 


3 



Bew. 2—3" str-cu (Decke, ab- 
ziehend im E), fr-str (an der Kol- 
dewey-Insel). Temperaturzunahme 
bis 200 m wohl nur durch zeitliche 
Änderung vorgetäuscht. 



Nr. 83. 5. September. 1 Drachen (7 m'^). 1875 m Draht. 



2p 00 
2 30 

2 45 

3 00 
3 10 

3 20 

4 12 



8'' 51 

9 10 

9 30 

10 30 

10 55 

11 02 
11 30 
11 45 
12'"08 



2p 34 
2 45 

2 50 

3 45 

4 25 



5 


748.1 


+ 0.4 


52 


200 


730 


+ 1.2 


47 


500 


704 


-b 0.2 


47 


670 


689 


- 1.0 


47 


500 




+ 0.2 


47 


200 




+ 2.6 


47 


5 


747.8 


+ 0.8 


52 



WSW 
WSW 
WSW 
WSW 
WSW 
WSW 
WSW 



Bew. abnehmend 6 — 3° ci, zuletzt 
auch str-cu. Im Abstieg Inversion 
zwischen 150 und 200 m von + l-?" 
auf + 2.6°, die beim Aufstieg nicht 
erkennbar ist. Bei ca. 300 m Wind- 
minimum von ca. 5 m p. s. 



Nr. 84. 6. September. 2 Drachen (11 m^), 3500 m Draht. 



5 


747.8 


- 1.6 


56 


200 


730 


- 1.5 


50 


500 


703 


— 3.4 


45 


1000 


660 


- 3.1 


42 


1205 


643 


- 4.4 


40 


1000 




- 3.1 


40 


500 




— 1.6 


38 


200 




- 0.3 


37 


5 


747.1 


-b 0.1 


52 



WzS 7—^ 

W 9 

W 
WSW 
WSW 
WSW 

W 

W 



9 

6 
5 
6 

10 
10 



Bew. P a-str. Zwischen Erde und 
30 m beim Aufstieg Inversion auf 
— 0.5", die beim Abstieg verschwun- 
den ist. Ferner Inversion um ca. 1" 
ZAvisclien 700 und 800 m, verbunden 
mit Windabnahme. 



WzS 8—9 



Nr. 85. 8. September. 1 Drachen (7 m-), 1600 m Draht. 



5 


751.7 


- 1.7 


53 


200 


734 


- 0.6 


50 


315 


723 


— 1.7 


56 


200 




- 0.9 


55 


5 


752.1 


- 1.8 


58 



WzS 
W 
WNW 
WNW 
WzN 



7 
6 
3 
6 
3-4 



Bew. 4"-i a-cu, Föhnwolken, fr-str. 
Im Aufstieg Inversion auf + 1.0" 
zwischen Erde und 30 m, im Ab- 
stieg statt dessen zwischen 150 und 
200 m von — 2.0 auf — 0.9". Da- 
rüber starke Windabnahme. 



Nr. 86. 9. September. 1 Ballon, 2400 m Draht. 



3p 00 


5 


750.1 


- 2.6 


70 


3 06 


200 


732 


- 1.5 


63 


3 08 


500 


705 


— 2.8 


58 


3 10 


1000 


662 


- 3.1 


50 


3 15 


1500 


622 


- 6.2 


48 


3 20 


1740 


603 


— 5.2 


43 


3 22 


1500 




— 6.6 


44 


3 28 


1000 




— 4.0 


44 


3 42 


500 




-2.4 


45 


3 48 


200 




- 0.3 


45 


4 25 


5 


750.3 


- 3.4 


75 



EzS 2—3 
С 



NW 
NW 
NW 
NW 
NW 



ESE 



Bew. 1" a-str. Inversion zwischen 
Erde und 200 m wie angegeben, 
ferner zwischen 900 und 1000 m von 
— 4.5 auf — 3.1" (im Aufstieg; im 
Abstieg Isothermie zwischen 800 und 
1000 m), und zwischen 1500 m und 
der Maximalhöhe wie angegeben. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



41 



Nr. 87. 11. September 1907. 1 Drachen (7 m-), 500 m Dralit. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

"/o 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


9" 30 

9 50 

10 08 


5 

200 
5 


746.4 

728 
746.2 


- 3.9 

- 4.7 

- 3.5 


56 
55 


N 2-7 

NNE 4—5 

N 3-7 


Bew. abnehmend 7 — 5"-' a-cu (aus 
S). Wind überall sehr böig. Unten 
bisweilen С 



Nr. S8. 12. September. 2 Drachen (11 m-'), 2900 m Draht. 



9-03 
9 08 
9 10 
9 45 
10 45 

10 55 

11 18 



5 


745.6 


- 2.2 


63 


200 


728 


- 2.7 


60 


500 


701 


- 4.0 


60 


1000 


658 


- 6.0 


73 


500 




— 5.0 


63 


200 




- 2.4 


62 


5 


746.5 


- 1.4 


56 



WNW 9—10 
WNW 10 
WNW 10 
WNW 5-6 
WNW 10 
WNW 10 
WNW 9—10 



Bew. 1" a-str (weit im E), С1г (über 
der Koldewey-lnsel). Beim Aufstieg 
Inversion um 4.>" zwischen Erde 
und 20 m, die beim Abstieg fast 
verschwunden ist. Ferner Inversion 
zwischen 500 und 530 m, im Auf- 
stieg auf — 3.2, im Abstieg auf —3.8, 
darüber sprunghafte Windabnahme. 
— Draht kommt auf dem Neueise 
fest. Beim Versuch, ihn zu befreien, 
bricht man ein. 



Nr. 89. 15. September. 1 Ballon, 1300 m Draht. 



2p 59 


5 


752.7 


— 6.5 


59 


3 Ol 


200 


734 


— 6.5 


53 


3 04 


500 


707 


- 7.6 


51 


3 08 


750 


684 


— 9.2 


50 


3 10 


500 




- 7.8 


50 


3 20 


200 




- 7.1 


53 


3 32 


5 


752.6 


- 7.3 


67 



ESE 

С 

W 

NW 

W 

С 
ESE 



3 

3-4 

3 



Bew. 0. Bis 200 m fast isotherm. 
Bei 350 m beginnt der Westwind 
mit scharfer Grenze. [Gleichzeitig 
Nivellement.] 



Nr. 90. 17. September. 1 Drachen (7 m^), 900 m Draht. 



2p 05 


5 


749.6 


— 4.8 


59 


2 40 


200 


731 


- 5.1 


57 


2 50 


440 


709 


- 7.1 


57 


2 52 


200 




- 5.6 


58 


4 40 


5 


750.1 


- 3.9 


52 



w 
w 
w 
w 
sw 



7 
5-6 

3 

5 
2-3 



Bew. 2^ ci, a-str, Föhnwolken. 
Wind abflauend, Drachen fällt zu- 
letzt herunter und havariert. 



Nr. 91. 18. September. 3 Drachen 



9» 18 
9 30 
9 33 

10 00 

11 00 
11 02 
11 10 
11 30 
11 45 
11 50 
12'"29 



5 


755.1 


- 8.5 


55 


200 


736 


— 9.0 


49 


500 


708 


-10.7 


48 


1000 


664 


— 9.8 


50 


1500 


622 


-11.9 


47 


1555 


618 


-12.3 


47 


1500 




-11.7 


47 


1000 




- 9.5 


49 


500 




— 10.2 


47 


200 




- 8.3 


49 


5 


7,55.6 


- 7.2 


56 



WzS 



WSW 


7 


WSW 


7 


w 


6 


w 


6 


w 


6 


w 


6 


w 


6 


WSW 


7 


AVSW 


7 


WSW 


8 



15 m2), 3600 m Draht. 

Bew. 1" a-str. Inversion zwischen 
750 und 1000 m, im Aufstieg von 

— 11.8 auf — 9.8", im Abstieg von 

— 11.3 auf — 9.5. Darüber bis ca. 
1200 m fast isotherm mit starken 
zeitlichen Schwankungen der Tem- 
peratur. 



Nr. 92. 20. September. 2 Drachen (lim-), 30ÜO m Draht. 



848 

8 58 

9 05 
9 45 

10 10 
10 20 
10 50 



5 


763.2 


— 4.1 


56 


200 


745 


- 4.4 


50 


500 


717 


- 5.8 


50 


970 


675 


- 7.8 


62 


500 




- 6.3 


64 


200 




- 4.6 


60 


5 


703.2 


- 3.9 


57 



w 
w 
w 

WzN 
W 
W 
W 



^-9 

9 

8 

6 

8 

9 
10 



Bew. 2" a-str, Föhnwolken. Wol- 
ken nicht erreicht. 



42 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 
Nr. 93. 4. Oktober 1907. 2 Drachen (11 m'^), 3600 m Draht. 











Rel. 






Zeit 


See- 
höhe 


Luft- 
druck 


Tem- 
peratur 


Feuch- 
tigkeit 


Wind 


Bemerkungen 




m 


mm 


C" 


"/o 


m p. s. 




10^35 


5 


763.7 


— 9.9 


51 


WSW 9 


Bew. anfangs 2^ a-str, gegen 2'' zu- 


10 53 


200 


745 


- 8.2 


50 


ЛУ 9 


nehmend auf 4" a-str (aus S), später 


10 55 


500 


716 


— 8.6 


49 


AVzN 8 


abnehmend auf 1". Im Aufstieg In- 


11 40 


1000 


671 


— 10.8 


40 


WNW 9 

NW /9-12 
(böig 


version zwischen Erde und 250 m 
auf — 8.0", im Abstieg zwischen 


12 35 


1500 


628 


-14.6 


40 


Erde und 100 m auf - 9.2". Ferner 


1 15 


1975 


590 


-17.0 


39 


NNW 15 


zwischen 500 und 600 m, im Auf- 


1 45 


1 500 




-14.8 


40 


NW 10—12 


stieg auf — 8.1" (verbunden mit 


2 30 


1000 




-10.7 


36 


NW 8-9 


Windabnahme auf << 8 m p. s.), im 


2 40 


500 




- 9.6 


36 


NWzW 8—9 


Abstieg auf —9.2". Ferner Inversion 


2 43 


200 




- 9.3 


38 


NWzW 8—9 


um ca. 2 Zehntelgrade (im Abstieg 


3p]5 


5 


762.4 


-10.2 


53 


WNW 8 


nur Isothermie) bei 1520 m, ver- 
bunden mit sprunghafter Wind- 
zunahme von 9 auf 12 m p. s., und 
Drehung. An dieser Schichtgrenze 
wird der Apparatdrachen mehrmals 
unstabil. 



8''50 

8 58 

9 10 
9 40 



5 

200 
500 
800 



Nr. 94. 

757.3 



7. Oktober. 2 Drachen (lim-), 1500 m Draht. 



3.7 



54 



W 7 

W 9 

WzN 7 
NW 12-15 



Bew. 1" a-str. Bei 450 m Schicht- 
grenze mit Abnahme des Windes 
auf 7 m p. s. Weiter oben wieder 
sprunghafte Zunahme auf 12 — 15 m 
p. s. — Draht springt von der Trom- 
mel und reisst beim Versuch, ihn 
zu spleissen. 2 Drachen, Registrier- 
instrument, 1900 m Draht verloren. 



Nr. 95. 10. Oktober, l Ballon, 1800 m Draht. 



1p30 


5 


745.4 


-12.1 


100 


1 39 


200 


727 


-13.6 


100 


1 41 


500 


699 


- 12.7 


100 


1 45 


1000 


655 


- 12.2 


100 


1 50 


1300 


629 


— 14.0 


100 


1 54 


1000 




-12.2 


100 


2 15 


500 




-12.7 


100 


2 20 


200 




— 13.8 


100 


2 38 


5 


745.1 


-13.0 


100 



östlich fast С i 



S 
SSW 
SSW 
SSW 
SSW 
SSW 

S 

E 



2 

2 
3—4 
2-3 
3-4 

2 

2 

1 



Bew. 10- ni, fr-ni, «•". ZAvischen 
300 und 500 m Inversion, im Auf- 
stieg von — 13.8, im Abstieg von 

— 14.0" auf den angegebenen Wert. 
Ferner zwischen 750 und 900 m von 

— 13.0 auf —11.9". Bei 1000 m ver- 
schwindet der Ballon im fr-ni. Die 
Schnüre des Ballons und die obersten 
200 m Draht werden in den ^^'olken 
mit 1^2—2 mm dickem Reif besetzt. 



Nr. 96. 12. Oktober. 2 Drachen (8 m^), 3500 m Draht. 



2p ,30 


5 


746.1 


— 10.6 


72 


3 05 


200 


728 


— 11.2 


70 


3 10 


500 


700 


-12.8 


69 


3 32 


1000 


656 


— 14.0 


80 


4 00 


1475 


616 


— 15.9 


95 


4 20 


1000 




-16.2 


96 


4 38 


500 




-13.0 


90 


4 45 


200 




— 10.7 


77 


5 Ol 


5 


746.8 


-11.1 


72 



NW 


8 


NNW 


10 


NzW 


10 


NzW 


11 


N 


12 


NzAV 


11 


NzW 


10 


NNW 


10 


NW 


9 



Beлv. zunehmend 5 — 8 ci (aus S), 
a-str, Föhnwolken (aus N). Wind 
flaut unten gleich zu Beginn ab, von 
41' bis 43|4 C, dann leichter NNW. 
um 5i' starker NW. — Zwischen 
Erde und 100 m Inversion auf 

— 10.3". Ferner im Aufstieg In- 
version zwischen 900 und 1150m 
von — 15.1 auf — 13.6, im Abstieg 
zwischen 1050 und 1200 m von 

— 16.6 auf — 13.5". Anscheinend 
ist dies die obere Grenze der Föhn- 
лvolkenschicht. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



43 



Nr. 97. 13. Oktober 1907. Ч Drachen (8 m^), 3700 m Draht. 



Zeit 


See- 
höhe 


Luft- 
druck 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 


Bemerkungen 




m 


mm 


C» 


»/o 


m p 


. s. 




Э'^Ов 


5 


746.1 


-11.6 


63 


NW 


9-10 


Bew. abnehmend 9— 3^ streu, Föhn- 


. 9 17 


2П0 


727 


-11.9 


60 


NNW 


10 


wolken (in demselben Horizont) ; bis- 


9 20 


500 


700 


^10.1 


61 


N 


10 


weilen ^". Im Abstieg Inversion 


9 35 


1000 


656 


-14.4 


75 


N 


11 


zwischen Erde und 200 m, die im 


9 50 


1.500 


614 


-16.1 


72 


NE 


15 


Aufstieg nicht vorhanden ist. Ferner 


10 30 


1000 




~ 13.9 


95 


N 


11 


Inversion im Aufstieg zwischen 300 


10 48 


500 




- 12.0 


76 


N 


10 


und 400 m, von —11.9 auf —10.0, im 


10 55 


?,00 




- 10.5 


65 


NNW 


10 


Abstieg zwischen 500 nnd 600 m von 


11 15 


5 


745.4 


- 12.3 


64 


NW 


8-9 


— 12.0 auf— 10.8, und endlich beim 
Aufstieg zwischen 1250 und 1400 m 
von — 16.6 auf — 15.7, im Abstieg 
aufgelöst in mehrere sehr geringe 
Inversionen in derselben Höhen- 
lage, verbunden mit Feuchtigkeits- 
abnahme, offenbar obere Grenze der 
Wolken, deren Basis bei 1100 liegt. 



IpOO 



1 18 
1 25 
1 38 
1 48 

1 55 

2 15 



12'"41 
1 08 
1 14 
1 18 
1 20 
1 35 

.2p05 



Nr. 98. 21. Oktober. 1 Drachen (4 m^), 1900 m Draht. 



5 


763.9 


-15.0 


77 


200 


745 


-12.6 


76 


500 


716 


- 1.7 


62 


930 


679 


- 1.7 


49 


500 




- 1.4 


47 


200 




•) 




5 




-15.1 


77 



WNW 


8 


ЛД' 


8 


ys'^w 


12 


WSW 


9 


WSW 


12 


w 


8 


WNW 


11 



Велу. 3 — 2" a-str, zuletzt auch 
Föhnwolken. Starke Luftspiegelung 
I nach oben an der grossen Koldewej'^- 
Insel. Höchste Temperatur im Auf- 
stieg Ijei 600 m — 0.8", im Abstieg 
— 0.3" bei 700 m. Blätterige Tem- 
peraturschichtung, der ^^Mndschich- 
tung entsprechend : Bis 180 m WNW 
4 — 8 m p. s., noch fast keine Tem- 
peraturzunahme. Darüber bis 300 m 
W 8 m p. s., Temperatur steigt um 
ca. 5'^. Hier weiterer scharfer Tem- 
peratursprung um mehr als 5", und 
Sprung des Windes aufWSW12 mp.s. 
[Gleichzeitig Nivellement.] 

*) Wegen zu schneller Änderung un- 
brauchbar. 



Nr. 99. 22. Oktober. 1 Drachen (4 m^), 1250 m Draht. 



5 


761.8 


- 6.1 


55 


200 


743 


- 1.9 


44 


500 


716 


+ 0.1 


42 


620 


705 


+ 1.2 


38 


500 




- 0.1 


37 


200 




— 2.2 


37 


5 




- 7.7 


57 



WNW 
WzS 
WzS 
WzS 

^^^N^^^ 

NW 



3 

6-7 

8 

7 

8 
6-7 
2-3 



Bew. 1" a-str (in Lee der Koldewey- 
Insel). Starke Luftspiegelung nach 
oben. Inversion bis zur Maximal- 
höhe. Blätterige Schichtung der Tem- 
peratur und des Windes: lîis 200m 
3 Stufen, Wind üljerall WNW. Hier 
sprungliafte Linksdrelmng und Zu- 
nahme des Windes, und bis zur Maxi- 
malhöhe 3 Aveitere Temperaturstufen. 



Nr. 100. 23. Oktober. 1 Ballon, 1100 m Draht. 



2p 23 


5 


762.7 


— 16.8 


. 84 


2 30 


200 


744 


*) 


*) 


2 34 


500 


715 


- 9.8 


75 


2 36 


610 


705 


- 9.4 


74 


2 38 


500 




- 9.6 


74 


2 53 


200 




-11.0 


74 


3 21 


5 




— 16.9 


83 



E 

E 
WNW 

W 
WNW 

E 

E 



faste 

2 

3-4 

4—5 

3-4 

2 
faste 



Bew. 2 — 3" a-str, von W herauf- 
ziehend. Luftspiegelung nach unten 
(über dem Neueise) und Hebung der 
grossen Koldewey-lnsel. Hauptinver- 
sion zwischen Erde und 180 m (bis 
ca. — 12"). Bei 300 m beginnt Nord- 
west-Wind, schnell mit der Höhe 
nach links drehend. 

') Wegen zu schneller Änderung 
unbrauchbar. 



/iC^/^ 



44 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 101. 28. Oktober 1907. 1 Drachen (4 m'^), 500 m Draht. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

"/o 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


9-07 
10 43 
10 46 

10 48 

11 25 


5 

200 

260 

200 

5 


756.8 
*) 

756.4 


- 14.4 

- 8.1 

- 9.5 
-11.3 
-14.6 


76 

1 Reg. 
> ver- 
J wischt 

74 


NWzW 8 

NW 4—6 
NWzN 5—0 

E 2 
NWzW 4 


Bew. 2—3" a-str. Stark wogende Be- 
лvegung aller Objekte am Horizont. 
Wind wirbelig, sehr wechselnd. Dra- 
chen fällt 2 mal mit Ostwind auf 
das Meereis. Auch Temperatur über- 
all sehr stark schwankend, bei Ost- 
wind stets fallend. Apparat havariert 
beim zweiten Herabfallen. 

') Ausgangswert der Druckregi- 
strierung verwischt. Höhen nach 
Winkel und Drahtlänge. 



Nr. 102. 29. Oktober. 



12'"30 
12 35 
12 40 



2p 20 



5 


760.6 


— 13.6 


72 


200 


742 


-10.7 


64 


500 


713 


-11.3 


68 


1000 


668 


-15.1 


80 


,1400 


634 


-12.4 


58 


1000 




-15.1 




500 




-11.5 


70 


200 




-10.9 


68 


5 


760.9 


-14.3 


74 



2 Dr2 


chei 


NW 


6 


NNW 


8 


NzW 


9 


NzW 


10 


N 


15 


NzW 


10 


NzW 


9 


NNW 


8 


W 


9 



8m2), 2500 m Draht. 

Bew. 1-2" a-str, Föhnwolken. 
Zwischen Erde und 100 m Inversion 
auf — 10.4". Ferner Inversion um 
ca. ^jo", im Aufstieg bei 400 m, im Ab- 
stieg bei 500, und endlich zwischen 
1100 m und der Maximalhöhe, im 
Aufstieg von — 16.0, im Abstieg von 
— 15.4" auf den angegebenen Wert, 
verbunden mit Feuchtigkeitsfall (an- 
scheinend obere Grenze der Föhn- 
Avolkenschicht). 







Nr. 


103. 30. 


Oktober 


1p50 


5 


764.3 


-15.2 


66 


2 50 


200 


745 


— 14.5 


\ Ge- 
[ ringe 
r Ab- 
} nähme 


3 10 


500 


716 


— 13.7 


3 20 


200 




-14.6 


4 00 


5 


763.2 


-17.0 


69 



2 Drachen (8 m-), 1600 m Draht. 



NW 


5-6 


W 


6 


W 


3 


w 


6 


Л^NW 


3 



Bew. 1 — 2" a-str (im S). Inversion 
bis 350 m, im Aufstieg auf — 12.7, 
im Abstieg auf - 13.2. Von 200 m 
ab starke Windabnahme, so dass 
die Drachen selbst durch Hoch- 
werfen nicht höher zu bringen 
sind. 



' 




Nr.] 


104. 1. November 


2p 00 


5 


751.0 


— 15.7 


95 


2 20 


200 


732 


-17.3 


) Zu- 
Inahme 
( auf 

J 100 ö/o 


2 30 


430 


710 


— 17.9 


2 40 


200 




-17.3 


3 20 


5 


751.0 


-16.2 


96 



2p 38 
3 12 
18 
40 
42 
50 
15 



1 Drachen 


WNW 


6 


NW 


6-9 


NW 


4 


NW 


6-9 


WNW 


5 



(4 m^), 1200 m Draht. 

Bew. abnehmend 10 — 8- ni, 2 
Schichten , die obere aus SWzS ; 
«• '-". Die obere Schicht, die der 
abzieiienden unteren folgt, besteht 
aus ganz flachen, fast durchsichtigen 
a-cu-Köpfen, trotzdem z. T. mit un- 
geheuer grossen Schneefallstreifen. 
Basis der unteren Schicht bei ca. 
400 m. 



Nr. 105. 12. November. 1 Drachen (4 m^), 1550 m Draht. 



5 


750.7 


- 22.2 


73 


200 


731 


-22.9 


Reg. 
un- 
brauch- 
bar 


500 


702 


— 24.9 


585 


694 


-25.2 


500 




— 24.8 


200 




— 22.1 


5 


751.1 


-23.2 


74 



NWzN 


8 


N 


12 


NzW 


10 


NNW 


4 


NzW 


10 


N 


12 


WNW 


6 



Bew. 6"-' a-str abnehmend, gegen 
Schluss wieder zunehmend auf 4"-' 
a-str. Inversion zwischen Erde und 
50 m im Aufstieg auf — 22.0, im 
Abstieg auf — 21.3. In dieser 
Höhe scharfer Windsprung. In der 
Maximalhöhe scheint eine weitere 
Schichtgrenze erreicht zu sein. Dra- 
chen ist auch durch schnellstes 
Einholen nicht höher zu bringen. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 
Nr. 106. 13. November 1907. 2 Drachen (8 m-). 3650 m Draht. 



45 











Rel. 




1 




Zeit 


See- 
höhe 


Luft- 
drucli 


Tem- 
peratur 


Feuch- 
tigkeit 


Wind 


Bemerkungen 




m 


mm 


С 


o/o 


m p. 


s. 




IpOO 


5 


750.4 


-22.4 


58 


WNW 


11 


Bew. abnehmend 1° a-str bis ; z^", 


1 22 


200 


731 


-22.1 


[ Ab- 


NW 


18 


^u, ". ZAvischen Erde und 20 m In- 


1 25 


.500 


702 


-25.0 


NW 


16 


version im Aufstieg auf — 20.6, im 


1 58 


1000 


656 


— 24.5 


nahme 


mvzw 


10 


Abstieg auf — 22.6. Ferner im Auf- 


2 25 


1500 


612 


— 23.1 


NWzW 


9 


stieg Inversion zwischen 500 m und 


2 55 


1000 




-25.6 




N^^^zW 


10 


der Maximalhölie, im Abstieg zwi- 


3 50 


1000 




— 25.4 




NWzW 


10 


sclien 750 m ( — 25.5") und der Maxi- 


4 10 


500 




- 23.2 




NW 


15 


malliöhe, mit starken zeitlichen 


4 15 


9,00 




— 23.0 




NW 


15 


Schлvankungen. In dem starken 


4 43 


5 


751.2 


-24.8 


66 


w 


2-3 


Unterwind wird der Hauptdralit 
durch die (Dines-)Klemme des Hülfs- 
drachens so stark bescliädigt, dass 
die Stelle beim Einholen heraus- 
geschnitten und ein Spliss gemacht 
werden muss, was bei der Kälte, 
der Dunkelheit und dem Winde sehr 
schwierig ist und zu F'rostschäden 
an den Fingern der Beteiligten führt. 
Beim Spleissen ist das Fehlen von 
elektrischen Schlägen bemerkens- 
луег1 (1700 m Draht in der Luft). 



Nr. 107. 15. November. 1 Drachen (4 m'-), 2100 m Draht. 



1p05 
1 25 

l 28 

1 45 

2 05 
2 12 
2 30 



5 


737.5 


-15.6 


96 


200 


719 


-16.6 




500 


691 


-19.1 


Reg. 


870 
500 


658 


— 20.4 

— 18.8 


[ un- 
brauch- 
bar 


200 




-16.5 




5 


738.5 


-16.0 


98 



WNW 


9 


NW 


12 


NNW 


16 


( 


6-10 


mv{ 


schAvan- 


\ 


kend 


NNW 


15 


NW 


12 1 


WNW 


4-5 



Bew. 8-6- ni, fr-ni, zZ\ *:- "• Wol- 
kenbasis wegen Dunkelheit nicht 
bestimmbar. In den untersten 100 m 
schwache Temperaturabnahme und 
WNW 6 m p. s. ; darüber Rechts- 
drehung und schnelle Zunahme des 
Windes bis NNW 18 m p. s. (im Ab- 
stieg nur 15 m p. s.). Von 700 m bis 
zur Maximalhöhe Isothermie, ver- 
bunden mit Abnahme und Links- 
drehung des Windes (obere Grenze 
des ni?|. Reif am Draht. 



Nr. 108. 17. November. 



11'' 50 
1 00 
3 00 
3 30 

3 50 

4 00 
4p 25 



5 


743.4 


- 16.5 


93 


200 


726 


— 16.7 


Reg. 
l un- 
hrauch- 
Ijar 


500 


697 


-17.1 


790 


671 


-17.2 


500 




— 18.0 


200 




— 17.8 


5 


746.2 


-22.1 


94 



2 Drachen (8 m-), 2500 m Draht. 

7-Ï 



NW 
WzN 
WNW 
WNW 
WNW 
WNW 
NWzW 



Bew. zuerst 3" str-cu, zuletzt 1" 
a-str. Von 3i' ab ^"-4 Bis zum Auf- 
stieg des Drachens (12°'53) sinkt die 
Temperatur unten auf — 20.1. Zwi- 
schen Erde und 100 m Inversion im 
Aufstieg auf — 16.6, im Abstieg auf 
— 17.9", darüber fast isotherm mit 
starken zeitlichen Schwankungen. 



Nr. 109. 18. November, l Drachen (4 m-), 1500 m Draht. 



1^35 

12 10 

12 30 

12 40 

12 43 

2 00 

2 08 

2p 30 



5 


746.7 


-19.0 


72 


200 


728 


— 19.6 




1 500 


700 


— 16.6 


Ab- 


700 


681 


— 18.3 


500 




-16.8 


nahme 


500 




-18.1 


200 




— 20.1 




5 


747.6 


- 19.3 


69 



NW 
NNW 

NNW 
KW 
NNW 

NNW 
NNW 



12 

16 

12 

7 

10 
10 
15 



Bew. 6" ' a-str, ^"-'. Inversion 
um */io" zwischen 200 und 210 m, 
ferner Inversion im Aufstieg zwi- 
schen 300 und 420 m von — 19.3 
auf — 15.8", im Abstieg zwischen 
350 und 450 m von — 20,2 auf 
— 18 0". 



46 



Draclien- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 110. 21. November 1907. 1 Draclien (4 m^), 3300 m Dralit. 



Zeit 


See- 
liöhe 


Luft- 
druck 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 


Bemerkungen 




m 


mm 


С 


'Vn 


m p. 


s. 




12-20 


5 


748.2 


— 17.6 


92 


NW 


12 


Bew. 10^ ni, z^i--, «• 1. Wolken- 


12 27 


200 


729 


-19.0|) Zu- 

— 20.9 nähme 


NNW 


20 


basis ca. 300 m. Zwischen 900 und 


12 30 


500 


700 


N 


25 


1000 m Inversion um 'Iki". Drachen 


12 .36 


1000 


654 


— 23.0 ( auf 


N 


20 


in Maximalhöhe abgerissen. Drachen 


12 50 


1150 


641 


-23.5 


1 lUU'Vu 


N 


20 


und Apparat wurden (nach derUber- 


2pOO 


5 


749.1 


-17.6 


96 


NW 


12 


Avinterung!) am 30. Juni 1908 auf 
dem Meereise 11 km SzE von der 
Winde gelegentlich einer Jagdexkur- 
sion von unseren Eskimos gefunden. 
Der Drachen war fest in das Meereis 
eingefroren bezw. durch den festen 
Schnee halb vergraben, der Apparat, 
der in dem herausragenden Teile 
sass, war stark verwittert, aber un- 
beschädigt. Das Kurvenpapier hatte 
sich von der Trommel gelöst, die 
Russregisti'ierung war aber gut er- 
halten. 



Nr. 111. 25. November. 1 Drachen (4 m-), 500 m Draht. 



IpOO 
1 27 
1 28 

1 40 

2 20 



5 

200 
270 
200 



761.6 

742 

735 

761.8 



22 2 
20.3 
20.1 
20.1 
22.6 



57 

Ab- 
nahme 

60 



NW 
NW 
NW 
NW 
NW 



faste 

6 
5 
2 

faste 



Bew. 0. Inversion bis zur Maxi- 
malhöhe. Wind unten zwischen 
und 6 m p. s. schwankend, gleich- 
zeitig ScliAvankungen der Tempera- 
tur. Der Drachen geht um li'25 mit 
NW 6 m p.s. auf und ist um 14 j Uhr 
trotz schnellsten Einholens nicht in 
der Luft zu halten, sondern fällt 
mit 300 m Draht aufs Meereis. Beim 
Holen des Drachens wird auf dem 
Meereise leichter SS^^' (1) bemerkt. 
In der Mittagsdämmerung ist in Lee 
der grossen Koldewc}' - Insel eine 
gewaltige Wolke von Treibschnee 
sichtbar. Vermutlich also starker 
Wind oberhalb 500 m. Auch die 
Wirbel unten deuten darauf hin. 



Nr. 112. 28. November, l Drachen (4 m-'), 3700 m Draht. 



11*30 


5 


762.2 


-23.6 


73 


1] 50 


200 








12 00 


500 








12 20 


1000 








12«"50 


1500 









SIWzW 


6 


NNW 


15 


NNW 


17 


NNW 


18 


NNW 


18 



Bew. 8 "^^ a-str, str-cu. In 100 m 
Höhe starke Windzunahme und 
Rechtsdrehung (wahrscheinlich In- 
version). Drachen wird anscheinend 
im str-cu mit Rauhreif belastet, der 
Zug wächst proportional mit der 
Zeit, und der Drachen reisst schliess- 
lich um li'50 ab. Drachen und Ap- 
parat verloren. Eine am nächsten 
Mittage ausgeführte Drachensuche 
verlief wegen Mangels an Licht er- 
folglos. 



Nr. 113. 9. Juni 1908. 1 Ballon, 2500 m Draht. 



7p 00 


5 


757.7 


+ 1.2 


99 


7 10 


200 


739 


+ 1.0 


72 


7 13 


500 


712 


— 0.4 


63 


7 17 


1000 


669 


(- 0.4) 


60 



S fast e 

с 

SW 1 

AVzN 2 



Bew. abnehmend 4 — 2'- ci (ausSW). 
Beim Abstieg Inversion zwischen 
Erde und 200 m, die beim Aufstieg 
nicht vorhanden ist. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



47 



Nr. 113. 9. Juni 1908. Fortsetzung. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


7p 22 

7 28 
7 30 
7 40 

7 48 
7-52 

8 10 


1500 

1850 

1500 

1000 

500 

200 

5 


628 
601 

757.6 


*) 
*) 

- 2 2 

- 1^0 

- 0.6 
+ 0.4 
+ 0.2 


l Reg. 
persagt 

62 
63 

68 
100 


WNW 1 
AVNW 1 
WNW 1 
WzN 2 
SW 1 

С 
SE fast С 


■) Temperaturen beim Aufstieg 
von lUOOm ab durch Mangel an 
Aspiration gefälscht. Tiefste re- 
gistrierte Temperatur beim Abstieg 
in 1650 m Höhe (—2.9"). 

[Gleichzeitig Nivellement.] 



Nr. lU. 12. Juni. 1 Drachen (4 m'^), 750 m Draht. 



5 


754.0 


- 1.7 


88 


200 


736 


- 2.3 


69 


375 


720 


- 2.6 


68 


200 




— 2.1 


64 


5 


754.1 


- 1.2 


84 



E 

NE 
ENE 
NE 

E 



Bew. 1" ci, str (gehobener ^, Basis 
150, obere Grenze 500 m geschätzt, 
im S). Zwischen 200 und 300 m NE 
5 m p. s., so dass der Drachen lange 
bei 200 m schwimmt. Bei 350 m 
Windma.ximum von 8 m p. s. Über 
dem str herrscht offenbar Westwind, 
da einige aufschiessende Köpfe zu- 
rückgebogen sind. 



Nr. 115. 15. Juni. 1 Ballon, 1650 m Draht. 



5 


756.4 


-0.7 


91 


200 


738 


+ 0.9 


60 


500 


711 


4- 0.7 


58 


1000 


668 


— 2.0 


63 


1225 


649 


(- 4.6) 


71 


1000 




- 4.8 


74 


500 




- 0.5 


65 


200 




4- 0.8 


57 


5 


75é.3 


— 2.7 


95 



WzS 


2 


NW 


2 


N 


3 


N 


4 


N 


3 


NW 


2 


WzS 


2 



Beлv. 1 -2" Föhnwolken im W, 
zunehmend, zuletzt auch a-str aus 
NW heraufziehend. Luftspiegelung 
nach oben an der Schäre und der 
kleinen Koldewe3'-Insel. Inversion 
zwischen Erde und 200 m wie an- 
gegeben. Temperaturdifferenz zwi- 
schen Auf- und Abstieg auf Träg- 
heit des Thermographen in Folge 
mangelnder Aspiration zurückzufüh- 
ren. Temperatur in Maximalhöhe 
dürfte um 1" zu hoch sein. Tiefste 
registrierte Temperatur — 5.7" bei 
1100 m. [Gleichzeitig Nivellement] 





Xi 


. 116. IS. Juni. 


5 


755.7 


+ 2.2 


86 


200 


738 


-Г 1-5 


74 


500 


711 


— 0.1 


77 


1000 


668 


- 4.4 


80 


!ll50 


655 


- 5.4 


89 


1000 




- 4.6 


90 


500 




- 0.1 


80 


200 




+ 1.3 


74 





755.8 


+ 2.9 


78 



2 Drachen (8 m^), 2450 m Draht. 



W 
^^'NW 
NW 
NW 
NW 
NW 
NW 
WNW 
AVzN 



8 

7 

6 

4-5 



Bew. 4 — 6"-i a-str, a-cu, Föhn- 
лvolken, fr-str (darunter). Inversion 
zwischen 180 und 300 m, im Auf- 
stieg von -J- 1.2 auf -|- 1.9", im Ab- 
stieg von -\- 1.0 auf -j- 1.8". Feuch- 
tigkeitsmaximum von 88 "lo (im Ab- 
stieg 93 "iü) bei ca. 800 m (hier 
wahrscheinlich der fr-str, dessen 
Höhe auf 1000 m geschätzt wurde), 
darüber geringer Fall und weiter 
erneutes Ansteigen der Feuchtigkeit 
bis zur Maximalhöhe. [Gleichzeitig 
Nivellement.] 



Nr. 117. 20. Juni. 1 Ballon, 2000 m Draht. 



5 


749.1 


+ 2.5 


85 


200 


731 


+ 2.6 


69 


500 


705 


-f 3.1 


55 


1000 


662 


4- 0.5 


51 


1500 


622 


- 2.6 


47 



SSE 


faste 


S 


2 


SSW 


4 


SW 


3 


WSW 


3 



Bew. 1" ci-str. Schwache Luft- 
spiegelung nach oben an der grossen 
Koldewej'-lnsel. Inversion zwischen 
180 und' 300 m, im Aufstieg von 
-f- 1.8 auf + 3.6", im Abstieg von 



48 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr. 117. 20. Juni 1908. Fortsetzung. 



Zeit 


See- 
höhe 

m 


Luft- 
druck 

mm 


Tem- 
peratur 


Rel. 
Feuch- 
tigkeit 

o/o 


Wind 
m p. s. 


Bemerkungen 


7p Ol 
7 03 
7 10 

7 18 
7 24 
7 47 


1820 

1500 

1000 

500 

200 

5 


598 
748.5 


- 1.0 

- 3.5 

- 0.4 
+ 2.1 

+ 1.8 
-L 2.1 


42 
49 
51 
57 

65 

87 


W 3 

WSAV 3 

SW 3 

SSW 4 
S 2 
SSE fastre 


+ 0.5 auf -f 3.2", verbunden mit 
starker Feuchtigkeitsabnahme, fer- 
ner zwischen 1700 (hier im Aufstieg 
— 2.8, im Abstieg — 4.0") und der 
Maxi mal höhe. [Gleichzeitig Nivelle- 
ment.] 



Nr. 118. 22. Juni. 1 Drachen (4 m'-), 2000 m Draht. 



12"'59 



1p54 



5 


749.6 


-b 4.1 


57 


200 


732 


+ 3.6 


49 


500 


706 


+ 1.9 


48 


930 


669 


+ 0.5 


41 


500 




+ 3.0 


40 


200 




+ 5.0 


41 


5 


750.0 


-L 4.8 


52 



WSW 

w 

WNW 

NW 
WNW 

W 
WSW 



7 
9 
15 
9 
15 
10 
10 



Bew. r'ci. Wind unten föhnartig. 
Beim Abstieg überall Erwärmung 
und Windzunahme. Zwischen Erde 
und 100 m im Aufstieg Isothermie, 
im Abstieg Inversion auf — 5.9". 
Ferner sehr geringe Inversion mit 
Windzunahme und geringer Feuch- 
tigkeitsabnahme bei 200 m, und end- 
lich Inversion um ca. ^14" zwischen 
600 und 700 m. Feuchtigkeitsmini- 
mum von 38 "lo (im Abstieg re- 
gistriert) bei 750 m. [Gleichzeitig 
Nivellement.! 



Nr. 119. 26. Juni. 2 Drachen (8 m^), 2050 m Draht. 



10П5 

10 30 

11 00 
11 35 

11 50 

12 00 
12'"19 



5 


755.0 


+ 7.3 


48 


200 


737 


-1- 5.1 


51 


500 


711 


+ 2.5 


59 


1000 


668 


— 2.9 


80 


500 




+ 2.2 


68 


200 




+ 5.2 


60 


5 


755.2 


-r 7.2 


49 



NNW 


8 


N 


6 


NzAV 


7 


NNW 


8 


NzW 


7 


NzW 


6 


NNW 


7-i 



Bew. 3— 2> str-cu. Wind in den 
tintersten 300 m sehr böig, mit der 
Höhe abnehmend. Darül^er wieder 
langsame Zunahme. 



Nr. 120. 28. Juni. 2 Drachen (8 m^), 2100 m Draht. 



1p09 



5 


757.2 


^ 6.3 


66 


200 


739 


+ 8.0 


54 


500 


713 


+ 5.7 


55 


850 


683 


+ 3.3 


55 


500 




-f 5.9 


55 


200 




-f 8.0 


56 


5 


757.3 


+ 7.1 


64 



w 

NW 
NAVzN 

NNW 

NWzN 

NW 

W 



4—5 Bew. 3 — 2"ci-str, Föhnwolken (ver- 
schwindend). Inversion im Aufstieg 
zwischen Erde und 220 m auf -[-8.1", 
im Abstieg zwischen Erde tind 100 m 
auf Ч- 8.9". 

6-7 



Nr. 121. 6. Juli. 2 Drachen (8 m-), 2550 m Draht. 



9'^36 

9 45 

9 50 

10 02 

10 35 

11 08 
11 15 
11 40 



5 


764.8 


-f 11.6 


54 


200 


747 


+ 12.8 


41 


500 


721 


-f 10.3 


42 


725 


702 


+ 9.1 


33 


500 




+ 10.8 


35 


500 




+ 9.9 


38 


200 




+ 13.3 


39 


5 


765.1 


+ 16.7 


35 



w 

N 
N 
N 
N 
N 
N 
NW 



5 

10 
8 
4 
6 
8 

10 
9 



Bew. 4" ci, a-str, Föhnwolken. 
Kurz nach Beginn Ausbrechen eines 
typischen Sommerföhns mit Tem- 
peratursteigerung auf + 17", und 
mit starkem staubführendem Winde 
(zuletzt starker Dunst notiert). Zwi- 
schen Erde und 100 m im Aufstieg 
Inversion auf + 13.4". die im Ab- 
stieg infoige Erwärmung unten ver- 
schwunden ist. Oberhalb 500 m 
schnelle Windabnahme und Feuch- 
tigkeitsfall, beim Abstieg auch ge- 
ringe Inversion bei 520 m. 



II. Ergebnisse der Aufstiege. 



49 



Nr. 122. 7. Juli 1908. 2 Drachen (8 m-), 3100 m Draht. 



Zeit 



See- 
höhe 



Luft- Tem- 
druck peratur 

C» 



Rel. 
Feuch- 
tigkeit 



Wind 
m p. s. 



Bemerkungen 



11*47 


11 54 


11 55 


12 35 


1 05 


1 10 


1p26 



9» 10 
9 22 
9 30 
10 00 
10 05 
10 10 
10 20 
10 33 



2p 41 



5 

200 
500 
1000 
500 
200 
5 



762.5 
745 
719 
678 



762.1 



-f 10.3 

-f 10.8 
+ 14.0 
+ 14.4 
-f 14.5 
4-15.1 
+ 10.0 



60 
50 

*) 
20 
26 
30 
59 



WNW 

NW 

NW 

NW 

NW 
WNW 10 

WzN 7 



6 
10 
12 

5 

12 



Bew. 4 — 3" ci. Im Aufstieg Tem- 
peraturabnahme nur zwischen 150 
und 2Ü0 m, sonst Zunalime bis zur 
Maximalhöhe. Im Abstieg Inversion 
zwisclien Erde und 300 m auf +15.7, 
darüljer Abnahme bis 500, darüber 
nahezu isotherm bis zur Maximal- 
liölie. Zwisclien 200 und 600 m 
starker Wind, Maximum 15 m p. s. 

*) Wegen zu schneller Änderung 
unbrauchbar. 



Nr. 123. 8. Juli. 2 Drachen (8 m'^). 1650 m Draht. 



5 


760.5 


+ 10.2 


65 


200 


743 


^13.8 


53 


500 


717 


+ 13.0 


50 


500 




+ 13.0 


47 


665 


703 


+ 13.1 


44 


500 




+ 13.9 


43 


200 




+ 15.0 


45 


5 


760.5 


+ 11.4 


62 



WNW 9 i Bew. 2-1" ci, a-str, Föhnwolken 
NW 8 (verschwindend). Im Aufstieg In- 
NNW 6 version zwischen Erde und 200 m 
NNW 6 wie angegeben, im Abstieg zwischen 
NW 4 ■; Erde und 30 m auf + 15.0". Ober- 
NNW 6 halb 450 m Isothermie und Wind- 
NW 8 I abnähme. 
WNW Î 



Nr. 124. 9. Juli. 2 Drachen (8 m-), 2150 m Draht. 



5 


759.5 


+ 12.1 


63 


200 


742 


+ 13.5 


53 


500 


716 


+ 11.1 


58 


1000 


674 


+ 7.1 


66 


1085 


667 


+ 6.9 


56 


1000 




+ 7.4 


57 


500 




+ 11.1 


60 


200 




+ 13.2 


53 


5 


759.6 


+ 11.1 


65 



WNW 9-10 
NW 8 

NNW 
NNW 
NNW 
NNW 
NNW 
NW 



WNW 8-9 



Bew. 3 — 2" a-str, Föhnwolken. Im 
Aufstieg Inversion zwischen Erde 
und 100 m auf +13.6, sowie sehr 
geringe Inversion bei 300, im Ab- 
stieg nur zwischen Erde und 200 m 
wie angegeben. — Beim Einholen 
plötzliches Abflauen des Windes, so 
dass der Draht ins Wasser sinkt. 
Beim weiteren Einholen bringt der- 
selbe grosse Mengen von Algen mit 
herauf. 



Nr. 125. 15. Juli. 1 Ballon, 2450 m Draht. 



8" 55 
9 33 
9 43 
9 55 

10 04 
10 28 



5 


751.6 


4- 0.4 


92 


1500 


626 


+ 2.4 


42 


1000 


666 


+ 5.3 


43 


500 


707 


+ 9.0 


44 


200 


734 


+ 4.5 


64 


9 


751.5 


+ 0.7 


89 



S 

w 

WzS 
С 

с 

s 



Bew. 5°-^ ci, ='. Aufstiegswerte 
durch Trägheit des Thermographen 
infolge mangelnder Aspiration zu 
sehr gefälscht. Oberhalb 1500 m be- 
rühren sich Temperatur- und Druck- 
feder, so dass die Registriei'ung un- 
brauchbar wird. Maximalhöhe ca. 
1800 m. Inversion zwischen Erde 
und 600 m auf + 9.2, unterbrochen 
durch geringe Temperaturabnahme 
zwischen 250 und 380 m. Obere 
=-Grenze wahrscheinlich bei 300 m. 



XLII. 



III. DISKUSSION DER BEOBACHTUNGEN. 



Temperatur. 

Die im Folgenden gegebenen Mittelwerte der Temperaturabnahme 
mit der Höhe sind nicht nach der üblichen Methode gebildet, nach 
welcher einfach für jede Höhenstufe alle dort beobachteten Tempe- 
raturen zu einem Mittel vereinigt, und die so erhaltenen Mittel- 
temperaturen der verschiedenen Stufen zu einander in Beziehung 
gesetzt werden. Es wurden vielmehr zunächst für jeden einzelnen 
Aufstieg die Temperaturditïerenzen zwischen je 2 benachbarten Höhen- 
stufen gebildet, und erst diese Temperaturdifferenzen wurden dann 
zu einem Mittel vereinigt. Diese beiden Methoden führen nur dann 
auf dieselben Werte, wenn alle Aufstiege bis zur grössten mitgenom- 
menen Höhe reichen. Verfasser hat an anderer Stelle^) die Gründe 
dafür auseinandergesetzt, dass die Methode der Differenzen genauere 
Mittelwerte liefert als die der absoluten Werte. Die Ursache dafür 
ist die allgemeine Tatsache, dass die Werte eines Elementes selber 
für eine bestimmte Höhe stärker variabel sind als seine Änderung 
mit der Höhe. Wir können uns hier mit dem Hinweise auf die 
angeführte Arbeit begnügen, welche den Vorzug der Differenzen- 
methode für alle Elemente nachweist. 

Zu den dort angeführten allgemeinen Gründen kommt im vor- 
liegenden Falle noch ein besonderer Umstand, der die Anwendung 
der Differenzen-Methode unter allen Umständen notwendig macht, 
nämlich die Abhängigkeit der Höhe der Aufstiege von dem betreffenden 
Element, hier der Temperatur. Fast alle hohen Aufstiege sind näm- 
lich im Sommer ausgeführt worden. Eine Mittelbildung nach der 
Methode der absoluten Werte würde hier für die grösseren Höhen 
ein ganz falsches Bild geben, da man hier nur Sommertemperaturen 
erhalten würde. 

Über die Ausführung der Mittelbildung sei hier noch Folgendes 
gesagt: Überall wo es möglich war, wurde das Mittel zwischen Auf- 
und Abstieg benutzt. War dieselbe Höhenstufe mehr als 2 mal 
erreicht, so wurden alle vorhandenen Werte mit gleichem Gewicht 
zu einem Mittel vereinigt. Lag die Maximalhöhe nur 100 m oder 
weniger unter einer vollen Höhenstufe, so wurde die Temperatur für 
letztere extrapoliert. Wenn jedoch in solchen Fällen Inversion 



1) über die Ableitung von Mittelwerten ausDrachenaufstiegen ungleicher Höhe. = Beitr. 
2. Phys. d. frei. Atmosphäre III, Heft 1. 



III. Diskussion der Beobachtungen. 



51 



herrschte, wurde einfach die Temperatur der Maximalhöhe für die 
darüber liegende Höhenstufe angenommen. Bei Wind und Feuchtig- 
keit wurde überhaupt nicht extrapoliert, sondern die Angabe der 
Maximalhöhe ohne Weiteres für die darüber liegende Höhenstufe 
verwendet, wenn diese nur höchstens 100 m entfernt war. ^) 

Unter Zusammenfassung der beiden Beobachtungsjahre zu einem 
geben wir im folgenden die mittleren Temperatur-Differenzen zwischen 
je 2 Höhenstufen für Monate, Vierteljahr und Jahr, für letzteres 
auch das Gefälle auf 100 m reduziert. Hinter jedes Mittel ist die 
Anzahl der Beobachtungen gesetzt. 

Mittlere Tempérât lU'-Ditf er enzen. 





5-200 4"hl 


200-500 4-1 


500-1000 ^J^^ 


1000-1500 4- 


1500-2000 4ы 


2000-2500 4ы 


Dezember 
Januar . . . 
Februar , . 

März 

April 

Mai 

Juni 

Juli 

August . . . 

September 
Oktober . . 
November. 


-0?17 1 
+0.62 6 
+0.69 9 

+0.91 6 
+0.05 4 
-0.75 1 

0.00 18 
+1.11 17 
+0.31 10 

-0.41 18 
+0.79 21 
+0.08 9 


о 

-i.'72 's 

-0.56 7 

-0.80 5 
-1.42 2 
-1.25 1 

-0.44 15 
—0.66 14 

-0.84 8 

-0.41 15 
+0.03 19 

—1.08 8 


о 

-4.75 "i 
-1.18 5 

+2.00 ' 1 

-2.37 12 
—2.79 9 
-1.97 4 

—1.20 11 
—1.13 10 
-2.32 3 


о 

-1.'38 ' i 

-2.82 6 
-2.27 6 
-0.69 3 

-2.50 2 
—0.84 8 
+2.07 1 




-1.62 '4 
-1.85 3 

-2.11 'З 


о 

-1.82 2 


Winter . . . 
Frühling . . 
Sommer . . 
Herbst 


+0.61 16 -1.04 12 
+0.45 11 -1.02 8 
+0.49 45 -0.61 37 
+0.21 48 -0.34 42 


-1.77 6 
+2.00 1 
-2.46 25 
-1.31 24 


-1.38 1 

-2.17 15 
-0.88 11 


-1.72 7 
-2.11 3 


-1.82 2 


Jahr 

pro 100 m 


+0.39 120 

+0.20 


-0.58 99 
-0.19 


—1.81 56 
-0.36 


-1.62 27 
-0.32 


-1.84 10 
-0,37 


-1.82 2 
-0.36 



Zur besseren Veranschaulichung sind die Werte für Vierteljahr 
und Jahr in der beifolgenden graphischen Darstellung gezeichnet. 

Bei der Betrachtung dieser Zahlen springt besonders die erste 
Höhenstufe von 5—200 m in die Augen. Eine Abnahme der Tem- 
peratur mit der Höhe ist hier ausser im September (mit 18 Beobach- 
tungen) nur im Dezember und Mai gefunden worden, wo aber jedes- 
mal nur eine Beobachtung vorliegt. Alle anderen Monate zeigen 
Inversion. Daher geben auch schon alle 4 Jahreszeitenmittel eine 
Inversion für diese Stufe, und das Gefälle der nächsten Stufe 200 — 
500 m ist noch merklich geschwächt. Es erscheint auf den ersten 



Diese Regeln entsprechen den am Kgl. Aeronaut. Obs. zu Lindenberg befolgten. 

4* 



52 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Blick sehr merkwürdig, dass diese Inversion nicht im Sommer ver- 
schwindet. Man W4irde überhaupt a priori geneigt sein, eine sehr 
ausgesprochene jährliche Periode in der untersten Schicht zu erwarten, 
bei der dauernden Ausstrahlung im Winter und der dauernden Ein- 



zsoo 


- 










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2000 














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-3 -2 -10 -10 +1 -4 -3 -2 -1 -2-10 
Mittlere Temperatur-Abnahme. 



-3 -2 -1 



-==ô 



Strahlung im Sommer. Wir wollen deshalb einen Augenblick bei 
dieser Erscheinung verweilen. Die folgende graphische Darstellung 
gibt den Verlauf der Temperaturdififerenz zwischen 5 und 200 m in 
den einzelnen Monaten. 

+1 


-1 

• JaRFebMaj^JjirihiJujiLjulLAySejiLOh^oDBe^ 

Jährlicher Gang der Temperatur-Differenz zw. 5 u. 200 m Höhe. 

In den Wintermonaten ist, wie zu erwarten, ein Maximum der 
Inversion vorhanden. Im April und Mai ist dann eine deutliche 
Abnahme der Inversion bezw. Verstärkung des Gefälles zu bemerken, 
der starken Einstrahlung der Sonne entsprechend. Auch der Juni 
hat noch ein verhältnismässig starkes Gefälle, oder doch wenigstens 
keine Inversion. Wie ist aber das Maximum der Inversion im Juli 
zu erklären? In diesem Monat erreicht die Inversion ihren grössten 
Wert überhaupt. Auf Zufälligkeiten dürfte sich dies kaum zurück- 
führen lassen, da dieser Monat mit 17 Beobachtungen gut besetzt ist. 
Indessen ist Folgendes zu beachten. Der Juli ist der einzige Monat, 
bei dem die Temperatur so gut wie dauernd über ist. Gerade dies 
kann aber eine Erklärung für die Verstärkung der Inversion geben. 



m. Diskussion der Beobachtungen. 53 

da die untersten Luftmassen, sobald ihre Temperatur über ist, ihre 
Wärmemengen zur Schmelzung des Eises abgeben. Für die Betrach- 
tung im Grossen ist nämlich auch im Sommer die Ausdehnung des 
schneefreien Landes nur gering im Vergleich zu den ungeheuren 
Flächen des Inlandeises auf der einen und des Meereises auf der 
anderen Seite. Auch das Land selber ist noch häufig mit Schnee- 
wehengletschern bedeckt, das Innere des Germania-Landes trägt in 
der Richtung der häufigsten Winde einen ausgedehnten Firn. Zur 
Schmelzung dieser Eismassen \Yird eine grosse Wärmemenge gebraucht, 
die zwar zum grössten Teil durch die direkte Sonnenstrahlung gelie- 
fert wird, zum Teil aber doch auch der Luft entzogen wird, wenn 
deren Temperatur über 0° ist. Auf diese Weise dürfte das Juli-Maxi- 
mum der Inversion entstehen. Damit ergibt sich dann auch gleich 
die darauf folgende Abnahme der Inversion im August, wo die 
Schmelzvorgänge wieder aufhören. Doch wie ist es zu erklären, 
dass im September, wo doch schon die Ausstrahlung beginnt, und 
die Lufttemperatur rapide sinkt, die Inversion nicht nur ganz ver- 
schwindet, sondern sogar einer Temperaturabnahme um 0.4° Platz 
macht? Auch dieser Monat ist mit 18 Beobachtungen so gut besetzt, 
dass man nicht den Zufall hierfür verantwortlich machen darf. Dies 
ist aber auch keineswegs nötig. Der September ist nämlich der 
Monat des Gefrierens allen flüssigen Wassers. Namentlich bildet 
sich in diesem Monat eine starke Meereisdecke, aber auch überall am 
Lande erstarren die zahlreichen Sümpfe, Seen, Bäche, die wasser- 
durchtränkten Schneewehengletscher u. s. w. Die Ausstrahlung ist 
nicht stark genug, um die in so kurzer Zeit frei werdenden Wärme- 
mengen zu beseitigen. Alle diese im Erstarren begriffenen Wasser- 
mengen, namentlich auch die Neueisdecke auf dem Meere, sind 
wärmer als die Luft, die von der Höhe des Inlandeises herabkommt, 
wo keine nennenswerten Schmelz- und Gefrierprozesse mehr auf- 
treten. Deswegen bilden sich auch über der neuen Meereisdecke 
mit Vorliebe die Luftspiegelungen noch unten, deren Entstehungs- 
bedingungen kalte Luft und warmer Boden sind. Das äusserst schnelle 
Sinken der Temperatur im Herbst bringt es also mit sich, dass die 
Abkühlung des Bodens durch Ausstrahlung in der Küstengegend, wo 
viel flüssiges Wasser gefrieren muss, nicht Schritt hält, und dadurch 
Avird in der Haupt-Gefrier-Periode soviel Wärme an die unterste 
Luftschicht abgegeben, dass die Temperatur-InA'ersion hier ver- 
schwindet. Dass sich diese Verhältnisse tatsächlich auf die angege- 
bene Weise bemerkbar machen, zeigt sich u. a. auch in den Beobach- 
tungen in der Ausguckstonne am Grossmast (30 m über dem Eise), 
sowie in den Luftspiegelungen, doch kann an dieser Stelle nicht näher 
darauf eingegangen werden. 



54 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

Das flache Minimum endlich, welches die Kurve in den Winter- 
monaten Nov. — Febr. zeigt, dürfte, wenn es reell und nicht durch die 
zu geringe Zahl von Beobachtungen hervorgerufen ist, durch die 
Häufigkeit atmosphärischer Störungen in Gestalt von Depressionen 
zu erklären sein, welche ja gerade den Winter bevorzugen. 

Wenngleich also bei der geringen Zahl von Beobachtungen Vor- 
sicht in Bezug auf Schlussfolgerungen geboten ist, so scheint aus 
dem Angeführten doch soviel hervorzugehen, dass für das Temperatur- 
gefälle der untersten 200 m die einfache Jahresperiode mit einem 
Maximum im Frühjahr zur Zeit der vorherrschenden Einstrahlung 
und einem Minimum im Herbst oder Winter zur Zeit der vorherr- 
schenden Ausstrahlung aufgehoben ist, indem dem normalen Verlauf 
ein Minimum des Gefälles im Juli und ein Maximum im September 
aufgesetzt ist, und zwar durch die wärmebindenden Schmelz- und 
die wärmefreilassenden Gefriervorgänge. 

Diese Betrachtungen gelten natürlich nur für die unterste Höhen- 
stufe. Oberhalb 500 m nähert sich das Temperaturgefälle mehr 
demjenigen unserer Breiten, wenngleich es überall klein bleibt. Bei 
der Vergleichung der 4 Jahreszeiten sehen wir Unterschiede im Sinne 
einer jährlicher Periode, bei der das Maximum des Gefälles auf den 
Sommer, das Minimum auf den Herbst fällt. Leider werden die 
Beobachtungen hier sehr lückenhaft. Für das Intervall 500— 1000 rii 
müssen wir bereits das Frühjahr ausschalten, weil dort nur eine 
Beobachtung vorliegt. Die 3 anderen Jahreszeiten geben : 

Winter Sommer Herbst 
Gefälle pro 100 m 0.35° 0.49° 0.26° 

Für die nächst höhere Stufe 1000 — 1500 m müssen wir weiter 
auch den Winter ausschalten, da nun hier nur noch eine Beobach- 
tung vorhanden ist. Die anderen Jahreszeiten geben: 

Sommer Herbst 

Gefälle pro 100 m 0.43° 0.18° 

Wir können dies auch so ausdrücken : In 1000 m Höhe ist es 
im Winter um 2.2°, im Sommer 2,6° und im Herbst 1.6° kälter als 
am Boden, und in 1500 m im Sommer um 4.8°, im Herbst um 2.3°. 
Die Jahresperiode der Temperatur nimmt also mit der Höhe ab, 
da das Gefälle im Sommer stärker ist als im Winter. Ausserdem 
hinkt die Temperatur in der Höhe derjenigen am Erdboden nach, 
da bei fallender Temperatur (im Herbst) das kleinste Gefälle gefunden 
wurde. Obwohl diese Gesetzmässigkeiten qualitativ noch deutlich 
erkennbar sind, dürfte für quantitative Bestimmungen die Zahl der 
Beobachtungen doch noch nicht ausreichend sein. 

Bei der Betrachtung der Jahreskurve, die recht stetig verläuft, 
ist eine sehr geringe Ausbuchtung bei 1000 m zu bemerken, die sich 



III. Diskussion der Beobachtungen. 



55 



in der Zahlenreihe für das Temperaturgefälle durch ein Minimum 
desselben im Intervall 1000—1500 m zu erkennen gibt. So gering 
diese Abweichung ist, so steht sie, wie später zu zeigen ist, in so 
offenkundiger Beziehung zu einer ganzen Kette anderer Phänomene, 
dass an ihrer Realität nicht gezweifelt werden kann, und es verlohnt 
sich deshalb, sie von vornherein im Auge zu behalten. Die Ver- 
minderung des Gefälles in dieser Höhe können wir auch so auffassen, 
dass sich innerhalb dieses Intervalles eine Inversion zu befinden 
pflegt, oder dass hier eine typische Diskontinuitätsfläche liegt, die 
unter Umständen als Wolkenoberfläche mit darüberliegender Inver- 
sion in Erscheinung treten kann. Bei der Untersuchung der anderen 
Elemente werden wie also unser Augenmerk darauf zu richten haben, 
ob sich auch bei ihnen in diesem Höhenintervall ein Sprung im 
Sinne einer Wolkenoberfläche erkennen lässt. 



Windzunahme mit der Höhe. 

Auch bei der Mittelbildung für die Zunahme und Drehung des 
Windes mit der Höhe wurde die oben auseinandergesetzte Differenzen- 
methode benutzt. Auch hier liegt ausser den allgemeinen Gründen 
noch eine spezielle Nötigung dazu vor in dem Umstände, dass die 
Höhen nicht unabhängig von dem Element sind. Namentlich muss 
berücksichtigt werden, dass die Ballonaufstiege fast alle bis zur 
selben Höhe (1500—2000 m) reichen, während die Drachenaufstiege 
mit zunehmender Höhe immer spärlicher werden. Bei der Methode 
der absoluten Werte würden hier die durch die Ballonaufstiege 
repräsentierten schwachen Windstärken in den verschiedenen Höhen 
sehr verschieden stark zur Geltung kommen, und man würde auf 
diese Weise ein falsches Bild der Windzunahme erhalten. Für die 
Winddrehung mit der Höhe verbietet sich diese Methode ganz von 
selbst. 

Auf Monatsmittel wurde hier Verzicht geleistet. Die folgende 
Tabelle gibt die mittleren Differenzen der Windgeschwindigkeit für 
die verschiedenen Höhenintervalle für Jahreszeiten und Jahr. Neben 
jedes Mittel ist die Anzahl der Beobachtungen gesetzt. Die Zahlen 
dieser Tabelle werden durch das weiter unten folgende Diagramm 
veranschaulicht. 

Mittlere Zunahme der Windgescliwiiidigkeit mit d. Hölie, in m p. s. 



Winter . . 
Frühling. 
Sommer . 
Herbst. . 

Jalir . . . . 



zahl 



zahl 



5-200 Д?.-, 200-500 Д"", 500-1000 Д"", 1000-1500 ^Ji', 1500-2000 .j^".", 2000-2500 A'i 



zahl 



zahl 



zahl 



+3.5 17 

4-1.5 11 

+0.8 46 

+1.7 50 

+1.6 124 



0.0 

-1.2 
+0.4 
+0.1 



+0.1 103 



-1.0 


7 


+3.0 


1 


-O.G 


26 


-0.6 


25 


-0.6 


59 



0.0 2 

+Ö.3 ié 

4-1.0 12 

+0.5 80 



+0.4 

+2.4 



-0.9 12 



+0.8 



+0.8 



56 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



In der Schicht zwischen Erde und 200 m kann man noch deut- 
lich den Einfluss der Jahreszeiten erkennen. Die Windzunahme mit 
der Höhe, oder wie wir auch sagen können, die Verzögerung der 
Luft durch Reibung am Erdboden, ist am grössten im Winter und 
am kleinsten im Sommer, weil eben die Luft bei den tiefen Tem- 
peraturen im Winter dazu neigt, unmittelbar über dem Erdboden 
zu stagnieren, während im Sommer durch vertikale Konvektion auch 
der untersten Schicht die allgemeine Bewegung mitgeteilt wird. 

Zwischen 500 und 1000 m tritt in sehr prägnanter Weise bei 
allen Kurven mit Ausnahme des Frühlings, der hier nur 1 Beobach- 
tung hat, eine Abnahme der Windgeschwindigkeit auf, auf welche 
dann oberhalb 1000 m wieder eine Zunahme folgt. Diese Abnahme 



2500- 



ZOüO 



1500 



1000 



SOO 



200 




- 
























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1 
























1 




















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1 










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^ 


у 







+1 +2mps. 0+1+2 0+1 +1 +2 

Windzunahme mit der Höhe. 



+1 +2 +3mp.s. 



des Windes, so rätselhaft uns ihre Ursache ist, ist gegenwärtig eine 
unter heimischen Verhältnissen wohlbekannte Erscheinung. Jeder 
Jahrgang der Lindenberger Drachenaufstiege zeigt sie mit grösster 
Regelmässigkeit, nur in ein wenig grösserer Höhe, wie wir es auch 
nach unseren allgemeinen Vorstellungen erwarten dürfen. Hiervon 
wird später noch die Rede sein. Die darüberliegende erneute Wind- 
zunahme aber können wir uns so auslegen, dass irgendwo zwischen 
1000 und 1500 m eine Diskontinuitätsfläche, sagen wir der Einfach- 
heit halber eine Wolkenoberfläche liegt, oberhalb deren eine grössere 
Windgeschwindigkeit herrscht, welche dann noch weiter mit der 
Höhe zunimmt. Dies sind die normalen Windverhältnisse an einer 
Wolkenoberfläche. Auch diese Beobachtungen stimmen also mit 
der bei der Temperatur gemachten Annahme einer typischen Wolken- 
oberfläche zwischen 1000 und 1500 m überein. 



m. Diskussion der Beobachtungen. 



57 



Durch die erwähnte Abnahme des Windes zwischen 500 und 
1000 m Höhe wird ein darunter liegendes Windmaximum geschaffen, 
dessen Höhenlage sich anscheinend mit den Jahreszeiten ändert. Es 
dürfte kaum auf Zufall beruhen, dass allein der Sommer noch eine 
wesentliche Windzunahme zwischen 200 und 500 m zeigt. Das Wind- 
maximum liegt im Frühling bei 200, im Winter und Herbst zwi- 
schen 200 und 500 (im Winter tiefer als im Herbst), und im Sommer 
sehr prägnant bei 500 m. Namentlich wenn man berücksichtigt, dass 
die Frühlingsaufstiege meist im Beginn des Frühlings, also noch zur 
kältesten Zeit, ausgeführt sind (6 im März, 4 im April und nur 1 
im Mai), so scheint hieraus hervorzugehen, dass das Windmaximum 
sich mit der Temperatur ungefähr zwischen den Grenzen 200 — 500 m 
hebt und senkt. 



Drehung des Windes mit der Höhe. 

Auch für die Drehung des Windes mit der Höhe wurden Mittel- 
werte für jedes Höhenintervall gebildet. Im allgemeinen wurde über- 
all das Mittel zwischen Auf- und Abstieg benutzt, nur beim Aufstieg 
Nr. 73 wurde jeder Ast für sich genommen, da sich die Windver- 
hältnisse in den untersten 1000 m in der hier sehr langen Zwischen- 
zeit vollständig geändert hatten. Wenn in einer Höhenstufe С notiert 
ist, so ward offenbar die Drehung zur benachbarten unbestimmt, und 
diese Fälle wurden daher nicht mitgenommen. Endlich kamen bei 
mehreren Ballonaufstiegen in 2 benachbarten Höhenstufen Azimut- 
differenzen von nahezu 180" vor. Da bei einem derartigen vollstän- 
digen Umschlagen des Windes von einer kontinuierlichen Drehung 
nicht mehr die Rede sein kann, wurden diese Fälle ebenso behandelt 
wie die mit C, das heisst ausgeschlossen. Die folgende Tabelle gibt 
die Mittelwerte der Drehung von Stufe zu Stufe für Jahreszeiten 
und Jahr. 

Mittlere Drehung des NVimles mit der Höhe, + ^ Ilechts(h'ehiuig. 





5-200 4"hl 


200-500 


An- 
zahl 


500-1000 


An- 
zahl 


1000-1500 


An- 
zahl 


1500-2000 


An- 
zahl 


2000-2500 4^,-1 


März-Mai . 
Juni-Aug. , 
Sept.-Nov. . 
Dez.-Febr. 


+ 6J 11 
+ 5.5 38 

+14.8 48 
+15.5 16 


о 

+4.2 
+8.0 
+5.6 

+5.6 


8 
31 
41 
12 


о 

0.0 

+11.8 
+ 2.2 
+11.2 


1 
21 

24 

7 




+13.9 

+ 5.2 
0.0 


13 

12 

2 


о 

—3.8 
+5.6 

•• 


6 
3 


о 

0.0 2 


Jahr 


+11.0 113 


+6.3 


92 


+ 7.1 


53 


+ 9.0 


27 


—0.6 


9 


0.0 2 



Diese Zahlen sind auf der folgenden graphischen Darstellung 
zur Anschauung gebracht. Bei der Vergleichung dieser Kurven mit 
denen der Windzunahme mit der Höhe ist eine gewisse Ähnlichkeit 



58 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



unverkennbar. Zwischen Erde und 200 m, wo die stärkste Zunahme 
lag, ist auch die Rechtsdrehung überall am stärksten. Hier geht die 
Übereinstimmung sogar noch weiter: Der Winter hatte die stärkste 
Zunahme unter allen Jahreszeiten. Er hat auch die stärkste Rechts- 
drehung. Die zw^eitstärkste Zunahme wie Rechtsdrehung hat der 
Herbst, die drittstärkste der Frühling, die geringste der Sommer. 
Hier ist der Parallelismus noch streng gewahrt. Auch in der näch- 
sten Stufe 200—500 m ist er noch deutlich erkennbar. Wesentliche 
Windzunahme hat hier nur der Sommer. Dementsprechend hat er 
die stärkste Drehung. Fast keine Zunahme haben Herbst und 
Winter, entsprechend einer geringeren, in beiden Fällen gleich starken 
Rechtsdrehung. Der Frühling endlich, der sogar Windabnahme hat. 



zsoo- 




+10°+20 



+10° +20° +Ю°+20° +10° 
Drehung des Windes mit der Höhe. 



+10° +20° 



zeigt die geringste Rechtsdrehung. Im Intervall 500—1000 m endlich, 
wo überall eine Abnahme des Windes mit der Höhe herrscht, macht 
sich im Jahresmittel auch ein geringerer Wert der Rechtsdrehung 
geltend, auf welche oberhalb 1000 m wieder eine stärkere Drehung, 
entsprechend der erneuten Windzunahme, folgt. Hierdurch wird der 
ganze Verlauf der Kurve — w^enigstens bis zur Höhe von 1500 m 
hinauf — derjenigen der Windzunahme ähnlich, w^enn sie auch nicht 
bis zu einem völligen Verschwinden der Rechtsdrehung oder gar zu 
einer Linksdrehung zurückbiegt. Auch diese Kurve stimmt daher 
sehr gut mit dem bei den anderen Elementen gefundenen Resultat, 
dass zwischen 1000 und 1500 m eine typische Wolkenoberfiäche zu 
suchen ist, oberhalb welcher zugleich mit erneuter Windzunahme 
auch stärkere Rechtsdrehung des Windes mit der Höhe herrscht. 
Eine weitere Vergleichung des Ganges aller Elemente soll in einem 



III. Diskussion der Beobachtungen. 



59 



späteren Abschnitt erfolgen. Hier sei nur noch darauf hingewiesen, 
dass der allgemeine Parallelismus zwischen Windzunahme und Rechts- 
drehnng eine bemerkenswerte Bestätigung bei der später zu gebenden 
Zusammenstellung der Drachenaufstiege bei Ostwind erfährt, welche 
Windabnahme und Linksdrehung als zusammengehörig ergeben. 



zooo 



1500 



1000 



Gang der relativen Feuchtigkeit mit der Höhe. 

Registrierungen der relativen Feuchtigkeit liegen im wesentlichen 
nur aus den Monaten Juni— Oktober vor, zu denen nur noch 3 aus 
dem November und 
1 aus dem Dezember zsoo- 
kommen. Bei dem ge- 
ringen Einfluss, den 
die Jahreszeiten auf 
den Gang der anderen 
Elemente mit der Höhe 
zeigten, liegt es jedoch 
nahe anzunehmen, 
dass auch der Winter 
und Frühling einen 
ähnlichen Gang der 
relativen Feuchtigkeit 
mit der Höhe aufwei- 
sen wie die hier behan- 
delten Monate. Jahres- 
zeiten- oder garMonats- 
mittel zu bilden, war bei der UnvoUständigkeit des Materials nicht 
möglich. Im Gesamtmittel ergibt sich folgende Abnahme der rela- 
tiven Feuchtigkeit (-|- bedeutet oben feuchter): 

1000-1500 

—4.1 
24 




-l't -13 -12 -11 -10 -9 -8 -7 -6 -5 -^ -3 -2 -1 0% 
Mittlerer Gang der relativen Feuchtigkeit mit der Höhe. 





5-200 


200-500 


500-1000 


Feucht. Diff. Wo 


—7.0 


-2.6 


-fO.5 


Zahld.Beob.. . 


83 


72 


47 



1500-2000 2000-2500 m 

+0.1 +2.5 

11 2 



Diese Zahlen sind durch die obenstehende graphische Darstellung 
veranschaulicht. 

In der untersten Schicht sehen wir eine starke Abnahme der 
Feuchtigkeit mit der Höhe, der starken Änderung der übrigen Ele- 
mente entsprechend. Mit ausserordentlicher Deutlichkeit aber tritt 
hier das bei den übrigen Elementen gefundene typische Wolken- 
niveau hervor: bei 1000 m ein Maximum der Feuchtigkeit, darüber 
bis 1500 m starke Abnahme. Dies entspricht einer typischen Wolken- 
oberfläche zwischen 1000 und 1500 m Höhe. Im folgenden Kapitel 
wird noch etwas näher auf diese Erscheinung eingegangen werden. 



60 Drachen- nnd Fesselballonaufstiege. 

Zusammenfassung des mittleren Ganges der meteorologischen 
Elemente mit der Höhe. 

Im folgenden wollen wir uns auf die Luftschichten bis zu 1500 m 
Höhe beschränken, da die darüber liegenden Stufen zu schwach 
besetzt sind, um zu sicheren Resultaten zu führen. 

Die durchschnittliche Änderung der Elemente pro 100 m inner- 
halb dieser 1500 m wird dann : 

Temperatur — 0.24° 

„,. , ( Geschwindigkeit -f 0.11 m p. s. 

Wind ( IL- 

\ Richtung +2.23° (Rechtsdrehung) 

Rel. Feuchtigkeit —0.88 ^/o 

Wie schon bei der Behandlung der einzelnen Elemente aus- 
geführt ^vurde, stimmt der wirkliche mittlere Gang derselben aber 
keineswegs mit dem durchschnittlichen, den obigen Zahlen ent- 
sprechenden, überein. Die Abweichungen, welche den Kurven ihre 
eigentümlichen Ausbuchtungengeben, stehen nun bei den 4 Elementen 
in enger Beziehung zu einander, wie gleichfalls schon mehrfach 
hervorgehoben wurde. Vor allem konnte bei allen 4 Elementen eine 
Diskontinuitätsfläche, die wir kurz eine typische Wolkenoberfläche 
nennen können, im Intervall 1000 — 1500 m konstatiert werden. 

Bei einer Durchsicht der Mittelwerte aus den Lindenberger 
Drachenaufstiegen (soweit publiziert) zeigte sich nun, dass auch bei 
diesen eine solche typische Wolkenoberfläche erkennbar ist, welche 
hier bei ca. 1500 m liegt. Verfasser hat bereits an anderer Stelle ^) 
auf diese Übereinstimmung hingewiesen und gezeigt, dass es sich 
hier um die Oberfläche derjenigen „Wolkenetage" handelt, als deren 
Hauptvertreter der str-cu gelten kann, und deren Höhenlage nach 
den Messungen des internationalen Wolkenjahres zwischen 1600 
und 2000 m, wegen Bevorzugung des Sommers wahrscheinlich 
etwas zu hoch, angegeben wird. Auch in den Lindenberger Beo- 
bachtungen zeigt sich in dem unmittelbar unter der Schichtgrenze 
liegenden Intervall eine Windabnahme mit der Höhe, und es wurde 
a. a. O. darauf aufmerksam gemacht, dass diese eigentümliche Erschei- 
nung der Windabnahme mit der Höhe innerhalb der Wolke mit 
dem von Herrn Süring aus den Potsdamer Wolkenbeobachtungen 
abgeleiteten Gesetz übereinstimmt, nach лvelchem für alle Schichten 
die Maxima der Wolkenhäufigkeit mit kleinen Geschwindigkeiten, 
die Minima mit grossen Geschwindigkeiten zusammenfallen. 

Diese Übereinstimmung zwischen 2 Orten, die geographisch so 
weit von einander getrennt und klimatisch einander so unähnlich 



') Zur Schichtung der Atmosphäre. = Beitr. z. Physik d. freien Atmosphäre III, Heft 1. 



III. Diskussion der Beobachtungen. 



61 



sind wie Lindenberg und Nordostgrönland, zeigen jedenfalls, dass es 
sich bei dieser typischen Schichtgrenze nicht um eine lokale Erschei- 
nung, hervorgerufen durch das Gebirge, sondern um einen Teil der 
Gesamtstruktur der Atmosphäre handelt. Allerdings scheint es, als 
ob das im Westen der Station gelegene 800 m hohe Gebirge diese 
Schichtgrenze verstärkt zum Ausdruck kommen lässt, da sie in den 
vorliegenden Aufstiegen deutlicher markiert erscheint als in den 
Lindenberger. 

Es wird später gezeigt werden, dass die Erscheinung besonders 
prägnant bei föhnähnlichem Winde hervortritt. Dies ist erklärlich, 
Avenn man berücksichtigt, dass föhnähnliche Winde im allgemeinen 



1500^ 



1000 



500 



ZOO 




+0.5 +1.0 Omp.s+1 0° 2 ^ 6 0°U 2 3 4 5 

Abweichungen vom mittleren Gange in den untersten 1500 m. 

den ungestörten Verhältnissen entsprechen. Durch die aufsteigenden 
Strömungen in Depressionen wird die Diskontinuitätsfläche durch- 
brochen und zum Verschwinden gebracht, so dass ihr Betrag im Ge- 
samtmittel gegenüber den ungestörten Tagen sehr herabgedrückt wird. 
Aber auch im untersten Teil der Kurven herrscht eine bemerkens- 
werte Übereinstimmung, welche sich noch deutlicher zum Ausdruck 
bringen lässt, als es bisher geschehen ist. Diese Variationen sind 
nämlich bei den verschiedenen Elementen mit einem sehr verschieden 
starken progressiven Gange überdeckt, welcher sich in dem oben an- 
gegebenen Wert der durchschnittlichen Änderung zwischen Erde und 
1500 m Höhe zeigt. Wir wollen daher jetzt die Abweichungen von 
diesem durchschnittlichen Gange für die verschiedenen Höhenstufen 
zusammenstellen. Für Erde und 1500 m werden sie naturgemäss Null. 





Temperatur 


200 m 


+ 0.86° 


500 - 


+ 1.01° 


1000 - 


+ 0.41° 



62 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

Abлveichungen vom durchschnittlichen Gange: 

Windgeschwindigkeit Windrichtung Rel. Feuchtigkeit 
-^ 1 .39 m p. s. + 6.64' — 5.28 Чо 

+ 1.17 — +6.24° —5.23 - 

+ 0.04 — + 2.17° — 0.32 - 

Diese Zahlen sind in der umstehenden graphischen Darstellung 
zur Anschauung gebracht, wo jedoch für die Feuchtigkeit das Vor- 
zeichen umgekehrt ist, und ausserdem die Massstäbe so gewählt sind, 
dass die maximale Abweichung bei allen 4 Elementen nahezu gleich 
gross wird. 

Diese Kurven zeigen nun eine überraschende Übereinstimmung. 
Der Knick bei 1000 m Höhe, welcher der bei 1200 m liegenden typi- 
schen Wolkenoberfläche entspricht, kommt hier ausserordentlich 
deutlich zum Ausdruck. Beinahe noch überraschender ist aber die 
Übereinstimmung im unteren Teil der Kurven. Die Kurven sind 
überhaupt beinahe kongruent. Das Maximum der Abweichung liegt 
überall bei ca. 300 m. Die Luft ist hier 1.0° wärmer, 5.3*^/0 trockener, 
ihre Bewegung 1.4 m p. s. lebhafter und 6.6° weiter nach rechts ge- 
dreht als es den durchschnittlichen Verhältnissen bis 1500 m entspricht. 

Wenn wir uns vergegenwärtigen, dass wir uns den wahren Ver- 
lauf der Kurven zwischen 1000 und 1500 m in Gestalt der punktierten 
Linien zu denken haben, so ist ohne weiteres ersichtlich, dass der 
unterste Teil der Kurven eine genaue Wiederholung des dortigen 
Verlaufes, nur in grösserem Massstabe, darstellt. Die Erdoberfläche 
stellt uns hier, nur in weit prägnanterer Weise, dieselbe Erscheinung 
dar, wie die Wolkenoberfläche, mit darüber herrschender Temperatur- 
zunahme, starker Windzunahme und -Rechtsdrehung, und Feuchtig- 
keitsfall. 

Temperaturschichtung bei Refraktionsstörungen. 

Im folgenden soll das Temperaturgefälle bei 7 Aufstiegen, während 
Avelcher Luftspiegelungen beobachtet wurden, etwas sorgfältiger, als 
es oben in der allgemeinen Zusammenstellung möglich war, dar- 
gestellt werden. Dies Material soll später bei einer zusammenfassenden 
Bearbeitung aller auf der Danmark -Expedition beobachteten Luft- 
spiegelungen Verwendung finden. 

Zunächst seien noch 2 Fälle von Refraktionsstörungen erwähnt, 
die wegen ihrer Verwandtschaft mit den Spiegelungen hierher gehören 
dürften. Es sind dies die Aufstiege Nr. 35 und 101 (19. Februar und 
28. Oktober 1907). Bei ersterem finden wir die Bemerkung: „Starker 
Flimmer an den Koldewey-Inseln", bei dem anderen: „Starke wogende 
Bewegung aller Objekte am Horizont". Wie aus den weiteren An- 



III. Diskussion der Beobachtungen. 



63 



gaben hervorgeht, war in beiden Fällen eine Inversion in der un- 
tersten Luftschicht vorhanden, welche jedoch ausserordentlich starken 
zeitlichen Schwankungen unterworfen war. Am 19. Februar liegt die 
Inversion im Aufstieg zwischen 5 vind 200 m und beträgt 1.2°, im 
Abstieg dagegen zwischen 5 und 30m, wo sie nun 4.0° beträgt; in 
200 m Höhe veränderte sich die Temperatur in 16 Minuten um 1.2°. 
Am 28. Oktober gehen die Schwankungen der Temperatur solchen 
des Windes parallel. Der Drachen, der mit Nordwestwind hoch- 
gegangen ist, wird 2 mal durch plötzlich aufkommenden östlichen 
Wind zum Herunterfallen gebracht. Mit diesen östlichen Windstössen 
sinkt jedesmal die Temperatur. In der Höhe von 200 m z. В., wo 
der Drachen soeben noch im Nordwestwind gestanden hat, findet er 
5 Minuten später E 2 m p. s., und um 3° tiefere Temperatur. Die 
Inversion reicht hier bis zur Maximalhöhe von 260 m und beträgt 
ca. 6°, ist aber ausserordentlich veränderlich. In dieser ungewöhnlich 
starken Veränderlichkeit bei gleichzeitiger Anwesenheit einer hin- 
reichend starken Inversion dürfte der Grund für die beobachteten 
Refraktionsschwankungen zu suchen sein. 

In der folgenden Tabelle sind nun die 7 Aufstiege zusammen- 
gestellt, welche bei Anwesenheit von Luftspiegelungen ausgeführt 
wurden : 



Nr. 


Datum 


Art 
d. Aufst. 


Max.- 
Höhe 


Inversion 


Art der Luftspiegelung 




Lage 


Betrag 


41 


1907 
März 16 


Draclien 


425 


5-260 


3° 


Spiegelung nach oben, sehr луесЬ- 
selnd, am Eis-Horizont. 


81 


Aug. 27 


Ballon 


830 


5-200 


2-3° 


Schwache Spiegelung nach oben am 
Eis-Horizont. 


98 


Okt. 21 


Drachen 


930 


5-600 


141/2° 


Starke Spiegelung nach oben an der 
grossen Koldewej^-Insel. 


99 


Okt. 22 


Drachen 


620 


5-600 


8° 


Starke Spiegelung nach oben. 


100 


Okt. 23 

1908 


Ballon 


610 


5-610 


70 


Spiegelung nach unten über dem 
Neueise, und Hebung der grossen 
Koldewey-lnsel. 


115 


Juni 15 


Ballon 


1225 


5—200 


2-3° 


Spiegelung nach oben an der Schäre 
und der kleinen KoldeAvey-lnsel. 


117 


Juni 20 


Ballon 


1820 


180—300 


ca. 2^ 


Schwaclie Spiegelung nach oben an 
der grossen Koldewey-lnsel. 



Sehr deutlich sieht man schon in dieser Zusammenstellung den 
Zusammenhang der Spiegelung nach oben mit der Temperaturinver- 
sion. Nur bei den beiden stärksten Inversionen ist die Spiegelung 
als stark bezeichnet. Die bei Nr. 98 auftretenden Luftspiegelungen 
gehören zu den stärksten, die überhaupt im Laufe der 2 Jahre an 
der Station zur Beobachtung gelangten. Desgleichen ist eine Tendenz 



64 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

in dem Sinne zu erkennen, dass bei Spiegelung höherer Objekte auch 
die Inversion in etwas grösserer Höhe liegt. Die Objekte mit geringster 
Höhe sind ausser dem in Nr. 41 und 81 genannten Eishorizont die in 
115 genannte Schäre und die kleine Koldewey-Insel. Dies sind aber 
gerade auch die 3 Fälle, in denen die Inversion ganz am Boden be- 
ginnt und die geringste Höhenerstreckung hat (5 — 260 m, 5 — 200 m, 
5 — 200 m). Die viel höhere grosse Koldewey-Insel ist bei Nr. 98, 100 
und 117 genannt, wo auch die Inversion höher liegt (5—600 m, 5— 610, 
180-300 m). 

Sehr bemerkenswert ist ferner, dass bei dem Aufstieg Nr. 100 
auch die Spiegelung nach unten erwähnt wird, zu deren Zustande- 
kommen nicht eine Inversion, sondern umgekehrt ein sehr starkes 
Temperaturgefälle allerdings nur in den untersten Höhenmetern über 
dem Boden erforderlich ist. Die Registrierung zeigt nichts von diesem 
starken Gefälle, hier herrscht vielmehr gleich vom Boden aus Tem- 
peraturumkehr, wenn auch zunächst eine schwache, die erst oberhalb 
100 m Höhe eine bedeutende Verstärkung erfährt. Hierin zeigt sich 
deutlich, dass die Dicke dieser Schicht mit starkem Gefälle, die not- 
wendig bei Spiegelungen nach unten angenommen werden muss, eben 
von zu geringer Grössenordnung ist, als dass sie sich bei Drachen- 
oder Ballonregistrierungen bemerkbar machen könnte. 

In den folgenden graphischen Darstellungen sind die Kurven der 
Temperaturänderung mit der Höhe für alle 7 Aufstiege so genau ge- 
zeichnet, wie sie sich aus den Registrierungen entnehmen lassen. 
Bemerkenswert ist die blätterige Temperaturschichtung gerade bei 
denjenigen Aufstiegen, welche die stärkste Inversion zeigen. Bei der 
Beurteilung dieser Kurven ist zu berücksichtigen, dass die mit Drachen 
erhaltenen Registrierungen (Nr. 41, 98, 99) in ihren Details viel sicherer 
sind als die der Ballons, bei denen bisweilen die Aspiration zu wün- 
schen übrig Hess. 

Eine weitere Verarbeitung dieser Beobachtungen soll, wie schon 
erwähnt, an anderer Stelle erfolgen. 



Die Höhe der Föhnwolken. 

Für den W^olkenhimmel über Nordostgrönland ist sowohl wegen 
der Häufigkeit wie auch wegen der eigentümlichen Formen eine 
gewisse Wolkenart charakteristisch, für welche es noch keine inter- 
nationale Bezeichnung gibt, und die auf der Danmark-Expedition 
wegen ihres Auftretens bei föhnähnlichem Nordwestwinde „Föhn- 
wolken" genannt wurde. Eine genaue Beschreibung dieser Föhn- 
wolken soll an anderer Stelle gegeben werden, hier soll nur dasjenige 
Material diskutiert werden, das die Drachen- und Ballonaufstiege für 



III. Diskussion der Beobaclitungen. 



65 



Ziistandskiirven bei Luftspiegelungen. 



500 
400 
300 

zoo 

100 

o 



13 -18 -17 -16 -Ib -W 



Draclien-Aufstieg Nr. 41. 
16. März 19Ü7. 



^00 
800 
700 
600 
500 

wo 


\ 








lUUU 
300 
800 
700 
600 
500 
Ш 
300 
ZOO 
100 




























\ 




\ 


































\ 






\ 
































{ 






v 


V 
































\ 






\ 






























f^ 


J 






> 


\ 


























^ 


> 




zoo 








V 






















/ 


^ 








100 

Q 


#i 




^ 






^^ 


.— 




— ■ 




















\^^' 


s 




/ 


^ 


y 




























1 


3 + 


1 + 


1 +■ 





/ 































Ballon Aufstieg Nr. 81. 
27. August 19Ü7. 



-15 -1^ -ß -12 -u -10 -9 -8 -7 -6 -5 -^ -3 
Drachen-Aufstieg Nr. 98. 
21. Oktober 1907. (Aufstiegswerte.) 



-2 -1 О 



700 
600 
500 
400 
300 
200 
100 

о 



-6 -5 -Ч -3 -2 -1 о +1 +2 

Drachen-Aufstieg Nr. 99.^ 
22. Oktober 1907. 




О +1 +2 



Ballon-Aufstieg Nr. 115. 
15. Juni 1908. (Abstiegswerte.) 



XLII. 




-17 -16 -15 -tt -13 -12 -Ц -10 -9 

Ballon-Aufstieg Nr. 100. 
23. Oktober 1907. 




+1 +2 +3 +* 



Ballon-Aufstieg Nr. 117. 
20. Juni 1908. (Abstiegswerte. 



66 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



das Verständnis dieser Wolkenart liefern. Diese Angaben sollen dann 
später bei der definitiven Behandlnng zur Verwendung gelangen. 

Die Höhenlage der Oberfläche der Föhnwolken konnte bei fol- 
genden 4 Drachenaufstiegen ermittelt werden: 



1907 



{ August 3 1250 m 

i Aufstieg 1025 m \ 

Oktober 12 ,, ,. ^ ,,^^ 1075- 

l Abstieg 1125 - i 

Oktober 13 1325 - 

Oktober 29 1250 - 




Etagen-Föhnwolken. 
(Profil.) 



Mittel . . . 1225 m 

Als obere Grenze der — oft sehr flachen — Wolken ist hier- 
bei die Mitte der meist geringen Temperaturumkehr angenommen, 
welche in Verbindung mit der Feuchtigkeitsabnahme das Kennzeichen 
für die Wolkenoberfläche ist. Mit diesem Ergebnis stimmen auch 
die beiden Aufstiege vom Sept. 20 (1907) und Juni 18 (1908) überein, 

die darauf hindeuten, dass die Föhn- 
wolken dicht oberhalb 1000 m bezw. 
1150 m lagen. 

Bemerkenswert ist der Aufstieg vom 
Oktober 13 (1907). Hier wurde beim 
Aufstieg eine Inversion um 0.9° zwischen 
1250 und 1400 m gefunden, beim Abstieg 
aber war diese in 6 allerdings sehr kleine Teilinversionen zerlegt. 
Diese blätterige Temperaturschichtung dürfte der Eigentümlichkeit 
der Föhnwolken entsprechen, bisweilen in mehreren, dicht über ein- 
ander liegenden Etagen aufzutreten, wodurch sie bei der ihnen eigen- 
tümlichen Form den Anblick einer Reihe auf einander gestellter 
Kugelsegmente darbieten (siehe Abbildung). 

Die Höhenlage der oberen Grenze dieser Föhnwolken ist dieselbe, 
in der wir bei der Untersuchung des mittleren Ganges der Elemente 
mit der Höhe eine typische Diskontinuitätsfläche anzunehmen ge- 
nötigt waren, und es kann bei der Häufigkeit dieser Wolkenart keinem 
Zweifel unterliegen, dass ihre Oberfläche diese gesuchte Diskontinui- 
tätsfläche repräsentiert. Es war schon w^eiter oben auf die Überein- 
stimmung mit heimischen Verhältnissen hingewiesen worden, und 
speciell darauf, dass die hier in Rede stehende typische Wolkenober- 
fläche offenbar mit dem Niveau des str-cu identisch ist. Hiermit 
steht in bester Übereinstimmung, dass mehrmals (z. B. beim Aufstieg 
Nr. 97) Föhnwolken und str-cu gleichzeitig in demselben Niveau beo- 
bachtet wurden, wobei dann meist der str-cu im Osten der Station 
auftrat, während die Föhnwolken in dichten Haufen über dem Ge- 
birge im Westen zu sehen waren. Es kam auch vor, dass die Föhn- 



III. Diskussion der Beobachtungen. 67 

wölken selbst schliesslich zu einer zusammenhängenden Decke zu- 
sammenwuchsen, die dann je nach dem Aussehen eine andere Be- 
zeichnung erhielt. Die Diskontinuitätsfläche konnte aber auch öfters 
bei gänzlich wolkenlosem Himmel konstatiert werden. Ohne auf 
Einzelheiten einzugehen, sei nur erwähnt, dass die Föhnwolken offen- 
bar als stehende Wogen ^) — die bisweilen aber auch abtreiben 
können, um erst in grösserer Entfernung von der Küste über dem 
Meereise zu verschwinden, — aufzufassen sind. Sie werden durch 
den geringen Abstand der Diskontinuitätsfläche von dem 800 m hohen, 
sehr zerrissenen Gebirge im Westen der Station verursacht, in ähn- 
licher Weise, wie die Oberfläche eines seichten Baches, der über 
unebenen Grund fliesst, stehende oder auch intermittierend aufsprin- 
gende und abtreibende Wellen bildet. Diese stehenden Wellen werden 
uns dann durch Kondensation in den Wellenbergen in derselben 
prägnanten Weise sichtbar, лу1е die gewöhnlichen Luftwogen durch 
Wogenwolken. 

Die Höhe des Nebels. 

Es sind im ganzen 13 Aufstiege ausgeführt worden, bei denen 
Nebel oder gehobener Nebel entweder an der Station selbst notiert 
wurde, oder bei denen er im Südosten vor dem Hafen oder an den 
Koldewey-Inseln zu sehen war. Auch in letzteren Fällen reichte aber 
die feuchte Luftschicht auch noch über die Station hinaus, nur war 
hier der Nebel beim Eintritt auf das Land durch die Wärme des 
sonnenbestrahlten Erdbodens aufgelöst. Es lässt sich daher auch in 
diesen Fällen die obere Grenze der Nebelschicht noch aus den Re- 
gistrierungen entnehmen. 

Zwei dieser Fälle müssen wir aber ausscheiden, da sie einen 
von den übrigen ganz verschiedenen Charakter haben. Es sind dies 
die beiden Aufstiege Nr. 39 und 42, die im März bei sehr tiefen Tem- 
peraturen ausgeführt wurden. In beiden Fällen herrschte an der 
Station ein Nebel, der durch schwebende Eiskristalle hervorgerufen 
war, und jedesmal zur Bildung von Sonnenringen Anlass gab. Dieser 
Nebel erfüllte die ganze unterste Luftschicht bis zu dem beide Male 
vorhandenen Stratus, dessen Basis das eine Mal in 500 m Höhe kon- 
statiert werden konnte. Beide Male herrschte westlicher Wind. Diese 
Fälle haben mit dem im folgenden zu besprechenden Nebel nichts 
gemein und sollen deshalb ausgeschlossen werden. Die übrigbleiben- 
den 11 Fälle sind in der folgenden Tabelle zusammengestellt. Bei 
Nr. 5 und Nr. 80 konnte nur der Abstieg benutzt werden, da sich die 
Nebelschicht erst bildete, während der Drachen oben war. 



Herr RiGHARZ schlägt den Ausdruck „Hindernis-Wogenwolken" vor. 



68 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



Nr 


Datum 


Höhe d. 
Nebel- 


Wind 








oberfl. 


unten 


über d. N. 






1906 




m p. s. 






5 


Sept. 22 


250 


E 3 


westlich 


Kein ^, nur feuchte Schicht, _ll 
am Draht. 


6 


Sept. 23 

1907 


200 


E 0.5 


Avestlich 


Bew. 10- heI an der Station. 


50 


Juni IH 


300 


ESE 0.5 


südlich 


Gehobener ^. 


64 


Juni 18 


200 


SzE fast С 


westlich 


Bew. 10^ ='-' an der Station. 


58 


Juni 25 


200 


S fast С 


nordöstlich 


^ nähert s. langsam aus S und E. 


59 


Juni 27 


250 


ESE 6 


? 


fr-str, im S u. E als ^ auftretend. 


64 


Juli 14 


100 


S fast С 


westlich 


^ von S her in d. Hafen treibend, 
am Schluss die Station er- 
reichend. 


66 


Juli 18 


300 


ESE 7 


7 


Gehobener ^. 


80 


Aug. 24 
1908 


200 


ESE 1 


С 


^-Bildung an den Koldewcj^-In- 
seln. 


114 


Juni 12 


500 


E 7.5 


/'anschehiend\ 
( westlich / 


Gehobener = im S. 


125 


Juli 15 


300 


S 2.5 


westlich 


j ^". 



Die mittlere Höhenlage der Nebeloberfläche ergibt sich zu 255 m. 
Dies ist dieselbe Höhe, bis zu welcher im Mittel eine Temperatur- 
zunahme gefunden wurde. Die letztere können wir als eine Wirkung 
der Abkühlung von der Erde aus betrachten und kämen so zu dem 
Schluss, dass eben diese Abkühlung der untersten Luftschicht, wenn 
diese vom offenen Meere (SE) herkommt und daher feucht ist, den 
Nebel erzeugt. Diese Anschauung wird namentlich durch eine Beo- 
bachtung gestützt, welche auf der Rückreise am 31. Juli 1908 beim 
Austritt des Schiffes aus dem Eise gemacht wurde und durch die 
nebenstehende Skizze, die gleich an Ort und Stelle angefertigt wurde, 
veranschaulicht wird. 



Jfbid 




offe7i£s Wasser ><- 



-Eis — ^ 



Verfasser schrieb damals in das Journal: „Beim Austritt aus 
dem Eise plötzliches Ansteigen der Temperatur um 4° (siehe Ther- 
mogramm). Gleichzeitig verschwindet der Nebel. Von aussen sah 
man dann den Nebel (nur ca. 100 m hoch) über dem Eise liegen, 
nach dessen Aussenkante hin flacher und flacher werdend." 

Diese Beobachtung ist nur so zu erklären, dass die warme und 
feuchte Luft, die von aussen her über das Meereis hinweggetrieben 
wird, durch die Berührung mit dem Eise von unten her abgekühlt 
wird, und dass diese Abkühlung und mit ihr der Nebel allmählig 



III. Diskussion der Beobachtungen. 69 

durch Luftwirbel und Mischung höher und höher hinaufwächst. 
Diese Anschauungen stimmen vollkommen mit denen überein, zu 
welchen Herr Elias') auf Grund von Fesselballon-Aufstiegen in 
Berlin in Bezug auf die Entstehung des Nebels in der norddeutschen 
Tiefebene kommt. 

Herr Th. Fischer wies übrigens nach, dass auch für die Küsten- 
nebel von Marokko die Ursache ähnlich in einer Zone kalten Auf- 
triebswassers zu suchen ist, das von dem vorwiegenden ablandigen 
Winde aus grösserer Tiefe heraufgesogen wird und nun beim Um- 
schlagen des Windes die feuchte Seeluft durch Abkühlung von 
unten her zur Nebelbildung veranlasst.^') 

Der Zustand der Atmosphäre bei Föhn. 

Die folgenden Ausführungen sollen nicht eine abgeschlossene 
Untersuchung über den polaren Föhn darstellen, sondern nur das 
Material, welches die Drachen- und Ballonaufstiege für dieses Problem 
bringen können, in geordneter Weise zusammenstellen. Eine zusam- 
menfassende Behandlung des Föhnproblems soll unter Benutzung 
des gesamten, sehr umfangreichen Materials, das hierüber auf der 
Danmark-Expedition gewonnen wurde, später erfolgen, wobei die 
hier gewonnenen Resultate Verwendung finden werden. 

23 Drachenaufstiege wurden bei föhnähnlichem Winde aus- 
geführt. Die grösste relative Feuchtigkeit (am Boden) beträgt bei 
ihnen 75 ^Vo. Es sind die Aufstiege Nr.: 

48, 51, 52, 61, 67*), 68**), 73*), 92, 93, 99, 101*), 102, 103, 106, 109, 
111, 118, 119, 120, 121**), 122, 123, 124. 

*) bedeutet, dass nur der aufsteigende Ast, ") nur der absteigende benutzt wurde. 
Bei der Schnelligkeit des Hereinbrechens und Wiederaufhörens des Föhns gehört oft 
nur die eine Hälfte des Aufstieges der Föhnlage an. 

Die folgenden Untersuchungen werden nur bis zur Höhe von 
1500 m ausgedehnt werden, da oberhalb derselben das Material zu 
spärlich wird. 

A. Temperatur. Bei der Betrachtung dieser 23 Aufstiege zeigt 
sich, dass 15 derselben in der untersten Luftschicht (Erde — 200 m) 
eine Temperatur-Inversion aufweisen. Nach oben hin werden die Inver- 
sionen seltener, bis sie zwischen 1000 und 1500 m wieder zunehmen. 
Dem entspricht genau das mittlere Temperaturgefälle. Die folgende 
Tabelle gibt in der ersten Rubrik die mittleren TemperaturdifTe- 



') H. Elias, die Entstehung und Auflösung des Nebels, = Ergebn. d. Arbeit, am 

Aeronaut. Observât. 1901 — 02, Beilage 1. 
'-) Th. Fischer, Studien z. Klima d. Mittelmeerländer = Peterm. Mitt. Erg. Heft 58, 

pg. 25. Auch : Das Klima von Marokko = Mittelmeerbilder Bd. II (190Ü), pg. 319 - 323. 



70 



Drachen- und Fesselballonaufstiege. 



renzen zwischen je 2 Höhenstufen, in der zweiten die Anzahl der 
Fälle, in der dritten die Häufigkeit der Inversionen in Prozenten. 

Temp. Diff. 

5—200 +1.23° 

200—500 —1.17 

500—1000 —2.76 

1000-1500 —0.56 

Die Zahlen der ersten Rubrik sind in der graphischen Darstel- 
lung unter „Temperatur I" zur Anschauung gebracht. Es ist sofort 
ersichtlich, dass der früher besprochene Knick der Kurve bei 1000 m, 

ISOOr 



Anzahl 


Häufigk. d. hiv. 


23 


65 *Vo 


20 


20 


13 


8 


5 


40 



iOOO 



500 



200 




-1 +1 mp.s.-l +li]ip.s. 

Gang der meteorologischen Elemente bei Föhn. 



-2% +2% 



der das Minimum des Gefälles zwischen 1000 und 1500 m erzeugt, hier 
sehr viel prägnanter hervortritt als in der Jahreskurve. ^) Die Tem- 
peraturabnahme von 1000 bis 1500 m Höhe ist jetzt um 2.2° schwächer 
als in dem darunter liegenden Intervall, gegen nur 0.19° beim Gesamt- 
mittel aller Aufstiege, Auch die Inversion im untersten Intervall ist 
bedeutend stärker (um 0.84°) als im Gesamtmittel. Die Kurve für 
die föhnähnlichen Winde stellt also eine Übertreibung des Verlaufes 
derjenigen für das Gesamtmittel dar. 

Wenn wir nun eine engere Auswahl treffen, indem wir nur 
diejenigen Aufstiege zusammenfassen, bei welchen die Feuchtigkeit 
an der Station kleiner als 50 "^/o ist, so erhalten wir für die 6 Auf- 

1) Bei der Vergleichung der Kurven ist zu beachten, dass hier das meistgebräuch- 
liche Verhältnis der Koordinaten (l°:=lÛOm) gewählt ist, лvährend bei der 
Jahreskurve pg. 52 l°^200m gesetzt war. 



III. Diskussion der Beobachtungen. 71 

Stiege No. 51, 52, 67*), 68**), 119, 121**) folgende mittlere Temperatur- 
differenzen : 

5— 200m 200— 500m 500— 1000 m 1000 — 1500 m 

Mittl. Temp.-Diff. —0.34° -2.38° -3.03 —1.10 

Anzahl d. Beob 6 6 4 1 

Diese Zahlen sind in der graphischen Darstellung unter „Tem- 
peratur II" zur Anschauung gebracht. Die Inversion in der untersten 
Schicht ist jetzt verschwunden, das Temperaturgefälle zwischen 200 
und 1000 m, das schon bei der Gruppe I stärker war als im Gesamt- 
mittel, ist jetzt noch stärker geworden, die Verminderung desselben 
zwischen 1000 und 1500 m ist aber noch immer erkennbar. 

Nehmen wir endlich als III. Gruppe den einen Aufstieg [Nr. 12Г*)], 
bei dem die relative Feuchtigkeit an der Station unter 40 " о war, so 
erhalten wir folgende Temperaturdifferenzen: 

5-200 m 200— 500 m 500— 725 m 

—3.4° —3.4° —1.7° 

Also ein stark „überadiabatisches" Gefälle, ganz besonders in der 
untersten Luftschicht! In der graphischen Darstellung sind diese 
Zahlen unter III den anderen beiden Gruppen angefügt. Übrigens zeigt 
noch ein anderer Aufstieg, der zur Gruppe II gehört, (No. 119), ein 
überadiabatisches Gefälle, nämlich eine Abnahme um 10.2° bis 1000 m. 

Aus diesen Angaben ist ersichtlich, dass die meisten bei föhn- 
ähnlichem Winde ausgeführten Aufstiege zwar in der untersten Schicht 
eine Inversion zeigen, die aber um so mehr verschwindet, je aus- 
geprägter der Föhn ist, und dass in den prägnantesten Fällen offenbar 
ein überadiabatisches Temperaturgefälle, vom Erdboden beginnend, 
herrscht. Dies Ergebnis stellt eine Bestätigung und zugleich Erweite- 
rung der von Herrn Stade ^) in Westgrönland durch Bergbeobach- 
tungen gewonnenen Resultate dar, sowie ähnlicher Beobachtungen, 
welche auf der Danmark-Expedition an den Felswänden bei „Puster- 
vig" angestellt wurden. 

B. Feuchtigkeit. Dieselben 3 Gruppen geben für die Änderung 
der Feuchtigkeit mit der Höhe folgendes Resultat: (in den ersten beiden 
Gruppen ist unter jedes Mittel die Zahl der Beobachtungen gesetzt) 



5—200 m 

, 1 -7.0^^/0 
^ l 17 


200-500 m 
—0.3 'lO 

17 


500- 1000 m 

+2.4 Wo 
12 


1000 — 1500 m 

-4.2^0 
4 


"\ 6 


+0.4 ^'/o 
6 


+2.1 "/() 
4 


— 3.0"h) 
1 


III +4 "/ü 


—2.5 ^'/o 


500-725 m 
—3.5 ö'ü 





1) Grönland-Expedition der Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin 1891-93. II, p. 515^ 



v^/ 



72 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

Diese Zahlen sind wieder in der graphischen Darstellung zur 
Anschauung gebracht. Zunächst kommt wieder sehr prägnant das 
Niveau der Föhnwolken durch ein Maximum der Feuchtigkeit bei 
lüOO m und darüber folgende Abnahme bis 1500 m zum Ausdruck. 
Dann aber ist in den untersten Schichten auch ein deutlicher Unter- 
schied der 3 Gruppen vorhanden. Die Gruppe I mit der grössten 
Feuchtigkeit unten hat auch die stärkste Abnahme, III mit der 
geringsten Feuchtigkeit an der Station hat sogar Zunahme. In 200 m 
Höhe ist die Feuchtigkeit bei den 3 Gruppen also nicht mehr so 
verschieden wie unten an der Station. Hier liegt der Zusammen- 
hang mit den Temperaturverhältnissen auf der Hand. Gruppe I hat 
noch eine starke Inversion bis 200 m Höhe, diese Luftmasse ist aber 
nicht nur kälter sondern auch feuchter als die höheren Schichten. 
Wird sie hinweggezogen, so dass der typische Föhn am Erdboden zu 
Tage tritt, so verschwinden sowohl die tiefen Temperaturen wie die 
hohen Feuchtigkeiten, und wir haben den Typus III. 

G. Wind. Da die Windverhältnisse bei Föhn äussserst unregel- 
mässig sind, kann bei der geringen Zahl von Beobachtungen eine 
Gruppierung wie im vorangehenden nicht mehr vorgenommen werden. 
Auf eine Darstellung der Winddrehung mit der Höhe wurde ganz 
verzichtet, und auch die Änderung der Geschwindigkeit mit der Höhe 
nur für die Gesamtgruppe I berechnet. Um aber noch eine andere 
Frage zu beleuchten, wurde auch noch die Änderung für die bei 
starkem Winde (> 9 m p. s.) ausgeführten Aufstiege berechnet. In 
der graphischen Darstellung sind die Werte für beide Gruppen ein- 
getragen, die Starkwindgruppe als I a. Die Zahlenwerte sind folgende : 

5— 2ü0m 200— 500 m 500— 1000 m 1000— 1500 m 

j / +1.4 -0.1 —1.9 +1.6mp. s. 

\ 23 20 13 5 Beobachtungen 

I^/ -0.2 -1.8 —1.0 +1.0mp.s. 

16 5 3 1 Beobachtung 

Zunächst ist bei Gruppe I zu bemerken, dass hier wiederum sehr 
deutlich das Niveau der Föhnwolkcn in Gestalt einer erheblichen Wind- 
zunahme zwischen 1000 und 1500 m hervortritt. Diese Zunahme 
beträgt hier 1.6 m p. s., während sie im Gesamtmittel nur 0.5 m p. s. 
betrug. Es zeigt sich also auch hier, dass das typische Wolkenniveau 
(das Föhnwolken-Niveau) bei föhnähnlichem Winde prägnanter her- 
vortritt als im Gesamtmittel. 

Bei denjenigen Aufstiegen aber, die bei starkem Winde ausgeführt 
wurden, sehen wir, dass die sonst überall vorhandene Windzunahme 
in den untersten 200 m fehlt. Die Windgeschwindigkeit nimmt hier 



III. Diskussion der Beobachtungen. 



73 



mit der Höhe dauernd ab, bis zu dem typischen Wolkenniveau, 
oberhalb dessen auch hier лvieder neue Zunahme einsetzt. 

Wir können die vorstehenden Ergebnisse über den Zustand der 
Atmosphäre bei Föhn in folgender Weise zusammenfassen : 

1. Die föhnähnlichen Winde zeigen in der untersten Schicht 
eine Temperaturumkehr, die grösser ist als sie sich im Gesamtmittel 
aller Aufstiege ergibt, darüber eine Temperaturabnahme, die gleich- 
falls grösser ist als im Gesamtmittel. 

2. Je ausgeprägter der Föhn ist, desto mehr verschwindet die 
untere kältere und feuchtçre Luftschicht, und in den prägnantesten 
Fällen herrscht ein überadiabatisches Temperaturgefälle bei überall 
sehr geringer, mit der Höhe nicht mehr abnehmender Feuchtigkeit. 

3. Das typische Wolkenniveau bei 1200 m Höhe tritt bei föhn- 
ähnlichem Winde in allen Elementen erheblich markanter hervor 
als im Gesamtmittel. 

4. Bei starkem föhnähnlichem Winde herrscht Abnahme des 
Windes mit der Höhe bis zur Oberfläche des typischen Wolkenniveaus. 

Der Ostwind. 

Von den 99 Drachenaufstiegen, die im ganzen ausgeführt wurden, 
fanden nur 7 bei östlichen Winden statt. Der Grund hierfür ist 
nicht die Seltenheit des Ostwindes, sondern nur der Umstand, dass 
er nur sehr selten stark genug ist, um Drachen heben zu können. 
Es erschien von Interesse, diese Aufstiege besonders zusammenzustellen. 
Die folgende Tabelle gibt sie wieder: 





Datum 


Wind 


R.F. 


Max. H. 


Temp.-D. 
pro 100 m 


Winddrehung 




Nr. 


Gesamt- 


pro 100 m 


Bewölkung 






m p. s. 


f/o 


m 


c° 


o 


о 






1906 
















21 


Dez. 10 

1907 


NEzE 6 


100 


180 


-0.1 


+34 


+19 


IQi ni -:f". 


56 


Juni 21 


E 7 


78 


200 


+0.6 


-51 


-25 





57 


Juni 23 


NE 6 


67 


500 


-0.6 


-22 


- 4 


8"-! ci, a-cu, str. 


59 


Juni 27 


ESE 6 


91 


310 


+0.4 


-68 


-22 


50-1 a-cu, a-str, str-cu, 
fr-str, im S und E als ^. 


60 


Juli 1 


EzS 5 


92 


200 


-0.5 


-34 


—17 


10"-* str, fr-str, a-str. 


66 


Juli 18 
1908 


ESE 7 


87 


290 


-0.1 


-68 


-23 


6' ci, gehobener ^. 


114 


Juni 12 


E S 


86 


375 


-0.3 


22 


- 6 


1'^ ci. gehobener ^. 


Ml 


ttel 


E 6 


86 


294 


-0.1 


-33 


—11 





Beim Temperaturgefälle bedeutet das negative Vorzeichen Ab- 
nahme mit der Höhe, beim Winde Linksdrehung. Am auffiiUigsten 



74 Drachen- und Fesselballonaufstiege. 

ist der Umstand, dass keiner dieser Aufstiege über 500 m reicht. Im 
Laufe zweier Jahre gelang es nicht einmal, den Drachen bei Ost- 
wind höher als 500 m zu bringen ! Im Mittel wird schon bei 300 m 
der Wind so schwach, dass die Drachen auch durch „Hochwerfen" 
nicht höher zu bekommen sind (< 4 m p. s.). Es herrscht also in 
allen Fällen eine ausgesprochene Windabnahme mit der Höhe. Auch 
in anderer Beziehung herrscht eine auffällige Gleichförmigkeit unter 
diesen Aufstiegen. Die Windgeschwindigkeiten unten sind alle nahezu 
dieselben. Sie stellen das Maximum dar, bis zu welchem der Ost- 
wind bisweilen anschwellen kann, und das dann gerade ausreicht, 
um die Drachen zu heben. Erwähnt sei in diesem Zusammenhange 
auch, dass der Ostwind stets sehr gleichmässig wehte, während für 
westliche Winde fortwährende Schwankungen der Stärke charakte- 
ristisch waren. Wie aus der Tabelle zu ersehen, ist die relative Feuch- 
tigkeit überall hoch (wie immer bei östlichen Winden); 3 mal wird 
Nebel oder gehobener Nebel notiert. Das Temperaturgefälle scliAvankt 
zwar, doch ist ersichtlich, dass die Fälle mit besonders grossen Störun- 
gen in der untersten Luftschicht nicht hierher gehören. Sehr eigen- 
tümlich ist aber vor allem die Drehung des Windes mit der Höhe. 
Abgesehen von dem ersten Aufstieg, der überhaupt einen besonderen 
Charakter trägt (siehe unter Bewölkung!) zeigen alle eine sehr aus- 
geprägte Linksdrehung mit der Höhe. Die Drachenaufstiege bei Ost- 
wind führen uns also zu folgendem Resultat: 

Östlicher Wind erreicht nur in den untersten 300 m bisweilen 
eine Stärke, die ausreicht, um Drachen zu heben. Es herrscht dann 
bis zu dieser Höhe Windabnahme und Linksdrehung ohne starke 
Temperaturschichtung. 

Wir können aber diese eigentümlichen Verhältnisse noch mit 
Hülfe der Ballonaufstiege weiter untersuchen. Dazu zerlegen wir den 
Aufstieg Nr. 5 in 5 a (Aufstieg) und 5 b (Abstieg), da sich hier die 
Windverhältnisse stark änderten, während der Ballon oben war. 
Kassieren wir ferner die Nummern 28 und 36, weil sie zu geringe 
Höhen (250 bezw. 260 m) liefern, so verbleiben im ganzen 25 Ballon- 
aufstiege für unsere Untersuchung. Von diesen sind 4 bei Windstille 
und 4 bei westlichem Winde ausgeführt worden, scheiden also für 
eine Untersuchung des Ostwindes aus. Die übrigbleibenden 17 Auf- 
stiege fanden bei Windrichtungen zwischen E und S statt. Der nord- 
östliche Quadrant fehlt also hier ganz, im Gegensatz zu den soeben 
behandelten Drachenaufstiegen. Von diesen 17 Aufstiegen bei süd- 
östlichem Winde führen 12 schon in mittleren Höhen auf westlichen 
Wind. Um den Übergang zu diesem westlichen Winde etwas näher 
zu untersuchen, folge hier eine Windtabelle für die genannten 12 
Aufstiege. 



III. Diskussion der Beobaclituns{en. 



75 



Nr. 


5 


m 


200 m 


500 m 


1000 


m 


5b 


E 


3 


S 1 


SW 


2 


WSW 


5 


6 


E 


0.5 


SE 1 


s 


3 


SW 


5.5 


54 


SzE 


faste 


S fast e 


SSW 


2 


SW 


2 


64 


S 


faste 


S 3 


S 


2 


SW 


1 


69 


SzE 


0.5 


SzE 1 


e 




NNW 


3 


86 


E 


1.8 


e 


e 




NW 


3 


89 


ESE 


1 


e 


w 


3 


(in 700 m 


NW 3.5) 


95 


E 


5 


s 2 


SSW 


2 


SSW 


3.5 


100 


E 


faste 


E 2 


WNW 


3.5 


(in 600 m 


W 4.5) 


113 


SSE 


faste 


e 


SW 


1 


WzN 


2 


117 


SSE 


faste 


s 2 


ss\\^ 


4 


SW 


3 


125 


S 


2.5 


e 


e 




WzS 


3 



Wie man sieht, gehört die 200 m-Stufe noch völlig dem südöst- 
lichen Winde an, die 500 m-Stufe dagegen vorwiegend schon dem 
westlichen, indem hier nur 2 mal Südwind gefunden wird, ausser 
den 3 indifferenten Fällen, wo С notiert ist. Bei 1000 m Höhe ist 
in allen Fällen der Nordwestwind vorhanden. Der Übergang aus 
dem Unter- in den Oberwind geschieht durch kontinuierliche Rechts- 
drehung bei den Aufstiegen Nr. 5 b, 6, 54, 64, 95, 117. Durch eine 
Calmenzone sind die beiden Windschichten getrennt bei den Auf- 
stiegen Nr. 69, 86, 89, 113, 125. In dem letzten übrigbleibenden Falle 
(Nr. 100) ist ein scharfer Sprung vorhanden, ohne Vermittelung durch 
Drehung oder Calme. Eine Linksdrehung aber wurde niemals beo- 
bachtet. Es sei gleich hinzugefügt, dass auch die übrigen 5 Ballon- 
aufstiege bei südöstlichem Winde, welche nicht auf westlichen Wind 
in der Höhe führten, keine Linksdrehung zeigen; 2 von ihnen führen 
auf C, bei 2 weit(;ren herrscht ein scharfer Sprung, und beim 5. kon- 
tinuierliche Rechtsdrehung. Dies Resultat ist insofern überraschend, 
als wir bei den Drachenaufstiegen bei östlichem Winde Linksdrehung 
mit der Höhe gefunden hatten. Dies scheint darauf hinzudeuten, 
dass die letztere nicht als ein Übergang zu dem darüber herrschen- 
den westlichen Winde aufzufassen ist, sondern lediglich als eine 
Eigenschaft der unteren Windslrömung selber, bedingt durch die in 
ihr herrschende Windabnahme mit der Höhe. 



31— 7— 1Ü09. 



MBL WHOi Library - Sériais 



5 WHSE 02973 






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